Ausgabe 9/2026

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Mittwoch, 25. Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

letzte Woche hatte ich über die strebsame Suche nach geeigneten Biomarkern gesprochen und auf die Bedeutung der Liquid Biopsy im Kontext von Krebserkrankungen hingewiesen. Zwei aktuelle Studien aus dem Bereich der Uro-Onkologie unterstreichen beispielhaft das Potenzial der zirkulierenden Tumor-DNA (ctDNA) im fortgeschrittenen Stadium oder adjuvanten Setting.

Doch wie sieht es mit der Krebsprävention aus? Auf dem Deutschen Krebskongress vergangene Woche in Berlin hat sich gezeigt, dass der Erfolg solcher blutbasierten Tests zumindest in der Darmkrebsvorsorge bislang ausbleibt. Denn aktuell verfügbare Tests liefern für fortgeschrittene Adenome eine Sensitivität von gerade einmal 12–13 Prozent, für kolorektale Karzinome im Stadium I liegt sie immerhin bei etwa 60 Prozent. PD Dr. Christian Pox schließt daraus, dass Adenome vermutlich keine ausreichende Menge an DNA abgeben, die mit derzeitigen Methoden zuverlässig detektiert werden kann.

Ob sich dieser Umstand künftig durch die Optimierung oder Neuentwicklung von Technologien, den Einsatz von Multi-Omics und eine bessere Datenintegration ändern lässt? Darüber waren sich die anwesenden Experten uneins. Auch deshalb, weil sich immer wieder die Frage nach dem Bedarf stellt. Schließlich nutzen die besten Screening-Verfahren nichts, wenn sie nicht in Anspruch genommen werden. Dafür müsste allerdings zunächst geklärt werden, wer denn wann Anspruch auf eine Vorsorge haben soll – eine Frage, die ebenfalls im Fokus einiger Diskussionen stand.

Doch natürlich beschränkt sich der Nutzen von Flüssigbiopsien nicht nur auf die Onkologie. In der Neurologie wird ebenso eifrig nach neuen Möglichkeiten der Früherkennung gesucht. Und bei Schwangeren könnten Biomarker im Blut offenbar eine Einschätzung des späteren Herz-Kreislauf-Risikos ermöglichen. Die Herausforderung besteht wohl darin, aus der wachsenden Datenflut die klinisch relevanten Informationen herauszufiltern.

Eine informative Lektüre und eine gute restliche Woche wünscht Ihnen




   Milo Klesse
   Redaktion Labormedizin

 

 
 
Etablierte Verfahren bleiben vorerst Standard bei der Darmkrebsvorsorge

Etablierte Verfahren bleiben vorerst Standard bei der Darmkrebsvorsorge

Die Darmkrebsvorsorge verbessern – aber wie? Mit dieser Frage beschäftigten sich Experten auf dem Deutschen Krebskongress 2026. Großer Hoffnungsträger ist beispielsweise das Mikrobiom, allerdings kommen bisherige Analysen, ebenso wie blutbasierte Testverfahren, nicht an die nötige Sensitivität bei frühen Stadien und Vorstufen.

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Zirkulierende Tumor-DNA aus Flüssigbiopsie spiegelt Behandlungserfolg bei mCRPC wider

Mithilfe sequenzieller Flüssigbiopsien lassen sich Merkmale zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) identifizieren, die mit einem Behandlungserfolg bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs (mCRPC) unter Cabazitaxel-Therapie assoziiert sind. Dies ist das Ergebnis einer britisch-italienischen Forschungsarbeit.

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Schwangerschaft als „Frühwarnsystem“ für die Herzgesundheit

Schwangerschaft als „Frühwarnsystem“ für die Herzgesundheit

Frauen, die im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft erhöhte sFlt-1-Werte aufweisen, haben laut neuen Erkenntnissen ein erhöhtes Risiko für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Grenzwerte für Störungen durch HämolyseIkterus und Lipämie bei der Bestimmung von Serum-β-Hydroxybutyrat
J Appl Lab Med 09.02.2026

Präanalytische Optimierung von zellfreier DNA und aus extrazellulären Vesikeln gewonnener DNA zum Nachweis von Mutationen in Flüssigbiopsien
Mol Oncol 22.02.2026

Hochauflösende Einzelzell-Metabolomik ermöglicht durch ionenmobilitätsaufgelöste Massenzytometrie
Nat Methods 09.02.2026

Fortschritte in der Technologie zur Blutgruppen-Genotypisierung und deren klinischen Anwendungen
Clin Chem 18.02.2026

 
 

Hodenkrebs: Status zirkulierender Tumor-DNA mit hoher Aussagekraft für das Überleben nach Therapie

US-Wissenschaftler haben den klinischen Nutzen von zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) bei Patienten mit Hodenkrebs untersucht. Das Ergebnis: Der ctDNA-Status im Fenster minimaler Resterkrankung (minimal residual disease, MRD) nach der Therapie sagte das Über­leben nach Orchiektomie und retroperitonealer Lymphknotendissektion (RPLND) voraus.

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Blutbasierte Biomarker bei MS: Erkrankungsform und Erstmanifestation bestimmen Aussagekraft

Blutbasierte Biomarker bei MS: Erkrankungsform und Erstmanifestation bestimmen Aussagekraft

Das saure Gliafaserprotein (GFAP) und die Neurofilament-Leichtkette (NfL) können bei schubförmiger Multipler Sklerose (MS) helfen, eine bleibende Verschlechterung der Behinderung (CDW) vorherzusagen. Ob dies bei progressiver MS (PMS) auch gelingt, war bislang unklar.

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NACHRICHTEN:

Ein Verbot von Ethanol in Desinfektions­mitteln hätte für den Gesundheitsbereich weitreichende Folgen. Zumindest hat sich die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) inzwischen für den Einsatz von Ethanol ausgesprochen.
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An der Universität Konstanz soll bis 2027 ein neues Single Cell Centre eingerichtet werden, das auch der medizinischen Diagnostik in der Region zugutekommen könnte.
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TERMINE:

35th Annual Meeting of the Society for Virology
17.– 20. März 2026
Heidelberg

12. Mitteldeutsche Laborkonferenz
23.–24. April 2026
Weimar

ASCO Annual Meeting 2026
29. Mai – 02. Juni 2026
Chicago, USA

 
 

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