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Liebe Leserinnen und Leser,
die Künstliche Intelligenz (KI) durchsetzt unseren Alltag in einem erstaunlichen Tempo – jetzt muss man schon zu Tricks greifen, um bei der Google-Suche nicht an oberster Stelle ein KI-generiertes Ergebnis angezeigt zu bekommen. Einerseits kann ein solches die Arbeit enorm beschleunigen, andererseits ist es keine gute Idee, es ungeprüft einfach so zu übernehmen – schließlich können fehlerhafte Informationen zugrunde liegen.
Da kann KI, die auf soliden validierten Daten trainiert wurde, deutlich mehr leisten: Mit einem neuen KI-System namens Hetairos ist es nun möglich, Tumore des zentralen Nervensystems anhand von Standard-Gewebeschnitten in 12 Miuten (plus 1–2 Tage für Präparation und Digitalisierung) statt in 12 Tagen sicher zu klassifizieren. Dabei erreicht Hetairos eine Trefferquote von 68 Prozent, während fünf erfahrene Neuropathologen im Durchschnitt auf 30 Prozent kamen. Ging es um die jeweils drei wahrscheinlichsten Diagnosen, kam die KI auf 84 Prozent, während die Fachärzte bei etwa 50 Prozent lagen. Hierzulande soll Hetairos molekulare Analysen nicht ersetzen, sondern gezielt ergänzen und beschleunigen.
Eine genaue Klassifizierung ist auch beim Endometriumkarzinom wichtig, und zwar des jeweiligen Risikoprofils: Unterschieden wird zwischen low, intermediate, high-intermediate und high risk. Je nach Risiko variiert die Behandlung bekanntlich deutlich, was jüngst Eingang in die aktualisierte S3-Leitlinie gefunden hat.
Auch aus der Hämatologie gibt es Neuigkeiten: Die DKMS präsentierte auf dem Kongress der European Hematology Association in Stockholm neue Evidenz zur Prophylaxe der Graft-versus-Host-Erkrankung mit Anti-T-Lymphozyten-Globulin bei der Stammzelltransplantation von nicht verwandten Spendern. Ihre GRAPPA-Studie zeigte eine sehr niedrige therapiebedingte Sterblichkeit von sieben Prozent innerhalb der ersten zwei Jahre, was Seniorautor Prof. Johannes Schetelig als Meilenstein einordnet.
Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie in diesem Newsletter, auf unserem Nachrichtenportal sowie in der aktuellen Ausgabe unserer Zeitschrift KOMPAKT ONKOLOGIE. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und eine schöne Sommerwoche!
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