Liebe Leserinnen und Leser,
was schon so lange diskutiert wird, soll nun endlich Wirklichkeit werden: Vor wenigen Wochen hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Einführung eines nationalen Lungenkrebs-Screenings in Deutschland beschlossen. Teilnahmeberechtigt werden Personen sein, die zwischen 50 und 75 Jahre alt sind und über mindestens 25 Jahre hinweg stark geraucht haben beziehungsweise auf einen Konsum von 15 Packungsjahren kommen. Der Startschuss für das deutsche Screening-Programm wird laut dem G-BA wahrscheinlich im April kommenden Jahres fallen.
In anderen Ländern existieren zwar bereits seit Längerem Lungenkrebs-Screening-Programme, doch hier sei noch einiges nachzujustieren, wie Referenten auf der gerade zu Ende gegangenen World Conference on Lung Cancer in Barcelona (Spanien) berichteten. Zur Diskussion gestellt wurden dabei eine Erweiterung der Altersgrenze auf 80 Jahre (Großbritannien) und die stärkere Berücksichtigung einer besonderen Hochrisikogruppe (USA). Worum es dabei genau geht, können Sie in dieser Woche in unserem Newsletter nachlesen. Weitere Berichte vom diesjährigen WCLC finden Sie dann in der nächsten Ausgabe unserer Zeitschrift KOMPAKT PNEUMOLOGIE, die im Oktober erscheinen wird.
In Barcelona beim WCLC vorgestellt wurden auch Ergebnisse einer Patientenbefragung durch die Organisation Lung Cancer Europe (LuCE). Die Ergebnisse sind erschreckend : Viele Betroffene fühlen sich nicht gut informiert und daher nicht dazu in der Lage, gemeinsam mit ihrem Arzt Entscheidungen über das therapeutische Vorgehen zu treffen. Gründe für den Mangel an Informiertheit gibt es der Umfrage zufolge einige, doch einer sticht besonders hervor: Erklärungen, in denen Mediziner sich vorwiegend medizinischer Fachsprache bedienen und die deshalb den meisten Patienten nicht helfen.
Auf eine allgemein verständliche Ausdrucksweise umzuschalten, fällt sicher nicht leicht, wenn der Tag voll ist mit Konsultationen, dem Lesen von Fachliteratur, Arztbriefen und ähnlichen Aufgaben, bei denen Fachtermini unerlässlich sind. Doch den meisten Patienten wäre es sehr viel wert, wenn man sich im Gespräch mit ihnen um Allgemeinverständlichkeit bemühen würde.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Restwoche!
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