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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Nephrologie,
wenn ein neues Antibiotikum auf den Markt kommt, dauert es oft nicht lange, bis die ersten Resistenzen auftreten. Forscher der Pennsylvania State University, USA, haben herausgefunden, dass der Wirkstoff Sevelamer, der üblicherweise zur Bindung von überschüssigem Phosphor im Blut von Dialysepatienten mit chronischer Nierenkrankheit verschrieben wird, bei Mäusen auch Off-Target-Antibiotika binden konnte. „Wir haben festgestellt, dass Sevelamer als Anti-Antibiotikum wirken kann, indem es die unerwünschten Antibiotika Vancomycin und Daptomycin – zwei häufig verschriebene Antibiotika – im Darm einfängt und so die Resistenzentwicklung verhindert, ohne die systemische Wirksamkeit der Antibiotika zu beeinträchtigen“, kommentiert der korrespondierende Autor Prof. Amir Sheikhi.
Auch eine neue Übersichtsarbeit aus China hat sich mit Nierenkrankheiten befasst. Die Studie über lange nicht-kodierende RNAs (lncRNAs) unterstreicht deren Rolle bei der Entwicklung, Diagnose und potenziellen Behandlung einer akuten Nierenfunktionseinschränkung und chronischer Nierenkrankheit.
Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Forscher der Universität von Arkansas, USA, haben herausgefunden, dass das PKD1-Gen, das für die polyzystische Nierenerkrankung beim Menschen verantwortlich ist, auch in Anemonen vorkommt. Da PKD-1 in Nierenzellen als Flüssigkeitssensor fungiert und für das Gehör von Säugetieren notwendig ist, deutet diese neue Erkenntnis laut den Wissenschaftlern auf eine evolutionär alte Rolle von PKD-1 bei der Wahrnehmung von Flüssigkeitsbewegungen hin, die bereits vor dem gemeinsamen Vorfahren von Säugetieren und Seeanemonen vor mehr als 580 Millionen Jahren existierte.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und eine schöne Restwoche.
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