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Liebe Leserinnen und Leser,
ob jung oder alt – krank werden können wir jederzeit. Manchmal kommen wir sogar schon krank auf die Welt. Schuld sind daran meistens – wie so oft – die Gene. Ein Beispiel dafür ist der neonatale Diabetes. Britische Forschende haben kürzlich zwei neue Gene aufgedeckt, die ursächlich für diese seltene Form des Diabetes sind. Das Besondere an ihnen: Sie kodieren nicht für Proteine, sondern für kleine RNA-Moleküle, die Teil des Spleißapparates sind. So beeinflussen die Genvarianten potenziell rund 800 weitere Gene!
Damit Neugeborenen und Kindern mit solchen seltenen Erkrankungen schnell und angemessen geholfen werden kann, bedarf es einer frühzeitigen und präzisen genetischen Diagnostik. Ein Forschungsteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat deshalb das Projekt „AI-LIGHTS“ ins Leben gerufen. Ärztinnen und Ärzte der MHH sind zudem an einem weiteren Projekt beteiligt. „PREDICT-CTD“ stellt die Diagnostik von Kollagenosen in den Fokus, zu denen eine Reihe von seltenen Erkrankungen zählen, die mitunter ebenfalls genetisch bedingt sein können.
Und auch bei Krebs spielt die Genetik natürlich eine entscheidende Rolle. Viele onkogene Treibermutationen sind bereits bekannt. Einer aktuellen Studie zufolge könnten Onkogene wie BRCA1/2 allerdings einem breiteren Spektrum an Krebsarten zugrunde liegen als bislang angenommen. Auch die oben genannten Erkenntnisse lassen vermuten, dass das Potenzial an Übeltätern bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Unvorstellbar, dass die Wissenschaft bis vor nicht allzu langer Zeit davon überzeugt war, 98 Prozent unseres Genoms seien „Junk“ …
Glücklicherweise eröffnen sich bei der Krebsfrüherkennung ebenfalls neue Möglichkeiten, beispielsweise durch die Infrarotspektroskopie. Deshalb viel Spaß beim Lesen und Stöbern! Einen unbeschwerten Tanz in den Mai wünscht Ihnen
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