Ausgabe 34/2026

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Mittwoch, 19. August 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht kennen Einige von Ihnen das Problem: Ein wichtiger Termin, bei dem man (frau) gut aussehen möchte – womöglich ein erstes Date? – und ausgerechnet am Abend vorher kündigt sich ein fetter Pickel an. Am besten noch gut sichtbar platziert. Denn wie heißt es im Volksmund so schön: Die Haut ist der Spiegel der Seele. Demnach können Aufregung, Angst und Stress das größte Organ unseres Körpers buchstäblich in Wallungen bringen und für Irritationen sorgen.

Der Zusammenhang zwischen Haut und Nervensystem ist dabei keineswegs nur anekdotischer Natur. Die Haut-Hirn-Achse ist Grundlage vieler physiologischer sowie pathologischer Prozesse. Auch bei der Parkinson-Erkrankung könnte der Haut zukünftig eine besondere Rolle zukommen. So haben Forschende herausgefunden, dass sich anhand von Hautbiopsien zwei Parkinson-Subtypen unterscheiden lassen könnten. Und zwar wiesen die Hautbiopsien von Patientinnen und Patienten mit der „Body-first-Variante“ signifikant häufiger α-Synuclein-Ablagerungen auf als die von Patientinnen und Patienten mit „Brain-first-Variante“. Darüber hinaus beobachteten die Forschenden Zusammenhänge zwischen den Subtypen und der Lokalisation der Biopsie, ebenso zwischen den α-Synuclein-Merkmalen in der Haut und dem Schweregrad nicht motorischer Symptome.

Bleiben wir in der Neurologie: Für die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) gibt es bislang keine Heilung. Diagnostiziert wird die Erkrankung in der Regel erst beim Auftreten von Symptomen, denen eine irreversible Schädigung der Motorneuronen zugrunde liegt. Die Ergebnisse einer US-Studie spenden womöglich neue Hoffnung im Kampf gegen ALS. Das Team identifizierte eine 19-Protein-Signatur im Blut, die die Erkrankung bereits vor dem Auftreten von Symptomen anzeigen kann. Dieser nicht invasive Nachweis könnte somit ein deutlich früheres Einschreiten und die Erprobung gezielterer Therapien ermöglichen.

Letzteres hat auch die Gruppe von Prof. Dominik Paquet am LMU Klinikum mit Blick auf die Alzheimer-Krankheit zum Ziel. Deshalb entwickelte sie ein neuartiges 3D-Gewebemodell, das krankhafte Prozesse bei Alzheimer realitätsnäher abbilden kann. Eine groß angelegte, internationale Studie hat unterdessen neue genetische Risikofaktoren der Fibromyalgie ans Licht gebracht. Viele der Genvarianten sind an der Funktion von Gehirn und Nerven beteiligt, was auf einen neurologischen Ursprung der Erkrankung hindeutet. Und apropos Ursprung: Eine französische Expertengruppe empfiehlt, die Beurteilung der Spermienmorphologie im Rahmen der männlichen Fertilitätsabklärung deutlich zu vereinfachen. Damit wünsche ich Ihnen ausreichend Nervenstärke für die restliche Woche und eine informative Lektüre!




   Dr. Milo Klesse
   Redakteur Labormedizin

 

 
 
Parkinson: Hautbiopsien ermöglichen Unterscheidung der Body-first- und Brain-first-Subtypen

Parkinson: Hautbiopsien ermöglichen Unterscheidung der Body-first- und Brain-first-Subtypen

Parkinson ist nicht gleich Parkinson: Forschende haben mithilfe von Hautbiopsien unterschiedliche Muster von α-Synuclein-Ablagerungen bei Brain-first- und Body-first-Subtypen identifiziert. Die Ergebnisse könnten den Weg zu einer individuelleren Diagnostik und Therapieplanung ebnen.

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Neue Blutbiomarker sagen den Beginn der ALS voraus

Neue Biomarker im Blut könnten den Beginn einer amyotrophen Lateralsklerose (ALS) bereits Monate bis Jahre vor den ersten Symptomen anzeigen. Eine Langzeitstudie identifizierte eine 19-Protein-Signatur, die künftig den gezielten Einsatz präventiver Therapien ermöglichen könnte.

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Neue Genvarianten liefern Einblicke in die Entstehung der Fibromyalgie

Neue Genvarianten liefern Einblicke in die Entstehung der Fibromyalgie

Ein internationales Forschungsteam hat neue genetische Risikofaktoren identifiziert, die mit dem Fibromyalgie-Syndrom in Verbindung stehen. Sie liefern wichtige Hinweise für ein besseres Verständnis der Erkrankung.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Umfangreiche Gesamtgenomsequenzierung enthüllt das Spektrum und die gesundheitlichen Auswirkungen von De-novo-Mutationen.
Nat Med 07.08.2026

Bewertung der Variabilität bei der Messung von freiem Cortisol im 24-Stunden-Urin: Auswirkungen von Fehlern bei der Probengewinnung.
Clin Chem Lab Med 17.08.2026

Anreicherung mikrobieller zellfreier DNA in der klinischen Metagenomik mittels epigenetischer Filter.
Clin Chem 05.08.2026

 
 

Expertengruppe empfiehlt, die Beurteilung der Spermienmorphologie stark zu vereinfachen

Eine französische Expertengruppe hat eine klinische Leitlinie für die Beurteilung der Spermienmorphologie im Rahmen der männlichen Fertilitätsabklärung erarbeitet. Aufgrund der enormen Variabilität der Verfahren und mangelnder Evidenz empfiehlt sie eine deutliche Vereinfachung der Diagnostik.

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Gewebekügelchen des Gehirns: Neuartiges 3D‑Gewebemodell für Alzheimer entwickelt

Gewebekügelchen des Gehirns: Neuartiges 3D‑Gewebemodell für Alzheimer entwickelt

Ein Forschungsteam des LMU Klinikums hat ein neues 3D-Gewebemodell entwickelt, das krankhafte Prozesse bei Alzheimer realitätsnäher abbilden und die Erforschung der Erkrankung beschleunigen könnte.

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NACHRICHTEN:

Mit „LipidLibrarian“ steht Forschenden nun eine neue Open-Source-Plattform zur Verfügung, die sämtliche öffentlich-zugänglichen Lipiddaten automatisiert zusammenführt.
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Die Zahl der Maserninfektionen ist unter Trumps US-Regierung explodiert. Trotzdem will der Präsident Empfehlungen für Kinder­impfungen erneut streichen lassen.
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Ein potenzielles Krebsmedikament könnte neuesten Beobachtungen zufolge auch ein hochwirksamer antiviraler Wirkstoff sein.
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TERMINE:

Onkologisches Symposium: Vom Biomarker zur Therapie
16. Oktober 2026
München

7. Deutsches Point-of-Care Testing Symposium
15.–17. März 2027
Leipzig

27th European Congress of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine
16.–20. Mai 2027
London (Großbritannien)

 
 

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