Ausgabe 29/2026

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Montag, 13. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

schlechter Schlaf kann sehr belastend sein. Menschen mit chronischen Schmerzen sind besonders oft von quälend langen und unerholsamen Nächten betroffen, was sich wiederum negativ auf die Schmerzproblematik auswirkt. Kann das „Schlafhormon“ Melatonin helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen? Eine aktuelle Metaanalyse liefert Anzeichen dafür. Die Sensitivitätsanalyse von Studien mit höherer Qualität deutet an, dass melatoninhaltige Präparate nicht nur die Schlafqualität verbessern, sondern auch chronische muskuloskelettale Schmerzen lindern könnten. Bei Patienten mit akuten postoperativen Schmerzen scheint hingegen kaum eine analgetische Wirkung vorhanden zu sein.

Als mögliche Mechanismen diskutieren die Autoren neben der Verbesserung des Schlafs auch Einflüsse auf die zentrale Sensibilisierung und entzündliche Prozesse, die vielen chronischen Schmerzen zugrunde liegen. Wie so oft braucht es jedoch größere Studien, um die Evidenzbasis zu stärken. Außerdem sind längere Beobachtungszeiten vonnöten – die eingeschlossenen Untersuchungen hatten einen Zeithorizont von maximal 90 Tagen. Die längerfristige Sicherheit und Wirkung kann somit bislang nicht beurteilt werden. Dennoch halten die Studienautoren die bisherigen Erkenntnisse für ausreichend, um melatoninhaltige Präparate als Ergänzung zu bestehenden Behandlungen in Erwägung zu ziehen.

Aber wie ist es eigentlich mit der Evidenz zu den üblichen konservativen Maßnahmen bei chronischen Schmerzen – im Speziellen bei unspezifischen chronischen Kreuzschmerzen? Dieser Frage ging eine Gruppe internationaler Forschender unter Leitung von Prof. Daniel Belavy aus Bochum nach. Anhand einer Netzwerk-Metaanalyse untersuchte sie die Effektivität nicht chirurgischer Maßnahmen gegen chronische Rückenschmerzen im Zeitverlauf. Ihr Fazit: Massagen, Bewegungstherapie oder Akupunktur können die Beschwerden zwar für wenige Wochen lindern – langfristig waren aber keine überzeugenden Vorteile erkennbar. Laut Belavy brauche es daher mehr Ansätze, um die Betroffenen dazu zu befähigen, sich selbst zu helfen, beispielsweise in Form von Gesundheitscoachings.

Lesen Sie weitere spannende Meldungen aus der Schmerzmedizin im heutigen Newsletter. Einen guten Start in diese erneut heiße Woche, in der Sie hoffentlich dennoch erholsamen Schlaf finden, wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Hinweise auf analgetische Wirkung von Melatonin bei chronischen Schmerzen

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Die Ergebnisse einer aktuellen Metaanalyse lassen vermuten, dass Melatonin chronische Schmerzen ähnlich effektiv wie klassische Analgetika lindern könnte. Bei akuten postoperativen Schmerzen zeichnet sich hingegen kein Effekt ab.

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Chronische Rückenschmerzen: Viele Therapien helfen – aber nur kurzfristig

Eine internationale Studie zeigt die Grenzen konservativer Behandlungen bei chronischen Rückenschmerzen auf.

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Tierexperimentelle Beobachtung: Schmerzrückbildung ist geschlechtsspezifisch

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Laut neuen Erkenntnissen einer Würzburger Forschungsgruppe unterscheiden sich die Mechanismen der Schmerzrückbildung zwischen den Geschlechtern, obwohl die unmittelbare Reaktion auf eine Verletzung weitgehend gleich ist. 

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Opioidgebrauch und Linderung akuter Schmerzen bei Opioid-naiven Patienten.
JAMA Netw Open 2026;9(7):e2621875.

Die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft und das Risiko für Autismus und/oder ADHS in Geschwister-gematchten Kohorten.
JAMA Intern Med 29.06.2026

Kosteneffektivität von prophylaktisch verabreichtem Naldemedin gegen opioidbedingte Verstopfung bei Krebspatienten.
J Palliat Med 2026;29(7):904–911.

 
 

Schlaf, Schmerz und Fatigue: Wie digitale Technologien die neurologische Versorgung unterstützen könnten

Wearables, Telemedizin und Künstliche Intelligenz: Welche Potenziale bieten digitale Technologien in der neurologischen Versorgung von Betroffenen mit Narkolepsie, ME/CFS und Restless-Legs-Syndrom und wo liegen ihre Grenzen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Studio Session auf dem EAN Congress 2026.

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Mechanismus für Statin-assoziierte Muskelbeschwerden entdeckt

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Warum verursachen Statine Muskelbeschwerden? Eine neue Studie aus Kanada liefert erstmals eine biologische Erklärung für die Statin-assoziierte Myopathie – und eröffnet damit neue Ansätze für potenziell wirksamere, besser verträgliche Therapien.

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KURZMELDUNGEN:

Ein neu entwickelter Score gibt anhand von routinemäßig erhobenen Daten Auskunft über das individuelle Risiko einer schwerwiegenden Statin-assoziierten Muskelerkrankung.
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Mit der Gründung des Landeszentrums Sachsen-Anhalt hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin den bundesweiten Aufbau ihrer Landeszentren abgeschlossen.
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Das Missverhältnis zwischen Behandlungs­bedarf und der tatsächlichen Patienten­versorgung in der Schmerzmedizin wird in den nächsten Jahren weiter massiv zunehmen, so die Prognose des BVSD.
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TERMINE:

Sechstes Passauer Kopfschmerz-Symposium
25. Juli 2026
Passau/online

Kopfschmerzupdate
29. August 2026
Frankfurt a. M.

10th International Conference on Recent Advances in Pain
4.–6. September 2026
Kalkutta (Indien)

3. Jenaer Neurologie Symposium
5. September 2026
Jena

 
 

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