Neue Hoffnung bei chronischen Nervenschmerzen: EU-Projekt RESOLVE startet12. Juni 2026 Das Logo des RESOLVE-Konsortiums (Quelle: Prof. Darius Widera) Die Ursache chronischer neuropathischer Schmerzen sind geschädigte Nerven, die dauerhaft Schmerzsignale sende – auch ohne Auslöser. Dort setzt das internationale Forschungsprojekt „Resolve“ an, an dem Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen beteiligt sind. Das Projekt wird im Rahmen der europäischen ERA-NET-NEURON-Initiative mit 1,2 Millionen Euro für zwei Jahre gefördert. Das Konsortium möchte eine neue Therapie entwickeln, die Entzündungsprozesse gezielt beeinflusst, um schmerzverstärkende Mechanismen abzuschwächen und gleichzeitig Reparaturvorgänge im Nervensystem zu fördern. Im Mittelpunkt stehen extrazelluläre Vesikel – winzige Partikel, die von Stamm- und Bindegewebszellen freigesetzt werden und als natürliche Botenstoffe zwischen Zellen des Nervensystems wirken. Sie können Entzündungsreaktionen regulieren und das Immunsystem ins Gleichgewicht bringen. Statt nur Symptome zu lindern, untersuchen die Wissenschaftler die grundlegenden Prozesse, die chronische Schmerzen aufrechterhalten. Am Standort Essen leiten Dr. Fabian Szepanowski von der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Essen und Prof. Bernd Giebel vom Institut für Transfusionsmedizin das Projekt. Szepanowski erforscht seit Jahren Entzündungsprozessen und Regeneration im Nervensystem, Giebel gilt als Experte auf dem Gebiet der extrazellulären Vesikel. Durch die enge Verbindung neuroimmunologischer Forschung mit innovativer Vesikelbiologie entsteht eine synergistische Plattform für die gezielte Weiterentwicklung neuer Therapiestrategien in Richtung klinischer Anwendung. Das Projekt „RESOLVE – Stem Cell-Derived Extracellular Vesicles as Novel Tools for Inflammatory Recalibration and Resolution of Chronic Pain“ vereint Fachleute aus dem Vereinigten Königreich (University of Reading), Deutschland (Universitätsklinikum Essen), Litauen (Centre for Innovative Medicine), Rumänien (University of Craiova) und Kroatien (Biotechunternehmen Labena). Komplementäre Forschungsansätze adressieren die vielfältigen Ursachen neuropathischer Schmerzen und verbinden Ergebnisse aus experimentellen Modellen mit Untersuchungen an Proben von Patienten.
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