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Liebe Leserinnen und Leser,
schlechter Schlaf kann sehr belastend sein. Menschen mit chronischen Schmerzen sind besonders oft von quälend langen und unerholsamen Nächten betroffen, was sich wiederum negativ auf die Schmerzproblematik auswirkt. Kann das „Schlafhormon“ Melatonin helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen? Eine aktuelle Metaanalyse liefert Anzeichen dafür. Die Sensitivitätsanalyse von Studien mit höherer Qualität deutet an, dass melatoninhaltige Präparate nicht nur die Schlafqualität verbessern, sondern auch chronische muskuloskelettale Schmerzen lindern könnten. Bei Patienten mit akuten postoperativen Schmerzen scheint hingegen kaum eine analgetische Wirkung vorhanden zu sein.
Als mögliche Mechanismen diskutieren die Autoren neben der Verbesserung des Schlafs auch Einflüsse auf die zentrale Sensibilisierung und entzündliche Prozesse, die vielen chronischen Schmerzen zugrunde liegen. Wie so oft braucht es jedoch größere Studien, um die Evidenzbasis zu stärken. Außerdem sind längere Beobachtungszeiten vonnöten – die eingeschlossenen Untersuchungen hatten einen Zeithorizont von maximal 90 Tagen. Die längerfristige Sicherheit und Wirkung kann somit bislang nicht beurteilt werden. Dennoch halten die Studienautoren die bisherigen Erkenntnisse für ausreichend, um melatoninhaltige Präparate als Ergänzung zu bestehenden Behandlungen in Erwägung zu ziehen.
Aber wie ist es eigentlich mit der Evidenz zu den üblichen konservativen Maßnahmen bei chronischen Schmerzen – im Speziellen bei unspezifischen chronischen Kreuzschmerzen? Dieser Frage ging eine Gruppe internationaler Forschender unter Leitung von Prof. Daniel Belavy aus Bochum nach. Anhand einer Netzwerk-Metaanalyse untersuchte sie die Effektivität nicht chirurgischer Maßnahmen gegen chronische Rückenschmerzen im Zeitverlauf. Ihr Fazit: Massagen, Bewegungstherapie oder Akupunktur können die Beschwerden zwar für wenige Wochen lindern – langfristig waren aber keine überzeugenden Vorteile erkennbar. Laut Belavy brauche es daher mehr Ansätze, um die Betroffenen dazu zu befähigen, sich selbst zu helfen, beispielsweise in Form von Gesundheitscoachings.
Lesen Sie weitere spannende Meldungen aus der Schmerzmedizin im heutigen Newsletter. Einen guten Start in diese erneut heiße Woche, in der Sie hoffentlich dennoch erholsamen Schlaf finden, wünscht
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