Ausgabe 26/2026

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Montag, 22. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die Migränetherapie entwickelt sich aktuell in zwei Richtungen – und genau darin liegt ein Problem. Auf der einen Seite wachsen die Zahl der Therapieoptionen und die Evidenz. So deuten aktuelle Daten aus den USA beispielsweise darauf hin, dass Gepante sowohl in der Akuttherapie als auch in der Prophylaxe der vestibulären Migräne einen relevanten Nutzen haben könnten. Damit könnte die Substanzklasse der CGRP-Antagonisten künftig auch dort eine therapeutische Lücke schließen, wo bislang häufig nur empirisch behandelt wird.

Auf der anderen Seite befürchten die Deutsche Gesellschaft für Neurologie und die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, dass das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz den therapeutischen Fortschritt zunichtemachen könnte: Dieses sieht nämlich vor, alle Substanzen, die in den CGRP-Signalweg eingreifen, in einer Gruppe zusammenzufassen, das günstigste Präparat zur „Leitsubstanz“ zu machen und einen Wechsel auf andere Substanzen zu erschweren. Dabei ist den Fachgesellschaften zufolge aber gerade die individuelle Auswahl der medikamentösen Behandlung entscheidend für den Erfolg der Migränetherapie. Chronifizierungen, Einschränkungen in der Produktivität und psychische Komorbiditäten wie Depressionen könnten die Folge sein und damit das Ziel der Sparpolitik konterkarieren.

Die Diskussion sollte deshalb weniger um einzelne Wirkstoffe als vielmehr um die Frage kreisen, wie individualisierte Migränetherapie tatsächlich umgesetzt werden kann. Dass inzwischen für viele Patienten wirksame Akut- und Prophylaxetherapien zur Verfügung stehen, ist ein großer Fortschritt. Nur sollten diese Optionen auch zielführend eingesetzt werden können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und einen guten Start in die Woche!




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Neue Studie deutet auf Wirksamkeit von Gepanten gegen vestibuläre Migräne

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Die vestibuläre Migräne ist durch Schwindelattacken und Migräne-Kopfschmerzen gekennzeichnet. Frühere Studien deuteten eine Wirksamkeit der CGRP-Inhibitoren an. Laut einer kürzlich publizierten Fallserie können möglicherweise auch Gepante gegen die Erkrankungssymptomatik helfen.

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Migräne: Fehlende Therapiefreiheit verschlechtert die Versorgung

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) warnen vor einer Begrenzung der Therapiefreiheit in der Migränebehandlung durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.

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Post-COVID-Syndrom: Blutwäsche zeigt in Studie keinen Nutzen für Betroffene

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Die aktuell in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichte Studie IAMPOCO stellt den Nutzen der Immunadsorption beim Post-COVID-Syndrom (PCS) infrage.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

GABAerge Neuronen des lateralen Septums vermitteln die Wirkungen von Dexmedetomidin auf Allodynie und Schlaf in einem Modell männlicher Mäuser für neuropathischen Schmerz.
Nat Commun 19.06.2026

Sagen psychologische Diagnoseinstrumente die Behandlungsergebnisse der Rückenmarkstimulation voraus?
Reg Anesth Pain Med 03.06.2026

Kreuzschmerzen: Ein Review.
JAMA 15.06.2026

 
 

Neuer IGeL-Monitor: Nutzen von Osteopathie bei Kreuzschmerzen unklar

Auf der Suche nach einer wirksamen Behandlung setzen viele Menschen mit unspezifischen Kreuzschmerzen auf Osteopathie. Doch inwieweit diese tatsächlich wirkt, ist nicht eindeutig belegt. Zu diesem Ergebnis kommt erneut ein Evidenzbericht des IGeL-Monitors des Medizinischen Dienstes Bund.

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G-BA aktualisiert DMP zu chronischem Rückenschmerz

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Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Anpassungen der seit dem Jahr 2019 geltenden Anforderungen an Disease-Management-Programme (DMP) für Versicherte mit chronischem Rückenschmerz beschlossen. Dieses wird bislang allerdings noch gar nicht umgesetzt.

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KURZMELDUNGEN:

Arbeiten, Familie, Geldsorgen: Laut aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts fühlt sich jeder fünfte Mensch in Deutschland besonders gestresst. Insbesondere Frauen und Berufstätige geben an, stark gestresst zu sein.
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Der assistierte Suizid ist in Deutschland erlaubt, doch Fachleute aus Medizin, Rechtswissenschaft und Ethik vermissen dazu ein klares Gesetz. Darum zeigen sie nun in einem Eckpunkte-Papier auf, wie sie sich eine verfassungskonforme Regelung vorstellen.
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Im kürzlich gestarteten EU-Projekt RESOLVE sollen neue Therapien gegen chronische Nervenschmerzen entwickelt werden. Beteiligt sind auch Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.
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TERMINE:

DGS-Schmerzmedizin UP-TO-DATE 2026
27. Juni 2026
Kiel

12th Congress of the European Academy of Neurology
27.–30. Juni 2026
Genf (Schweiz)

40th Annual Evaluation and Treatment of Pain Conference
29. Juni – 2. Juli 2026
Boston (USA)/online

Clusterkopfschmerz – Informations- und Fortbildungstag
4. Juli 2026
Bochum

DGS-Schmerzmedizin UP-TO-DATE 2026
4. Juli 2026
München

 
 

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