Ausgabe 52/2025

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Montag, 22. Dezember 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

Weihnachten steht vor Tür: Das Fest der Lichter, der Geschenke und des guten Essens. So manch einer mag beim Festtagsschmaus über die Stränge schlagen – was prompt mit Unwohlsein und Bauchschmerzen belohnt wird. Symptome, die bei gesunden Personen nach kurzer Zeit wieder abgeklungen sind, gehören für Menschen mit chronischen viszeralen Schmerzen jedoch zum Alltag.
Gerade für sie kann das Weihnachtsessen zum Spießrutenlauf werden. Kommen dann noch negative Erwartungen hinzu, sind die Bauchschmerzen schon fast vorprogrammiert. Denn Nocebo-Effekte sind bei viszeralen Schmerzen deutlich ausgeprägter als bei peripheren Schmerzen, wie die Ergebnisse einer Studie der Universitätsmedizin Essen andeuten. Eine Erkenntnis, die nach Ansicht der Forschenden in der Arzt-Patienten-Kommunikation unbedingt berücksichtigt werden sollte.
Die Furcht vor dem Schmerz stand im Zentrum einer Studie aus Bochum, die auf Menschen mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) fokussierte. Hintergrund ihrer Untersuchung war, dass Betroffene häufig selbst in Ruhephasen der Erkrankung an Bauchschmerzen leiden, wenn der Entzündungsprozess nicht die Ursache sein kann. Hier kommt die schmerzbezogene Furcht ins Spiel, die bei CED-Patientinnen und -Patienten nicht unbedingt stärker ausgeprägt ist, aber dazu zu führen scheint, dass Schmerzen als unangenehmer und indirekt auch als intensiver wahrgenommen werden. Die Studienautoren folgern, dass die wiederkehrenden starken Entzündungsschübe bei CEDs möglicherweise langfristig verändern, wie Schmerz in Abhängigkeit von der Furcht zentral verarbeitet wird.
Wenn Furcht und Schmerz sich gegenseitig verstärken, bleibt dies nicht ohne Folgen für die medikamentöse Therapie. So wundert es nicht, dass ein substanzieller Anteil der CED-Betroffenen langfristig mit Beruhigungs- und Schmerzmitteln behandelt wird. Welche Patienten eine besonders hohe Wahrscheinlichkeit für eine Verschreibung dieser risikobehafteten Medikamentenkombination haben, untersuchte eine britische Forschungsgruppe. Die Studien verdeutlichen: Ein reflektierter Umgang mit Erwartungen, Ängsten und Medikation spielt bei Patienten chronischen Bauchschmerzen beziehungsweise CED eine besondere Rolle.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein Weihnachtsessen ohne Stress und Bauchschmerzen, erholsame Feiertage und einen guten Start in das nächste Jahr. Nach einer kurzen Weihnachtspause freue ich mich darauf, sie ab dem 12. Januar sogar zweimal im Monat mit Neuigkeiten aus der Schmerzmedizin versorgen zu dürfen.




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Ausgeprägte Nocebo-Effekte bei Bauchschmerzen

Ausgeprägte Nocebo-Effekte bei Bauchschmerzen

Eine aktuelle Studie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und der Universitätsmedizin Essen zeigt erstmals experimentell, dass Menschen mit viszeralen Schmerzen besonders anfällig für starke Nocebo-Effekte sind.

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Schmerzen bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen: Angst vor der Empfindung kann eine Rolle spielen

Bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CEDs) treten häufig auch zwischen akuten Schüben abdominelle Schmerzen auf. Dabei spielt möglicherweise eine Veränderung der Art und Weise eine Rolle, wie Betroffene Schmerz in Abhängigkeit von Furcht verarbeiten.

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Sedativa und Schmerzmittel bei CED: Risikofaktoren identifiziert

Sedativa und Schmerzmittel bei CED: Risikofaktoren identifiziert

Vielen Patienten mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CEDs) werden Beruhigungs- und Schmerzmittel verschrieben, darunter häufig auch Langzeitmedikamente, wie eine neue Untersuchung zeigt. Das kann Probleme mit sich bringen – auch für die Compliance bei der CED-Therapie.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Veränderte regionale Gehirnaktivität als Ursache für den höheren Bedarf an postoperativen Analgetika bei abstinenten Rauchern: Eine prospektive Kohortenstudie.
J Neurosci 08.12.2025

Vorübergehende und langfristige Risiken häufiger körperlicher Aktivitäten bei Menschen mit Schmerzen im unteren Rücken.
JAMA Netw Open 2025;8;(12):e2547915.

Medizinisches Cannabis und Opioidverschreibungen bei Erwachsenen mit chronischen Schmerzen.
JAMA Intern Med 08.12.2025

 
 

Rezeptor mit „Gummiband“: Ansatzpunkt für neue Schmerz- und Krebs-Medikamente

Der menschliche P2X4-Rezeptor spielt bei chronischen Schmerzen, Entzündungen und manchen Krebsarten eine zentrale Rolle. Bonner Forschende haben nun einen Mechanismus aufgeklärt, über den sich der Rezeptor hemmen lässt. Die in „Nature Communications“ publizierten Resultate ebnen den Weg zur Entwicklung neuer Medikamente.

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40 Prozent der fMRT-Signale stimmen nicht mit tatsächlicher Hirnaktivität überein

40 Prozent der fMRT-Signale stimmen nicht mit tatsächlicher Hirnaktivität überein

Seit fast drei Jahrzehnten ist die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) eines der Hauptinstrumente der Hirnforschung. Doch eine neue Studie hat herausgefunden, dass es keinen generell gültigen Zusammenhang zwischen dem im MRT gemessenen Sauerstoffgehalt und neuronaler Aktivität gibt.

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KURZMELDUNGEN:

Anlässlich einer Anhörung zum Krankenhausreformanpassungsgesetz appellierte die Deutsche Schmerzgesellschaft erneut, die spezielle Schmertherapie als eigenständige Leistungsgruppe zu verankern.
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Das europäische Konsortium DECIPHER erhält für seine Forschung zur Entschlüsselung der Rolle von stromalen CD90⁺-Zellen bei Neuropathien rund 1,5 Millionen Euro.
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Schmerzmittel aus der Drogerie: Mit einer eigenen Online-Apotheke baut dm seine Ambitionen auf dem Gesundheitsmarkt aus und sagt klassischen Apotheken einmal mehr den Kampf an.
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TERMINE:

Advances in Pain Medicine International Winter Symposium
18.–23. Januar 2026
Tignes, Frankreich

22. Münchner Schmerztag
31. Januar 2026
München

Deutsche Schmerz- und Palliativtage 2026
19.–21. März 2026
Frankfurt a.M.

 
 

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