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Liebe Leserinnen und Leser,
ein Unglück kommt selten allein. Dieses Sprichwort trifft allzu oft leider auch auf medizinische Probleme zu und sollte im Krankheitsmanagement berücksichtigt werden. Nun mehren sich auch Hinweise auf Zusammenhänge von chronischen Schmerzen beziehungsweise Migräne mit Bluthochdruck.
Dass Patienten mit Bluthochdruck, die zusätzlich an Migräne leiden, ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko aufweisen, ist bekannt. Seit 2023 wird die Migräne daher in der europäischen Leitlinie zum Hypertoniemanagement als relevante Begleiterkrankung gelistet. Der umgekehrte Zusammenhang – vermehrte Hypertonie bei Migränepatienten – ist hingegen weniger gut erforscht, besonders in der jungen Generation.
Neue Evidenz zu dieser Verbindung erbrachten nun Wissenschaftler aus Israel anhand einer bevölkerungsbasierten Querschnittsstudie mit mehr als zwei Millionen 16- bis 20-Jährigen. In dieser wiesen junge Menschen mit Migräne – je nach Schweregrad der Kopfschmerzerkrankung – drei- bis viermal so häufig eine Hypertonie auf als jene ohne Migräne.
Ebenfalls umstritten ist der Einfluss chronischer Schmerzen allgemein auf die Entwicklung einer Hypertonie. Eine Auswertung von mehr als 200.000 erwachsenen Patienten aus der UK-Biobank mit verschiedensten chronischen Schmerzen entdeckte auch hier eine gesteigerte Prävalenz von Bluthochdruck im Vergleich zu Personen ohne Schmerzerkrankung. Besonders hervorzuheben: Je weiter verbreitet und je ausgeprägter die Schmerzen sind, desto höher ist der Studie zufolge die Wahrscheinlichkeit für einen Bluthochdruck.
Auch wenn beide Studien nur Korrelationen und keine Kausalitäten aufzeigen: Zur frühzeitigen kardiovaskulären Prävention scheint es dennoch ratsam, den Blutdruck von Schmerzpatienten – auch schon in jungen Jahren – im Auge zu behalten.
Lesen Sie die Studiendetails sowie weitere spannende Meldungen aus der Schmerzmedizin im heutigen Newsletter sowie auf unserem Online-Portal. Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Vorweihnachtszeit!
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