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Liebe Leserinnen und Leser,
vielleicht kennen Einige von Ihnen das Problem: Ein wichtiger Termin, bei dem man (frau) gut aussehen möchte – womöglich ein erstes Date? – und ausgerechnet am Abend vorher kündigt sich ein fetter Pickel an. Am besten noch gut sichtbar platziert. Denn wie heißt es im Volksmund so schön: Die Haut ist der Spiegel der Seele. Demnach können Aufregung, Angst und Stress das größte Organ unseres Körpers buchstäblich in Wallungen bringen und für Irritationen sorgen.
Der Zusammenhang zwischen Haut und Nervensystem ist dabei keineswegs nur anekdotischer Natur. Die Haut-Hirn-Achse ist Grundlage vieler physiologischer sowie pathologischer Prozesse. Auch bei der Parkinson-Erkrankung könnte der Haut zukünftig eine besondere Rolle zukommen. So haben Forschende herausgefunden, dass sich anhand von Hautbiopsien zwei Parkinson-Subtypen unterscheiden lassen könnten. Und zwar wiesen die Hautbiopsien von Patientinnen und Patienten mit der „Body-first-Variante“ signifikant häufiger α-Synuclein-Ablagerungen auf als die von Patientinnen und Patienten mit „Brain-first-Variante“. Darüber hinaus beobachteten die Forschenden Zusammenhänge zwischen den Subtypen und der Lokalisation der Biopsie, ebenso zwischen den α-Synuclein-Merkmalen in der Haut und dem Schweregrad nicht motorischer Symptome.
Bleiben wir in der Neurologie: Für die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) gibt es bislang keine Heilung. Diagnostiziert wird die Erkrankung in der Regel erst beim Auftreten von Symptomen, denen eine irreversible Schädigung der Motorneuronen zugrunde liegt. Die Ergebnisse einer US-Studie spenden womöglich neue Hoffnung im Kampf gegen ALS. Das Team identifizierte eine 19-Protein-Signatur im Blut, die die Erkrankung bereits vor dem Auftreten von Symptomen anzeigen kann. Dieser nicht invasive Nachweis könnte somit ein deutlich früheres Einschreiten und die Erprobung gezielterer Therapien ermöglichen.
Letzteres hat auch die Gruppe von Prof. Dominik Paquet am LMU Klinikum mit Blick auf die Alzheimer-Krankheit zum Ziel. Deshalb entwickelte sie ein neuartiges 3D-Gewebemodell, das krankhafte Prozesse bei Alzheimer realitätsnäher abbilden kann. Eine groß angelegte, internationale Studie hat unterdessen neue genetische Risikofaktoren der Fibromyalgie ans Licht gebracht. Viele der Genvarianten sind an der Funktion von Gehirn und Nerven beteiligt, was auf einen neurologischen Ursprung der Erkrankung hindeutet. Und apropos Ursprung: Eine französische Expertengruppe empfiehlt, die Beurteilung der Spermienmorphologie im Rahmen der männlichen Fertilitätsabklärung deutlich zu vereinfachen. Damit wünsche ich Ihnen ausreichend Nervenstärke für die restliche Woche und eine informative Lektüre!
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