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Liebe Leserinnen und Leser,
ist eine Therapie einmal zugelassen, scheint damit oft auch die Dosierung in Stein gemeißelt zu sein. Wie eine aktuelle Studie zum Melanom belegt, kann es sich aber durchaus lohnen, in weiteren Studien das Finetuning zu untersuchen. Die verblüffenden Ergebnisse aus Schweden belegen, dass – in Kombination mit Nivolumab – eine geringere Dosis Ipilimumab nicht nur deutlich weniger Nebenwirkungen verursacht, sondern auch zu einem besseren Tumoransprechen und einer längeren Überlebenszeit führt. Der Hintergrund: Aufgrund der starken Nebenwirkungen von Ipilimumab sind Mediziner dort zunehmend zu einem Schema mit reduzierter Ipilimumab-Dosis übergegangen: „In Schweden haben wir eine größere therapeutische Freiheit bei der Wahl der Dosierung, während in vielen anderen Ländern aufgrund von Erstattungsvorgaben nur die von den Zulassungsbehörden festgelegten Dosen angewendet werden dürfen“, so Studienleiterin Hildur Helgadottir. Möglicherweise sind die besseren Ergebnisse mit geringerer Dosis darauf zurückzuführen, dass aufgrund der besseren Sicherheit und Verträglichkeit mehr Dosen verabreicht werden konnten.
Das Spannendste von der ASH-Jahrestagung aus ihren jeweiligen Fachgebieten stellen wie jedes Jahr die Experten des in Köln ansässigen Kompetenznetzes Maligne Lymphome in kurzen Videoberichten vor. Ebenfalls aus Köln kommen Befunde der Deutschen CLL-Studiengruppe: Ihre auf dem ASH 2025 präsentierten Ergebnisse der CLL17-Studie belegen, dass die zeitlich auf ein Jahr begrenzten Kombinationen Venetoclax-Obinutuzumab und Venetoclax-Ibrutinib in der Erstlinie gegenüber der dauerhaften Behandlung mit Ibrutinib hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens nicht unterlegen sind.
Können wir Urothelkarzinome eines Tages per Impfstoff ebenso reduzieren, wie das mittlerweile bei HPV-bedingten Krebserkrankungen möglich zu sein scheint? Darauf deuten Ergebnisse aus England hin, die zeigen, dass Blasenkrebs durch „Kollateralschäden“ gefördert werden könnte, die entstehen, wenn das körpereigene Immunsystem das BK-Polyomavirus bekämpft.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien entspannte Weihnachtstage und einen guten Rutsch! Nach einer kleinen Winterpause melden wir uns dann am 13. Januar zurück.
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