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Liebe Leserinnen und Leser,
was haben der Ebola-Ausbruch und glutenfreies Bier gemeinsam? Auf den ersten Blick womöglich nicht viel. Doch beide unterstreichen eine der wichtigsten Herausforderungen in der Labormedizin: eine zuverlässige Diagnostik.
Die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus hat inzwischen in Zentralafrika mindestens 100 Todesopfer gefordert. Dass sich das Virus in der Demokratischen Republik Kongo derzeit so schwer kontrollieren lässt, liegt mutmaßlich auch daran, dass der Ausbruch lange unentdeckt blieb. Zudem erschweren Gewalt und Misstrauen die Lage vor Ort erheblich. In Ermangelung von wirksamen zielgerichteten Therapien und Impfstoffen kommt der schnellen und zuverlässigen Diagnostik damit eine noch größere Bedeutung zu.
Doch diese erfordert neben ausreichend Kapazitäten und der richtigen Infrastruktur vor allem eines: robuste analytische Verfahren. Im Falle des Ebola-Virus zähle es nun, die diagnostischen Kapazitäten in Afrika für seltenere Varianten wie Bundibugyo entsprechend zu adaptieren, erklärt Prof. Claudia Denkinger vom Universitätsklinikum Heidelberg. Denn verfügbare Antigen-Tests seien hier aktuell nicht sensitiv genug.
Ein ähnliches Problem scheint es auch im Fall von glutenfreiem Gerstenbier zu geben. Eine aktuelle Studie zeigt auf, dass etablierte ELISA möglicherweise nicht alle Glutenreste im Gerstenbier nachweisen können. Die Analyse mittels Nano-Flüssigkeitschromatographie-gekoppelter Tandem-Massenspektrometrie (nanoLC-MS/MS) identifizierte 44 Zöliakie-aktive Peptide, davon 29 in „glutenfreiem“ Bier. 17 der 44 Zöliakie-aktiven Peptide wiesen dabei eine Struktur auf, welche von derzeit verwendeten ELISA-Antikörpern nicht erkannt wird.
Ob also im Labor, in der Lebensmittelanalytik oder in der Infektionsdiagnostik – ein negativer Befund ist nur so gut wie die Methode, die ihn erzeugt. Stetige Evaluation und Optimierung sind deshalb auch bei etablierten Standardverfahren angesagt. Eine informative Lektüre und zum Wohl!
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