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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Onkologie,
Impfstoffe zählten seit ihrer Erfindung zu den schlagkräftigsten Instrumenten, die die Medizin zu bieten hat. Ein nun in einer Phase-I-Studie erprobter Neoantigen-DNA-Impfstoff erwies sich jetzt bei Frauen mit triple-negativem Brustkrebs nicht nur als sicher, sondern führte bei 16 von 18 Behandelten (87,5%) auch zur Rezidivfreiheit nach drei Jahren, auch wenn Immunreaktionen nur bei 14 Behandelten beobachtet worden waren. Eine Analyse historischer Daten ergab hingegen eine Rate von etwa 50 Prozent unter Patientinnen, die ausschließlich die Standardbehandlung erhalten hatten. In laufenden randomisierten Studien wird dies im direkten Vergleich getestet.
Ob eine Immuntherapie bei triple-negativem Brustkrebs hilft, untersuchten US-Wissenschaftler mithilfe der quantitativen Systempharmakologie. Mit diesem mathematischen Modell stellten sie fest, dass Messungen aus Tumorbiopsien oder Blutproben, die vor Beginn der Behandlung entnommen wurden, nur begrenzt in der Lage waren, Rückschlüsse auf die Behandlungsergebnisse zuzulassen. Nach Beginn der Behandlung vorgenommene Messungen (On-Treatment-Biomarker) waren dagegen besser geeignet, den Erfolg vorherzusagen. Dies galt allerdings nicht für die Messung von PD-L1 und dem Vorhandensein von Lymphozyten im Tumor – diese Marker erbrachten eine bessere Leistung, wenn sie vor Beginn der Behandlung ermittelt wurden.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und eine schöne Herbstwoche!
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