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Liebe Leserinnen und Leser,
letzte Woche hatte ich über die strebsame Suche nach geeigneten Biomarkern gesprochen und auf die Bedeutung der Liquid Biopsy im Kontext von Krebserkrankungen hingewiesen. Zwei aktuelle Studien aus dem Bereich der Uro-Onkologie unterstreichen beispielhaft das Potenzial der zirkulierenden Tumor-DNA (ctDNA) im fortgeschrittenen Stadium oder adjuvanten Setting.
Doch wie sieht es mit der Krebsprävention aus? Auf dem Deutschen Krebskongress vergangene Woche in Berlin hat sich gezeigt, dass der Erfolg solcher blutbasierten Tests zumindest in der Darmkrebsvorsorge bislang ausbleibt. Denn aktuell verfügbare Tests liefern für fortgeschrittene Adenome eine Sensitivität von gerade einmal 12–13 Prozent, für kolorektale Karzinome im Stadium I liegt sie immerhin bei etwa 60 Prozent. PD Dr. Christian Pox schließt daraus, dass Adenome vermutlich keine ausreichende Menge an DNA abgeben, die mit derzeitigen Methoden zuverlässig detektiert werden kann.
Ob sich dieser Umstand künftig durch die Optimierung oder Neuentwicklung von Technologien, den Einsatz von Multi-Omics und eine bessere Datenintegration ändern lässt? Darüber waren sich die anwesenden Experten uneins. Auch deshalb, weil sich immer wieder die Frage nach dem Bedarf stellt. Schließlich nutzen die besten Screening-Verfahren nichts, wenn sie nicht in Anspruch genommen werden. Dafür müsste allerdings zunächst geklärt werden, wer denn wann Anspruch auf eine Vorsorge haben soll – eine Frage, die ebenfalls im Fokus einiger Diskussionen stand.
Doch natürlich beschränkt sich der Nutzen von Flüssigbiopsien nicht nur auf die Onkologie. In der Neurologie wird ebenso eifrig nach neuen Möglichkeiten der Früherkennung gesucht. Und bei Schwangeren könnten Biomarker im Blut offenbar eine Einschätzung des späteren Herz-Kreislauf-Risikos ermöglichen. Die Herausforderung besteht wohl darin, aus der wachsenden Datenflut die klinisch relevanten Informationen herauszufiltern.
Eine informative Lektüre und eine gute restliche Woche wünscht Ihnen
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