Wirkstoffkandidat könnte Wirkung von Levodopa bei Parkinson verbessern27. Juli 2026 Symbolbild © Pixel-Shot/stock.adobe.com Levodopa ist die wichtigste Therapie bei Parkinson, doch mit der Zeit treten häufig Wirkverlust und Dyskinesien auf. Ein präklinischer Wirkstoffkandidat zeigt nun einen möglichen Ansatz, um diese Probleme zu reduzieren. Präklinische Ergebnisse eines Forschungsteams um das aus der University of California San Diego hervorgegangene Start-up Sinopia Biosciences könnten einen neuen Ansatz zur Verbesserung der Levodopa-Therapie bei Parkinson eröffnen. In Tiermodellen verstärkte der Wirkstoffkandidat SB-0110 die Wirkung von Levodopa und verringerte gleichzeitig Levodopa-induzierte Dyskinesien. Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ veröffentlicht. Levodopa gilt nach wie vor als wirksamste medikamentöse Therapie der Parkinson-Krankheit. Mit zunehmender Behandlungsdauer treten jedoch häufig motorische Fluktuationen und Dyskinesien auf. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation lebten bereits 2019 weltweit mehr als 8,5 Millionen Menschen mit Parkinson; innerhalb von 25 Jahren hat sich die Prävalenz der Erkrankung weltweit verdoppelt. Nach neun oder mehr Jahren Levodopa-Therapie entwickeln etwa 70 Prozent der Patientinnen und Patienten motorische Fluktuationen – Phasen, in denen die Symptome zwischen den Medikamenteneinnahmen zurückkehren. Rund 90 Prozent sind zudem von Dyskinesien betroffen. Computermodelle lieferten den Ausgangspunkt Die Entwicklung von SB-0110 basiert auf computergestützten Analysen biologischer Datensätze. Diese deuteten darauf hin, dass der Wirkstoff die für die therapeutische Wirkung von Levodopa relevanten Genaktivitätsmuster erhalten und gleichzeitig biologischen Veränderungen entgegenwirken könnte, die mit Dyskinesien in Verbindung stehen. Ein weiterer Vorteil der Substanz bestand darin, dass sie auf einem älteren Herzmedikament basiert, das außerhalb der USA bereits klinisch eingesetzt wurde. Auch die Zielstruktur des Wirkstoffs – das Signalprotein PKA-II – war bereits als Regulator von Bewegungsabläufen und der dopaminergen Signalübertragung bekannt. Der Wirkstoffkandidat auf dem Prüfstand In der präklinischen Studie untersuchten die Forschenden die Wirkung von SB-0110 in Nagetier- und Primatenmodellen der Parkinson-Krankheit. Hierzu arbeitete Sinopia Biosciences mit akademischen und privaten Partnern zusammen. Die Ergebnisse zeigten, dass SB-0110 Dyskinesien bei einer Levodopa-Therapie signifikant verringerte. Gleichzeitig verbesserte der Wirkstoff bei Tieren, die auf die Levodopa-Behandlung nur unzureichend ansprachen, die Motorik in einem Ausmaß, das einer Dosiserhöhung von Levodopa entsprach – jedoch ohne die dabei üblicherweise verstärkten unwillkürlichen Bewegungen. Ausblick Ob sich die präklinischen Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, muss nun in klinischen Studien untersucht werden. Derzeit werden die für eine Zulassung klinischer Studien erforderlichen toxikologischen Untersuchungen abgeschlossen. Anschließend sollen erste Studien am Menschen beginnen. (lj/BIERMANN) Das könnte Sie zum Thema Parkinson auch interessieren: Mit Magnetfeldern gegen Parkinson? Parkinson: Neue EEG-Signatur könnte Therapien präziser steuern
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