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Liebe Leserinnen und Leser,
Weihnachten steht vor Tür: Das Fest der Lichter, der Geschenke und des guten Essens. So manch einer mag beim Festtagsschmaus über die Stränge schlagen – was prompt mit Unwohlsein und Bauchschmerzen belohnt wird. Symptome, die bei gesunden Personen nach kurzer Zeit wieder abgeklungen sind, gehören für Menschen mit chronischen viszeralen Schmerzen jedoch zum Alltag.
Gerade für sie kann das Weihnachtsessen zum Spießrutenlauf werden. Kommen dann noch negative Erwartungen hinzu, sind die Bauchschmerzen schon fast vorprogrammiert. Denn Nocebo-Effekte sind bei viszeralen Schmerzen deutlich ausgeprägter als bei peripheren Schmerzen, wie die Ergebnisse einer Studie der Universitätsmedizin Essen andeuten. Eine Erkenntnis, die nach Ansicht der Forschenden in der Arzt-Patienten-Kommunikation unbedingt berücksichtigt werden sollte.
Die Furcht vor dem Schmerz stand im Zentrum einer Studie aus Bochum, die auf Menschen mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) fokussierte. Hintergrund ihrer Untersuchung war, dass Betroffene häufig selbst in Ruhephasen der Erkrankung an Bauchschmerzen leiden, wenn der Entzündungsprozess nicht die Ursache sein kann. Hier kommt die schmerzbezogene Furcht ins Spiel, die bei CED-Patientinnen und -Patienten nicht unbedingt stärker ausgeprägt ist, aber dazu zu führen scheint, dass Schmerzen als unangenehmer und indirekt auch als intensiver wahrgenommen werden. Die Studienautoren folgern, dass die wiederkehrenden starken Entzündungsschübe bei CEDs möglicherweise langfristig verändern, wie Schmerz in Abhängigkeit von der Furcht zentral verarbeitet wird.
Wenn Furcht und Schmerz sich gegenseitig verstärken, bleibt dies nicht ohne Folgen für die medikamentöse Therapie. So wundert es nicht, dass ein substanzieller Anteil der CED-Betroffenen langfristig mit Beruhigungs- und Schmerzmitteln behandelt wird. Welche Patienten eine besonders hohe Wahrscheinlichkeit für eine Verschreibung dieser risikobehafteten Medikamentenkombination haben, untersuchte eine britische Forschungsgruppe. Die Studien verdeutlichen: Ein reflektierter Umgang mit Erwartungen, Ängsten und Medikation spielt bei Patienten chronischen Bauchschmerzen beziehungsweise CED eine besondere Rolle.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein Weihnachtsessen ohne Stress und Bauchschmerzen, erholsame Feiertage und einen guten Start in das nächste Jahr. Nach einer kurzen Weihnachtspause freue ich mich darauf, sie ab dem 12. Januar sogar zweimal im Monat mit Neuigkeiten aus der Schmerzmedizin versorgen zu dürfen.
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