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Liebe Leserinnen und Leser,
eine Krebstherapie gegen verschiedene Tumorarten, die kein gesundes Gewebe angreift – klingt zu schön, um wahr zu sein. Den Sprung zum Menschen muss der neue Therapie-Ansatz, den Wissenschaftler der University of California, Irvine, ersonnen haben, in der Tat auch erstmal bewältigen. Doch die Ergebnisse bei Modellen für ein Spektrum von Krebsarten (teils Mausmodelle), darunter Brust-, Dickdarm-, Lungen-, Eierstock-, Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs, erscheinen vielversprechend. Bei den getesteten Substanzen handelt es sich um Glykan-abhängige T-Zell-Rekrutierer (GlyTR, ausgesprochen „Glitter“), GlyTR1 und GlyTR2. Diese Verbindungen heften sich wie ein Klettverschluss an Glykan-reiche Krebszellen, während sie normale Zellen mit geringer Glykan-Dichte ignorieren. Haben sie sich einmal angeheftet, markieren die GlyTR-Verbindungen die Krebszellen als Angriffspunkte für die Abtötung durch das körpereigene Immunsystem.
Das körpereigene Immunsystem spielt auch die Hauptrolle bei dem Versuch, bei Frauen mit Vorstufen eines Zervixkarzinoms vor weiteren Läsionen dieser Art zu schützen. Ein Cochrane-Review kommt zu dem Ergebnis, dass wenn betroffene Frauen kurz vor, während oder kurz nach einer Konisation gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft wurden, dies möglicherweise ihr Risiko senkt, ein zweites Mal Krebsvorstufen der Stufe CIN2+ zu entwickeln. Auch wenn die Evidenz noch lückenhaft ist, raten einige Mediziner ihren Konisations-Patientinnen seit geraumer Zeit zur HPV-Impfung.
Ob sich eine Rolle von HPV-Impfstoffen eines Tages auch beim HPV-bedingten Oropharynxkarzinom ergeben wird, bleibt abzuwarten. Klar ist hingegen laut einer aktuellen Studie, dass eine verkürzte und weniger intensive Strahlen- und Chemotherapie ebenso wirksam ist wie das Standardvorgehen – bei weniger Nebenwirkungen.
Mehr zu diesen und weiteren Studien lesen Sie in diesem Newsletter, auf unserem Nachrichtenportal und in unserer Zeitschrift KOMPAKT ONKOLOGIE.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Herbstwoche!
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