Liebe Leserinnen und Leser,
kürzlich berichteten wir über eine aktuelle Untersuchung aus den USA, die dortzulande einen Vaping-Abwärtstrend unter Teenagern belegt. Neben entsprechenden Kampagnen machen die Autoren auch die mediale Konfrontation mit EVALI (E-cigarette or vaping product use-associated lung injury) ab dem Jahr 2019 für diese Entwicklung verantwortlich. Die Berichterstattung über EVALI wirkte in den USA offenbar abschreckend – vor allem auf Jugendliche, die noch niemals gedampft hatten.
Anders verläuft die Entwicklung offenbar in Deutschland, wie die gerade vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) veröffentlichte Drogenaffinitätsstudie 2025 zeigt: Der Erhebung zufolge hat der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten unter deutschen Jugendlichen und jungen Erwachsenen seit dem Jahr 2021 deutlich zugenommen – wie übrigens auch der Zigarettenkonsum. Immer beliebter werden offenbar auch Nikotinbeutel, obwohl sie hierzulande gar nicht verkauft werden dürfen.
Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Prof. Hendrik Streeck, sieht in der aktuellen Drogenaffinitätsstudie „ein klares Warnsignal“. Ein besonderer Dorn im Auge sind ihm die in Vaping-Liquids verwendeten Aromastoffe: Dass diese seiner Meinung nach gezielt junge Menschen ansprechen sollen und dass er darin gewissermaßen eine Marketingstrategie der herstellenden Industrie sieht, wurde bereits in Streeks Keynote Lecture beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) deutlich.
Die DGP indessen sieht in der aktuellen Drogenaffinitätsstudie des BIÖG nicht nur ein Warnsignal, sondern auch einen Appell, Maßnahmen zur Prävention und den Jugendschutz in diesem Kontext konsequent weiterzuverfolgen. Und dies ist entscheidend: Denn es wäre bitter, wenn es erst Ereignisse wie die Häufung von EVALI-Fällen in den USA bräuchte, damit die Konsumzahlen auch in Deutschland zurückgehen.
Einzelheiten zur Drogenaffinitätsstudie 2025 und weitere Neuigkeiten aus der Pneumologie finden Sie in unserem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal.
Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche,
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