Ausgabe 4/2026

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Mittwoch, 21. Januar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Menschen geben mitunter nicht nur die eigenen Gene an ihre Nachkommen weiter. Werden virale Sequenzen in Folge einer Infektion in das Wirtsgenom integriert, so reisen diese unter Umständen als blinde Passagiere mit in die nächste Generation. Einen direkten Nachweis dafür, dass das bei humanen Herpesviren (HHV) der Fall ist, lieferte jüngst eine Studie der Universität Wien. Die Forschenden konnten die Genome von HHV-6A und B in menschlichen Überresten nachweisen, die mehr als 2000 Jahre alt waren. Damit lässt sich die Evolution dieser Viren während ihrer Koexistenz mit dem Menschen bis in die Eisenzeit zurückverfolgen.
Bleiben wir bei den Herpesviren: Das Epstein-Barr-Virus (EBV), auch bekannt als HHV-4, gilt als mitverantwortlich für eine Reihe von Krebs- und Autoimmunerkrankungen, darunter die Multiple Sklerose (MS). Doch die Infektion allein führt in der Regel nicht zum Ausbruch der MS. Wie Forschende der Universität Zürich zeigen, spielen auch genetische Risikofaktoren eine wichtige Rolle. Dazu zählt insbesondere der HLA-DR15-Haplotyp, der im Rahmen einer EBV-Infektion die Programmierung der autoreaktiven Immunzellen gegen die Myelinbestandteile begünstigt.
Eine internationale Forschungsarbeit zeigt darüber hinaus, dass die Alzheimer-Biomarker p-tau217, GFAP und NfL bereits in wenigen Tropfen Blut aus der Fingerspitze präzise nachgewiesen werden können. Damit ließen sich diese und potenziell auch andere neurodegenerative Krankheiten mit einem Stich in die Fingerspitze barrierefreier diagnostizieren und beobachten. Noch ist die Methode allerdings nicht für die klinische Anwendung validiert.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und viel Spaß beim Stöbern. Bleiben Sie gesund!




   Milo Klesse
   Redaktion Labormedizin

 

 
 
Genetischer Risikofaktor und Virusinfektion tragen gemeinsam zur Multiplen Sklerose bei

Genetischer Risikofaktor und Virusinfektion tragen gemeinsam zur Multiplen Sklerose bei

Multiple Sklerose wird durch eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus mitverursacht. Daneben spielen aber auch bestimmte Genvarianten eine wichtige Rolle. Wie Forschende der Universität Zürich zeigen, führt erst das molekulare Zusammenspiel von Umwelt- und genetischen Risikofaktoren zur Entwicklung der Autoimmunerkrankung.

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Fingerstich-Bluttest: Alzheimer-Biomarker künftig auch aus der Ferne messbar

Eine internationale Studie zeigt erstmals, dass Alzheimer-Biomarker zuverlässig über einfache Blutproben aus der Fingerspitze nachweisbar sind. Die Proben können zu Hause entnommen und ohne Kühlung oder Vorverarbeitung an Labore geschickt werden.

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SCLC: Zirkulierende Tumorzellen sagen Ansprechen auf Tarlatamab vorher

SCLC: Zirkulierende Tumorzellen sagen Ansprechen auf Tarlatamab vorher

Tarlatamab wirkt nur bei Tumoren, die das Zielantigen DLL3 exprimieren. Das ist nicht bei allen Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom (SCLC) der Fall. Welche Patienten von der Immuntherapie profitieren, kann mittels zirkulierender Tumorzellen vorhergesagt werden, wie eine neue Studie zeigt.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Zirkulierende Metaboliten, Genetik und Lebensstilfaktoren im Zusammenhang mit dem zukünftigen Risiko für Typ-2-Diabetes
Nat Med 14.01.2026

Nachweis der PD-1- und CD28-Expression in Lymphozyten mittels Durchflusszytometrie
J Appl Lab Med 16.01.2026

Integration von bildgebungs- und sequenzierungsbasierter Spatial Omics-Kartierung auf demselben Gewebeschnitt mittels DBiTplus
Nat Methods 15.01.2026

Sechsfarbige Multiplex-Digital-PCR-Assays für umfassendes Screening und Identifizierung mehrerer Treibermutationen, die mit der Pankreas-Karzinogenese assoziiert sind
Clinical Chemistry 09.01.2026

 
 

Projekt GUARDIAN: KI-gestützter Kampf gegen resistente Bakterien

Antibiotikaresistente Bakterien, insbesondere aus der Gruppe der Enterobakterien, bedrohen weltweit die öffentliche Gesundheit. Diese Bakterien können ihre Widerstandsfähigkeit gegen Medikamente durch den Austausch von Erbmaterial weitergeben. Diesem Probleme widmet sich das Projekt GUARDIAN.

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Biosensoren: Mit leuchtenden GPCRs Licht ins Dunkel bringen

Biosensoren: Mit leuchtenden GPCRs Licht ins Dunkel bringen

Einem Forschungsteam der Universitätsmedizin Mainz ist es gelungen, erstmals in lebenden Zellen zu beobachten, wie G-Protein-gekoppelte Rezeptoren auf Wirkstoffe reagieren.

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NACHRICHTEN:

Am Uniklinikum Würzburg kam kürzlich erstmals ein neuer Radiotracer zur Diagnostik des Primären Hyperaldosteronismus zum Einsatz. Die ersten „First-in-Human“-Daten sind vielversprechend.
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Ein neues Forschungsprojekt der Uniklinik Freiburg und der Charité in Berlin widmet sich der Rolle von CHIP-Mutationen bei Patienten mit Vorhofflimmern. Ziel ist eine personalisierte Behandlung.
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TERMINE:

35th Annual Meeting of the Society for Virology
17.03.– 20.03.2026
Heidelberg

12. Mitteldeutsche Laborkonferenz
23.04. – 24.04.2026
Weimar

Deutscher Kongress für Laboratoriumsmedizin 2026
30.09. – 02.10.2026
Hamburg

 
 

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