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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Onkologie,
in der Regel gelten Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von mehr als 60 ml/min als Cisplatin-tauglich. Im Österreichischen Innsbruck fiel der Uro-Onkologin PD Dr. Renate Pichler auf, dass an ihrer Klinik, wo eine Messung routinemäßig auch über den 24-h-Harn erfolgt, im Vergleich zu anderen Zentren ein relevant höherer Anteil an Chemo-tauglichen Patienten erfasst wird. In einer multizentrischen Studie zu Blasenkrebs-Patienten stellte sie zusammen mit Kollegen fest, dass bei jenen, deren Serumwerte nach Serumformeln für die Kreatinin-Clearance im Graubereich zwischen 40 und 59 ml/min lagen, die aus dem 24-h-Urin ermittelte Kreatinin-Clearance bei mehr als 80 Prozent über 60 ml/min betrug. Damit liegt die Vermutung nahe, dass ein signifikanter Anteil der Patienten aufgrund einer alleinigen Serum-Messung nicht richtig eingestuft wird und im schlimmsten Fall untertherapiert ist.
Wie hoch ist das Risiko für ein Rezidiv eines Mundhöhlentumors oder eines Oropharynxkarzinoms? Einer aktuellen US-amerikanischen Studie zufolge könnte ein auf einer Mundspülung basierender Nachweis von Biomarkern im Speichel helfen, das Rezidive vorherzusagen. War der Gesamtproteinspiegel verdoppelt, stieg das Rezidivrisiko um schätzungsweise 65 Prozent und bei einem 3-fach erhöhten CD44-Wert war es um geschätzt 62 Prozent erhöht.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und eine schöne erste Septemberwoche!
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