Ausgabe 48/2025

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Montag, 24. November 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

ein Unglück kommt selten allein. Dieses Sprichwort trifft allzu oft leider auch auf medizinische Probleme zu und sollte im Krankheitsmanagement berücksichtigt werden. Nun mehren sich auch Hinweise auf Zusammenhänge von chronischen Schmerzen beziehungsweise Migräne mit Bluthochdruck.

Dass Patienten mit Bluthochdruck, die zusätzlich an Migräne leiden, ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko aufweisen, ist bekannt. Seit 2023 wird die Migräne daher in der europäischen Leitlinie zum Hypertoniemanagement als relevante Begleiterkrankung gelistet. Der umgekehrte Zusammenhang – vermehrte Hypertonie bei Migränepatienten – ist hingegen weniger gut erforscht, besonders in der jungen Generation.

Neue Evidenz zu dieser Verbindung erbrachten nun Wissenschaftler aus Israel anhand einer bevölkerungsbasierten Querschnittsstudie mit mehr als zwei Millionen 16- bis 20-Jährigen. In dieser wiesen junge Menschen mit Migräne – je nach Schweregrad der Kopfschmerzerkrankung – drei- bis viermal so häufig eine Hypertonie auf als jene ohne Migräne.

Ebenfalls umstritten ist der Einfluss chronischer Schmerzen allgemein auf die Entwicklung einer Hypertonie. Eine Auswertung von mehr als 200.000 erwachsenen Patienten aus der UK-Biobank mit verschiedensten chronischen Schmerzen entdeckte auch hier eine gesteigerte Prävalenz von Bluthochdruck im Vergleich zu Personen ohne Schmerzerkrankung. Besonders hervorzuheben: Je weiter verbreitet und je ausgeprägter die Schmerzen sind, desto höher ist der Studie zufolge die Wahrscheinlichkeit für einen Bluthochdruck.

Auch wenn beide Studien nur Korrelationen und keine Kausalitäten aufzeigen: Zur frühzeitigen kardiovaskulären Prävention scheint es dennoch ratsam, den Blutdruck von Schmerzpatienten – auch schon in jungen Jahren – im Auge zu behalten.

Lesen Sie die Studiendetails sowie weitere spannende Meldungen aus der Schmerzmedizin im heutigen Newsletter sowie auf unserem Online-Portal. Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Vorweihnachtszeit!




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Erhöhtes Hypertonierisiko bei Jugendlichen mit Migräne

Erhöhtes Hypertonierisiko bei Jugendlichen mit Migräne

Eine landesweite Studie aus Israel hat ergeben, dass Jugendliche mit Migräne dreimal häufiger an Bluthochdruck leiden als Heranwachsende ohne Migräne. Das Risiko war umso höher, je ausgeprägter die Migräne war.

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Chronische Schmerzen als Hypertonietreiber

Eine Analyse der UK Biobank deutet an, dass ausgeprägte chronische Schmerzen einen relevanten Risikofaktor für die Entwicklung eines Bluthochdrucks darstellen. Depressionen scheinen hierbei eine vermittelnde Rolle zu spielen.

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Beurteilung von Schmerzen durch Dritte: Mimik relevanter als verbale Angaben

Beurteilung von Schmerzen durch Dritte: Mimik relevanter als verbale Angaben

Zur Einschätzung der Schmerzen anderer Menschen scheint deren Mimik eine stärkere Rolle zu spielen als ihr verbal geäußertes Empfinden – zumindest wenn bei der schmerzgeplagten Person ein Vorteil durch die Äußerung von Schmerzen vermutet wird.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Perspektiven von Ärzten und Patienten zu Implementierungsbarrieren von PROMs in der Wirbelsäulenversorgung und Schmerztherapie: eine Mixed-Methods-Studie.
BMJ Open Qual 2025;14(4):e003663.

Auswirkungen situativer und sozialer Faktoren auf das Bewegungsverhalten von Patienten mit chronischen unspezifischen Rückenschmerzen beim Durchqueren enger Passagen.
Sci Rep 2025;15(1):41113.

Einarmige Machbarkeitsstudie: Dichloracetat zur Behandlung von Endometriose-bedingten Schmerzen (EPiC1).
Lancet Obstet Gynaecol Womens Health 2025;1(3):e189–e197.

 
 

Leberkrebs: Wie Schmerzmittel Blutarmut begünstigen können

Diclofenac und Parace­tamol erhöhen in Leberkrebszellen die Produktion des Eisen-regulierenden Hormons Hepcidin. Die dadurch gehemmte Eisenaufnahme könnte zu Anämie führen.

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Abdominale Schmerzen aufgrund von Darmerkrankungen: Neue Erkenntnisse bergen vielversprechende Therapieoptionen

Abdominale Schmerzen aufgrund von Darmerkrankungen: Neue Erkenntnisse bergen vielversprechende Therapieoptionen

Neu identifizierte Enzyme und zielgerichtete Nanomedikamente bringen die Forschung der effektiveren Behandlung von Schmerzen bei Darmerkrankungen näher.

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KURZMELDUNGEN:

Barmer und Techniker Krankenkasse haben mit dem Universitätsklinikum Jena einen Qualitätsvertrag geschlossen, um die Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen in Thüringen zu verbessern.
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Die im Rahmen eines EU-finanzierten Pilotprojektes entwickelte App ActiveTEP steht ab sofort für Patienten bereit, die sich einer Hüft-TEP unterziehen. Damit sollen Komplikationen frühzeitig erkannt, Schmerzen reduziert und die Erholung beschleunigt werden.
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TERMINE:

19th European Headache Congress
3.–6. Dezember 2025
Lissabon, Portugal

Advances in Pain Medicine International Winter Symposium
18.–23. Januar 2026
Tignes, Frankreich

20th ESRA Winter Week Conference
18.–23. Januar 2026
Längenfeld, Österreich

 
 

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