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Liebe Leserinnen und Leser,
offenbar gibt es schon lange die Theorie , dass mechanischer Druck in engen Blutgefäßen Krebszellen aggressiver machen könnte. Belege dafür fanden jetzt australische Wissenschaftler. Melanom-Zellen, die sich durch feine künstliche Kanäle – ähnlich Kapillaren – durchquetschen mussten, verformten sich und zeigten bei der Analyse Proteine, die mit der Metastasierung und stammzellähnlichem Verhalten assoziiert sind. Darin sehen die Wissenschaftler Hinweise darauf, dass der mechanische Stress die Melanom-Zellen zu diesen neuen Zustand umprogrammiert hat. Experimente zu Brustkrebs deuten in dieselbe Richtung,
Doch nun zur diesjährigen World Conference on Lung Cancer (WCLC), die vom 6. bis zum 9. September in Barcelona stattgefunden hat. Dort präsentierten chinesische Forscher Daten, wonach sich bei Patienten mit Kleinzelligem Lungenkrebs im limitierten Stadium der Einsatz einer konsolidierenden Immuntherapie mit einem Monitoring zirkulierender Tumor-DNA feiner einstellen und individuell gestalten lässt. Eine andere Studie macht deutlich, dass viele Informationen im Gespräch zwischen Arzt und Lungenkrebs-Patient nicht richtig ankommen. Das liegt sicherlich mit daran, dass sich Informationen in emotional stark aufgeladenen Situationen schwerer verarbeiten lassen, aber den Patienten macht offensichtlich auch die für Laien komplexe medizinische Fachsprache zu schaffen.
Bis zu welchem Alter ist ein Lungenkrebs-Screening sinnvoll? Offenbar hängt das davon ab, ob ein älterer Mensch noch fit genug für eine Operation wäre. Dieses Ergebnis präsentierten britische Wissenschaftler beim WCLC. Eine andere Lungenkrebsstudie, die allerdings nicht in Barcelona vorgestellt wurde, spricht für einen günstigen Einfluss von GLP-1-Rezeptoragonisten beim Nicht-kleinzelligen Lungenkrebs – im Mausmodell zeigte sich ein direkter Einfluss des Wirkstoffs auf das Tumormilieu.
Mehr Lebensqualität für krebskranke Kinder und Jugendliche soll eine sechsmonatige Sport- und Bewegungstherapie bringen. Das entsprechende Projekt BEPPO wird mit knapp 7,4 Millionen Euro über 3,5 Jahre vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert. Aber damit es jungen Menschen, die ihre Krebserkrankung überstanden haben, auch in ihrem späteren Leben gut geht, ist eine langfristige, effiziente und passgenaue Nachsorge wichtig. In einer Übersichtsarbeit dazu haben Wissenschaftlerinnen aus Dresden mehr als 13.000 Publikationen zu diesem Themenbereich analysiert und daraus 32 Empfehlungen extrahiert.
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Ich wünsche Ihnen eine schöne Spätsommerwoche!
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