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Liebe Leserinnen und Leser,
nahezu 40 Prozent aller Krebserkrankungen wären laut Nationalem Krebsplan vermeidbar. Eine entscheidende Rolle spielt natürlich der Lebensstil. Allerdings häuft sich seit Jahren ebenso die wissenschaftliche Evidenz für eine ausgeprägte genetische Komponente bei bestimmten Krebsarten. Wie sehr nutzen wir hier das Potenzial unserer Möglichkeiten schon aus?
In Australien hat eine Pilotstudie gezeigt, dass mithilfe eines genomischen Screenings junge Menschen mit genetischen Hochrisikovarianten frühzeitig identifiziert werden können. Getestet wurde auf zehn relevante Gene, die u.a. mit Brust- und Eierstockkrebs assoziiert sind. Den Ergebnissen zufolge waren rund zwei Prozent der 10.000 Teilnehmenden betroffen. Das Problem: Kaum einer von ihnen hätte nach aktuellen Richt- und Leitlinien die Kriterien für zugelassene Vorsorgeuntersuchungen erfüllt. Das Alter war dabei eines der Hauptausschlusskriterien. Sind die derzeitigen Vorgaben, insbesondere für Menschen mit familiärer Vorbelastung, also noch zeitgemäß?
Nein, finden die australischen Forschenden und untersuchten in ihrer Studie deshalb die Durchführbarkeit solcher „Gentests für alle“. Ob die Ergebnisse auf Deutschland übertragbar sind, ist schwer zu sagen und sicherlich auch eine Frage der Kapazitäten. Weitere Bedenken gibt es hinsichtlich des Datenschutzes. Während Australien bereits ein Gesetz zum Schutz vor Diskriminierung bei Lebensversicherungen verabschiedet hat, scheint eine solche Effizienz von Seiten des deutschen Gesetzgebers angesichts aktueller Debatten in weiter Ferne.
Früherkennung und Prävention stehen natürlich auch bei anderen Erkrankungen im Fokus. In diesem Newsletter finden Sie deshalb weitere spannende Meldungen zu Typ-1-Diabetes, Parkinson und Morbus Crohn. Allen Jecken empfehle ich kommendes Wochenende eine angemessene Kater-Prävention. Viel Spaß beim Stöbern und ein dreifach kräftiges Kölle Alaaf!
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