Ausgabe 18/2026

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Mittwoch, 29. April 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

ob jung oder alt – krank werden können wir jederzeit. Manchmal kommen wir sogar schon krank auf die Welt. Schuld sind daran meistens – wie so oft – die Gene. Ein Beispiel dafür ist der neonatale Diabetes. Britische Forschende haben kürzlich zwei neue Gene aufgedeckt, die ursächlich für diese seltene Form des Diabetes sind. Das Besondere an ihnen: Sie kodieren nicht für Proteine, sondern für kleine RNA-Moleküle, die Teil des Spleißapparates sind. So beeinflussen die Genvarianten potenziell rund 800 weitere Gene!

Damit Neugeborenen und Kindern mit solchen seltenen Erkrankungen schnell und angemessen geholfen werden kann, bedarf es einer frühzeitigen und präzisen genetischen Diagnostik. Ein Forschungsteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat deshalb das Projekt „AI-LIGHTS“ ins Leben gerufen. Ärztinnen und Ärzte der MHH sind zudem an einem weiteren Projekt beteiligt. „PREDICT-CTD“ stellt die Diagnostik von Kollagenosen in den Fokus, zu denen eine Reihe von seltenen Erkrankungen zählen, die mitunter ebenfalls genetisch bedingt sein können.

Und auch bei Krebs spielt die Genetik natürlich eine entscheidende Rolle. Viele onkogene Treibermutationen sind bereits bekannt. Einer aktuellen Studie zufolge könnten Onkogene wie BRCA1/2 allerdings einem breiteren Spektrum an Krebsarten zugrunde liegen als bislang angenommen. Auch die oben genannten Erkenntnisse lassen vermuten, dass das Potenzial an Übeltätern bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Unvorstellbar, dass die Wissenschaft bis vor nicht allzu langer Zeit davon überzeugt war, 98 Prozent unseres Genoms seien „Junk“ …

Glücklicherweise eröffnen sich bei der Krebsfrüherkennung ebenfalls neue Möglichkeiten, beispielsweise durch die Infrarotspektroskopie. Deshalb viel Spaß beim Lesen und Stöbern! Einen unbeschwerten Tanz in den Mai wünscht Ihnen




   Milo Klesse
   Redaktion Labormedizin

 

 
 
RNA als Übeltäter: Genetische Ursache für neonatalen Diabetes aufgedeckt

RNA als Übeltäter: Genetische Ursache für neonatalen Diabetes aufgedeckt

Ein britisches Forschungsteam hat zwei neue Gene als Ursache eines neonatalen autoimmunen Diabetes identifiziert. Das Besondere daran: Die Gene kodieren nicht für Proteine, sondern RNA-Moleküle.

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Neue Maßstäbe für die metagenomische Mikrobiomanalyse

Ein Forschungsteam der RWTH Aachen hat eine wichtige Methode der metagenomischen Mikrobiomanalyse systematisch auf Potenzial und Grenzen geprüft. Die Ergebnisse sollen ein präziseres Verständnis davon ermöglichen, welche Bakterien den menschlichen Darm besiedeln und wie sie unsere Gesundheit beeinflussen.

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Seltene Autoimmunerkrankungen: Routinediagnostik für Kollagenosen gesucht

Seltene Autoimmunerkrankungen: Routinediagnostik für Kollagenosen gesucht

Ein niedersächsisches Forschungsteam arbeitet an der Entwicklung von präziseren Diagnoseverfahren für Kollagenosen. Im Fokus stehen dabei zwei Typen von Immunreaktionen. Das Programm „zukunft.niedersachsen“ unterstützt die Such nach der Routinediagnostik mit 2,7 Millionen Euro.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Entschlüsselung eines klinischen Gerinnungsparadoxons: Die investigative Rolle des Labors.
J Appl Lab Med 15.04.2026

Next-Generation Disease Profiling durch Integration von Histopathologie mit räumlichen Multi-Omics-Daten.
Am J Pathol 20.04.2026

Ubiquitinierung von Glykogen und Metaboliten in Zellen und Geweben.
Nature 22.04.2026

Forensische DNA-Extraktion aus zersetztem menschlichem Weichgewebe: Optimierung mittels Ethanolbehandlung und tensidbasierter Lysebedingungen.
Forensic Sci Int 09.04.2026

 
 

Molekulare Signatur für aggressives Wachstum von Kopf-Hals-Tumoren entdeckt

Forschende aus Heidelberg und München haben die genetische Aktivität knospender Karzinome des Kopf-Hals-Bereichs untersucht. In den Tumorknospen fanden sie ein charakteristisches Muster der Genaktivität.

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InfraRed Molecular Fingerprinting: Neuer Weg zur Krebsfrüherkennung

InfraRed Molecular Fingerprinting: Neuer Weg zur Krebsfrüherkennung

Mithilfe der Infrarotspektroskopie wollen Münchner Forschende die Früherkennung von Krebs anhand einer Blutprobe ermöglichen. Die Entwicklung des sogenannten „InfraRed Molecular Fingerprinting“ wird nun von der Wilhelm Sander-Stiftung gefördert.

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NACHRICHTEN:

Ein deutsches Forschungsteam arbeitet an der Entwicklung eines Schnelltests für Vancomycin-resistente Enterococcus faecium (VRE). Er soll die Resistenzmechanismen zuverlässig erfassen und die Diagnose vereinfachen.
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Klingt wie „Science-Fiction“, ist aber real: Das KIWI Biolab an der TU Berlin ist ein vollautomatisiertes Labor, das mithilfe von KI und Robotern eigenständig Versuche und Analysen durchführt.
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Forschende der ETH Zürich haben mit „Grimace“ ein KI-basiertes System entwickelt, dass die Überwachung und das Scoring von Versuchstieren standardisieren und verbessern soll.
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