Ausgabe 35/2025

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Montag, 25. August 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

chronische Rückenschmerzen bleiben eine große Herausforderung in der Schmerzmedizin – nicht zuletzt, weil sie sich selten monokausal erklären oder behandeln lassen. Drei aktuelle Studien werfen neues Licht auf zentrale Aspekte dieses komplexen Störungsbildes: medikamentöse Risiken, diagnostische Präzision und digitale Versorgungslösungen.

So zeigt eine große US-amerikanische Kohortenstudie deutliche Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für kognitive Störungen bei Patienten, die Gabapentin längerfristig zur Behandlung chronischer Rückenschmerzen einnehmen. Besonders bei jüngeren Menschen verdoppelte sich unter der Medikation die Wahrscheinlichkeit für Demenz oder kognitive Beeinträchtigungen. Auch wenn es sich um eine retrospektive Analyse handelt, regen die Ergebnisse zur kritischen Reflexion der Therapiewahl an – vor allem im Hinblick auf eine mögliche Langzeitanwendung.

Parallel dazu unterstreicht ein deutsch-australisches Forschungsteam den Wert multimodaler Diagnostik. Mithilfe Künstlicher Intelligenz wurde gezeigt, dass eine Kombination aus körperlichen, psychosozialen und bildgebenden Parametern die Aussagekraft bei Rückenschmerzdiagnosen deutlich verbessert. Auffällig: Einige wenige, gezielt ausgewählte Merkmale lieferten verlässlichere Ergebnisse als ganze Datenbatterien – ein Plädoyer für strukturiertes, aber fokussiertes Arbeiten.

Und schließlich zeigt eine groß angelegte US-Studie zur Online-Verhaltenstherapie, dass auch digital vermittelte CBT-Ansätze einen signifikanten Beitrag zur Schmerzlinderung und zur Verbesserung der Lebensqualität leisten können – insbesondere, wenn sie von einem Gesundheitscoach begleitet werden. Gerade angesichts des Fachkräftemangels und regionaler Versorgungsunterschiede könnten solche Programme wertvolle Bausteine der Schmerztherapie der Zukunft sein.

Eine erkenntnisreiche Lektüre und eine sonnige Woche wünscht Ihnen,




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Einschränkungen der kognitiven Funktion durch Gabapentin

Einschränkungen der kognitiven Funktion durch Gabapentin

Einer aktuellen Kohortenstudie zufolge könnte die längerfristige Einnahme von Gabapentin zur Behandlung von chronischen Rückenschmerzen mit Beeinträchtigungen der Kognition und einem erhöhten Demenzrisiko einhergehen. Die Autoren raten daher zur engmaschigen Kontrolle.

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Künstliche Intelligenz verbessert Diagnose chronischer Rückenschmerzen

Multimodale Datenanalysen sorgen für eine gezieltere und objektivere Diagnostik bei Menschen mit chronischen Rückenschmerzen.

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Chronische Schmerzen: Linderung mittels telemedizinischer kognitiver Verhaltenstherapie

Chronische Schmerzen: Linderung mittels telemedizinischer kognitiver Verhaltenstherapie

Kann eine Online-Verhaltenstherapie starke chronische Schmerzen lindern? Eine aktuelle Studie liefert Hinweise auf eine leichte Besserung und mehr Lebensqualität für Betroffene.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Isolierung der Gehirnmechanismen von Erwartungseffekten auf Schmerz: Hinweisreizbasierte Stimulus-Erwartungen versus behandlungsbezogene Placebo-Erwartungen
J Neurosci, 28.07.2025

Eintauchen in die Natur mittels virtueller Realität verringert die Entwicklung und Ausbreitung mechanischer sekundärer Hyperalgesie: Die Rolle der effektiven Konnektivität zwischen Insula und Thalamus
Pain, 23.07.2025

Komorbiditätsanalyse und Clusterbildung bei Endometriose-Patientinnen anhand elektronischer Gesundheitsakten
Cell Reports Medicine, 31.07.2025

 
 

Wirbelsäulenverletzungen und Rückenschmerz: Können Bandagen und Orthesen helfen?  

Bei konservativ zu behandelnden Verletzungen und Brüchen an der Wirbelsäule gibt es bislang wenig Evidenz für Hilfsmittel wie Bandagen und Orthesen. Warum trotzdem ein sehr großes Potenzial in ihnen liegt und was dabei differenziert zu betrachten ist, weiß Prof. Bernd Greitemann, Referent auf dem ZKOS.

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Mehr Schäden als Nutzen durch Knie-Spritzen und Co

Mehr Schäden als Nutzen durch Knie-Spritzen und Co

Wenn Schmerzen in der Schulter, am Knie oder der Hüfte zur Belastung werden, geraten viele Patienten beim Arzt an fragwürdige Therapien. Ihr Nutzen? Die Krankenkassen ziehen ein ernüchterndes Fazit.

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KURZMELDUNGEN:

Die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft plädiert dafür, Musiktherapie als kosteneffizientes Mittel auch in der ambulanten Versorgung stärker einzusetzen.
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Mit einem Fotoprojekt setzt sich die Fotografin Celia Joy Homann für mehr Sichtbarkeit und Aufklärung zur Vulvodynie ein.
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Das Forschungsprojekt MIA–PROM entwickelt eine auf Künstliche Intelligenz gestützte Assistenz, die Patienten beim Erfassen ihres Gesundheitszustands hilft – mit dem Ziel, die Gesundheitsversorgung zu verbessern.

TERMINE:

Deutscher Schmerzkongress 2025
22.–25. Oktober 2025
Mannheim

19. Jahrestagung der Interdisziplinären Gesellschaft für Psychosomatische Schmerztherapie
7.–8. November 2025
Mainz

19th European Headache Congress
3.–6. Dezember 2025
Lissabon, Portugal

 
 

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