SCLC: Zirkulierende Tumorzellen sagen Ansprechen auf Tarlatamab vorher16. Januar 2026 Die Isolierung von Tumorzellen aus dem Blut von Krebspatienten kann Aufschluss darüber geben, welche Therapie für sie in Frage kommt. Symbolbild: angellodeco/stock.adobe.com Tarlatamab wirkt nur bei Tumoren, die das Zielantigen DLL3 exprimieren. Das ist nicht bei allen Patienten mit Kleinzelligem Lungenkarzinom (SCLC) der Fall. Welche Patienten von der Immuntherapie profitieren, kann mittels zirkulierender Tumorzellen vorhergesagt werden, wie eine neue Studie zeigt. Tarlatamab gehört zur Klasse der bispezifischen T-Zell-Engagern (BiTEs) und bindet neben dem T-Zellrezeptor CD3 auch den Delta-like-Liganden 3 (DLL3). In den USA hat der Wirkstoff vergangenen November die volle Zulassung für die Behandlung des kleinzelligen Lungenkarzinoms (SCLC) erhalten, in der EU gilt bislang nur eine Orphan Designation. Ein Forschungsteam des Mass General Brigham Cancer Institute (USA) hat nun herausgefunden, dass das Expressionslevel von DLL3 auf zirkulierenden Tumorzellen (CTCs) das Ansprechen der Patienten auf die Immuntherapie vorhersagen kann. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden in der Fachzeitschrift „Cancer Discovery“ veröffentlicht. DLL3+ Tumorzellen im Blut als Biomarker „Die Isolierung von Krebszellen aus dem Blut birgt ein enormes Potenzial, immunbasierte Krebstherapien auf die Patienten abzustimmen. Unsere Arbeitsgruppe hat moderne biotechnologische Verfahren zur Aufreinigung dieser zirkulierenden Tumorzellen entwickelt“, erklärt Studienleiter und Korrespondenzautor Daniel Haber, Direktor des Krantz Family Center for Cancer Research. „So konnten wir bereits einiges über die Biologie dieser Zellen lernen. Bislang fehlte uns jedoch ein Test mit direkter klinischer Relevanz. In dieser Studie ist uns das unserer Ansicht nach gelungen.“ Obwohl mit Tarlatamab in klinischen Studien vielversprechende Ergebnisse erzielt werden konnten, verzeichnen etwa die Hälfte der SCLC-Patienten innerhalb von sechs Monaten nach Therapiebeginn einen Progress. Grund dafür könnte sein, dass, entgegen bisherigen Annahmen, nicht alle Tumoren gleichermaßen DLL3 exprimieren. Tatsächlich stellten Haber und seine Kollegen fest, dass nur die Hälfte der 20 untersuchten Patienten DLL3+ Krebszellen im Blut aufwiesen – und genau diese Patienten sprachen auf Tarlatamab an. Die Analyse der DLL3-Expression auf CTCs vor Therapiebeginn erreichte eine Sensitivität von 85 Prozent und eine Spezifität von 100 Prozent. „Unsere Arbeit könnte dazu beitragen, vorherzusagen, welche Patienten mit SCLC voraussichtlich auf Tarlatamab ansprechen. Möglicherweise lässt sich das auch auf andere gegen DLL3 gerichtete Antikörper, von denen sich einige in der Entwicklung befinden, übertragen“, ergänzt Co-Korrespondenzautor Justin Gainor, Programmdirektor des Zentrums für Thoraxkarzinome am Mass General Brigham Cancer Institute. (mkl)
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