Sedativa und Schmerzmittel bei CED: Risikofaktoren identifiziert

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Vielen Patienten mit Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CEDs) werden Beruhigungs- und Schmerzmittel verschrieben, darunter häufig auch Langzeitmedikamente, wie eine neue Untersuchung zeigt. Das kann Probleme mit sich bringen – auch für die Compliance bei der CED-Therapie.

Patienten mit einem hohen Risiko für solche Probleme zu identifizieren sei unerlässlich, schreiben die Autoren der aktuellen Arbeit. Nur so lasse sich sicherstellen, dass Betroffene bei Therapien, für die die Ressourcen begrenzt sind (z. B. psychologische Therapien), als Alternative zu potenziell risikobehafteten Verschreibungen Vorrang erhalten.

Häufig notwendig, aber nicht ohne Risiko

Schmerzen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen kommen bei Patienten mit CED häufig vor, was zu einem höheren Konsum von Schmerzmitteln und Sedativa als in der Allgemeinbevölkerung führen kann. Diese Medikamente sind ihrerseits mit dem Risiko einer erhöhten Mortalität und einer paradoxen Verschlimmerung der Schmerzen assoziiert. Eine Folge können auch Unterbrechungen der CED-Behandlung sein. Die langfristige sowie die gleichzeitige Verschreibung verschiedener Medikamente erhöhen zudem die Wahrscheinlichkeit für eine Atemdepression sowie für Abhängigkeit und Überdosierung.

Anhand eines großen, national repräsentativen Datensatzes (Clinical Practice Research Datalink) untersuchten britische Ärzte die jährliche Prävalenz von allen langfristig (mehr als 90 Tage für Opioide; mehr als 28 Tage für Sedativa) und gleichzeitig verschriebenen Opioiden, Gabapentinoiden und Sedativa bei Erwachsenen mit neu auftretender CED. Der Untersuchungszeitraum lag zwischen Januar 2010 und Dezember 2019. Mittels multivariabler Regressionsanalysen ermittelten die Forschenden darüber hinaus auch die Prädiktoren für eine langfristige oder gleichzeitige Verschreibung.

Verschreibungsrate bei etwa 20 Prozent

Von 17.388 Personen erhielten mehr als 20 Prozent jedes Jahr Rezepte für Schmerzmittel oder Beruhigungsmittel. Die jährliche Prävalenz für Opioide und Gabapentinoide nahm zu (13,6 –14% bzw. 2,5 –5,6%), während die Prävalenz für Beruhigungsmittel stabil blieb (8,4%). Auch die langfristigen Verschreibungen stiegen für starke Opioide (3,6 –4,6%), schwache Opioide (3,6–3,7%) und Beruhigungsmittel (4,2–4,4%).

Zwischen 4,2 und 6,9 Prozent der Patienten pro Jahr erhielten gleichzeitig Opioide, Gabapentinoide und/oder Beruhigungsmittel. Weibliches Geschlecht, Tabakkonsum, ein höheres Alter bei der Diagnose, Morbus Crohn und die zusätzliche Diagnose einer entzündlichen Arthropathie, eines Reizdarmsyndroms, einer Fibromyalgie oder einer Angsterkrankung/Depression korrelierten signifikant mit der langfristigen und/oder gleichzeitigen Verschreibung von Opioiden oder Sedativa.

(bi)