Ausgabe 28/2026

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Mittwoch, 08. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

mit heißen Temperaturen steigt die Zahl der Hitzetoten und Badeunfälle. Die jüngste Hitzewelle brachte viele Notaufnahmen und Rettungskräfte an ihre Belastungs- und Kapazitätsgrenzen. Und auch auf der Straße macht sich schönes Wetter bemerkbar. So werden in den Sommermonaten in der Regel deutlich mehr Verkehrsunfälle verzeichnet, insbesondere bei Motorrad- und Fahrradfahrenden.

Müssen Traumapatienten länger als 14 Tage auf der Intensivstation behandelt werden, spricht man von einer chronisch kritischen Erkrankung (CCI). US-Forschende haben nun ein spezifisches Immunprofil identifiziert, welches mit einem erhöhten Risiko für eine CCI einhergeht. Die Daten ihrer Studie zeigen, dass CCI-Patienten mehr Neutrophile und TH17- Zellen im Blut sowie höhere Plasmakonzentrationen an IFNγ und IL-17A aufweisen als Patienten, die sich schneller erholten und früher von der Intensivstation entlassen werden konnten. Die Entwicklung einer CCI könnte somit die Folge einer fehlgeleiteten Überreaktion des Immunsystems sein. Eine frühzeitige Charakterisierung des Immunprofils könnte den behandelnden Ärztinnen und Ärzten wiederum ermöglichen, Hochrisiko-Patienten zu identifizieren und entsprechend zu versorgen.

Ähnliches scheint auch in Sachen Herzinfarkt möglich zu sein. Im Fokus stehen hier nicht aktivierte Neutrophile, sondern ihre unreifen Vorläuferzellen. Ein Forschungsteam der Universität Münster fand heraus, dass die Freisetzung unreifer Zellen aus dem Knochenmark bei Patienten mit ST-Hebungsinfarkt am stärksten ausgeprägt war. Erkennen lässt sich das in einem einfachen Differentialblutbild. Der sogenannte IG-Wert scheint dabei ein stärkerer Prädiktor für die Mortalität als etablierte Biomarker. Natürlich müsse seine Vorhersagekraft aber erst noch in weiteren Studien überprüft werden, so die Forschenden.

Unabhängig von Unfall oder Krankheit haben Intensivpatientinnen und -patienten zudem ein erhöhtes Risiko für schwere Infektionen. Forschende aus Jena haben nun die Ergebnisse einer Proof-of-Concept-Studie für den Nachweis von mikrobieller zellfreier DNA (mcfDNA) präsentiert. Für das Verfahren wird nur eine einfache Blutprobe benötigt, die mittels Nanopore-Sequenzierung analysiert wird. Ein Ergebnis liegt innerhalb von zwölf Stunden vor.

All diese Erkenntnisse und Entwicklungen könnten in zeitkritischen Notfallsituationen eine bessere Behandlung und ein besseres Outcome der Patientinnen und Patienten ermöglichen. Und im Idealfall werden Deutschlands Krankenhäuser zusätzlich noch möglichst zügig mit Klimaanlagen ausgestattet.

Viel Spaß beim Lesen und Stöbern wünscht Ihnen




   Dr. Milo Klesse
   Redakteur Labormedizin

 

 
 
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Proof of Concept: Mikrobielle zellfreie DNA zur Diagnostik schwerer Infektionen

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Schwere bakterielle Infektionen müssen schnell erkannt und gezielt behandelt werden. Doch eine bereits begonnene Antibiotikatherapie erschwert oft den Nachweis der Erreger. Forschende aus Jena haben nun ein Verfahren entwickelt, das Krankheitserreger innerhalb eines halben Tages direkt aus dem Blutplasma identifizieren kann – selbst bei laufender Antibiotikatherapie.

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Blutbasierte zirkuläre RNAs zur Früherkennung der Alzheimer-Krankheit.
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ADLM-Leitfaden zur Berücksichtigung von Geschlechtervielfalt in der Pathologie und Labormedizin.
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Räumlich aufgelöste Profilierung extrazellulärer Vesikel in Geweben mittels Spatial-EV-seq.
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Die HER2-Bestimmung mittels Doppelblock-Verfahren offenbart klinisch relevante intratumorale Heterogenität bei gynäkologischen Karzinomen: Eine Single-Center-Landscape-Analyse.
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Tuberkulose: Neuer Genomtest deckt unerkannte arzneimittelresistente Erkrankung auf

Mithilfe gezielter Genomsequenzierung haben Forschende medikamentenresistente Tuberkulose-Stämme nachweisen können, die von herkömmlichen Tests bislang übersehen werden.

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Endometrioides Endometriumkarzinom: Biomarker könnte Erfolg fertilitätserhaltender Progesterontherapie vorhersagen

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Ein neuer Biomarker könnte vorhersagen, welche Patientinnen mit einem endometrioiden Endometriumkarzinom nicht auf eine fertilitätserhaltende Progesterontherapie ansprechen. Gleichzeitig deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Kombination von Progesteron mit einem Statin das Ansprechen auf die Therapie verbessern könnte.

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NACHRICHTEN:

Das Erzwingen einer Nekroptose in Tumororganoiden „alarmiert“ das Immunsystem und kann dessen Angriff auf den Tumor verstärken.
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Forschende haben die kindliche Entwicklung des Pankreas detailliert kartiert. Der umfassende Bilddatensatz steht öffentlich zur Verfügung.
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In Deutschland wird weiter über das Prostatakrebs-Screening diskutiert. Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe verweist auf die schwedische Lösung.
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TERMINE:

Deutscher Kongress für Laboratoriumsmedizin 2026
30. September – 2. Oktober 2026
Hamburg

13. Mitteldeutsche Laborkonferenz
18.–19. März 2027
Leipzig

27th Congress of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine
16.–20. Mai 2027
London (Großbritannien)

 
 

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