Ausgabe 05/2026

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Montag, 26. Januar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

„Pflanzenbasierte Arzneimittel auf Rezept. Apothekenversand ohne Umwege. Delivered by Lieferando“, heißt es auf der Website einer Plattform, die mit der Lieferung von medizinischem Cannabis in ein bis zwei Stunden wirbt. Das Prinzip ist einfach: Erst die gewünschte Apotheke aussuchen, dann für neun Euro online einen medizinischen Fragebogen ausfüllen und das gewünschte Produkt auswählen. Nach Prüfung durch einen Arzt oder Ärztin wird ein entsprechendes Rezept ausgestellt und das Arzneimittel geliefert. Dass diese Praxis extrem anfällig für Missbrauch ist, leuchtet ein. Nun urteilte das Hamburger Landgericht, dass eine solche Werbung unzulässig ist. Die Apothekerkammer Nordrhein hat jüngst eine einstweilige Verfügung gegen den Anbieter erwirkt. Entsprechend wird die Express-Lieferung auf der Website derzeit nicht mehr angeboten. Die kostenlose Abholung in einer entsprechenden Partner-Apotheke und der Versand innerhalb von ein bis zwei Tagen sind allerdings weiterhin möglich.

Angesichts einfacher Möglichkeiten wie dieser, an medizinisches Cannabis zu gelangen, scheint es eine gute Idee der Bundesregierung, das Medizin-Cannabis-Gesetz zu verschärfen. Die Cannabisbranche, aber auch Patientenverbände wie das CannabisSelbsthilfeNetzwerk halten selbstredend dagegen.

Dabei ist die Evidenz zur Wirksamkeit des pflanzenbasierten Arzneistoffes weiter dünn – zumindest hinsichtlich der Behandlung neuropathischer Schmerzen, wie ein aktueller Cochrane-Review erneut aufzeigt. Und: Auch Cannabis birgt ein Abhängigkeitspotenzial – ob nun in der Freizeit oder als Therapeutikum konsumiert. Um eine Cannabiskonsumstörung zu identifizieren, haben Forschende aus Großbritannien die Konsummuster von Jugendlichen und jungen Erwachsenen analysiert. Darauf basierend definierten sie Schwellenwerte für die wöchentliche THC-Einnahme, ab denen Personen in der Regel eine Cannabiskonsumstörung entwickeln. Den Autoren zufolge könnten diese Schwellenwerte zur Entwicklung von Leitlinien für einen risikoarmen Cannabiskonsum beitragen.

Unabhängig von rechtlichen Grauzonen und politischem Regulierungswillen gilt: Medizinisches Cannabis ist kein Lifestyle-Produkt, sondern ein Arzneimittel mit bislang begrenzter Evidenz und relevanten Risiken. Umso wichtiger bleiben eine sorgfältige Indikationsstellung, ärztliche Kontrolle und ein verantwortungsvoller Umgang in der Schmerztherapie.




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Medizinalcannabis per Lieferando? AKNR erwirkt einstweilige Verfügung gegen Anbieter

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Eine Online-Plattform wirbt damit, Medizinalcannabis per Lieferando nach Hause zu liefern. Diese Form der Vermarktung wurde nun vom Landgericht Hamburg untersagt.

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Wie neue Pläne für Medizin-Cannabis polarisieren

Cannabis zu medizinischen Zwecken ist nicht schwer zu bekommen. Die Einfuhren sind verdächtig stark angestiegen. Doch Pläne zur Verschärfung rufen ein geteiltes Echo hervor.

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Wirksamkeit von cannabishaltigen Arzneimitteln bei Nervenschmerzen bleibt unklar

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Medikamente auf Cannabisbasis helfen bei chronischen Nervenschmerzen möglicherweise nicht oder nur wenigen Menschen, scheinen aber häufig unerwünschte Wirkungen zu verursachen. Das zeigt ein jetzt veröffentlichter, aktualisierter Cochrane-Review. Doch die Evidenz ist insgesamt dünn.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Komplexes regionales Schmerzsyndrom und Migräne: Klinische Zusammenhänge und mögliche gemeinsame Ätiologie.
Cephalalgia 2025;45(12):3331024251404910.

Unerwartete Rolle der TNFα-Signalübertragung bei der Linderung postoperativer Schmerzen bei Mäusen.
J Pain Res 2025;18:6057–6063.

Fortschritte in der Schmerzforschung im Jahr 2025 verdeutlichen die Komplexität neuropathischer Schmerzen.
Lancet Neurol 2026;25(1):26–28.

 
 

Studie definiert Schwellenwerte für Cannabiskonsumstörung

Forschende aus Großbritannien haben sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene Schwellenwerte definiert, die zwischen einem noch nicht klinisch relevanten und einem krankhaften Konsum unterscheiden.

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Paracetamol in der Schwangerschaft: Keine Hinweise auf erhöhtes Risiko für Autismus, ADHS oder geistige Behinderungen

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Laut einer neuen umfangreichen Forschungsarbeit gibt es keine Hinweise darauf, dass die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft das Risiko von Autismus, ADHS oder geistiger Behinderung bei Kindern erhöht.

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KURZMELDUNGEN:

Erkältungen, psychische Probleme, Rückenschmerzen: Fehlzeiten von Beschäftigten wegen Krankheit halten sich hartnäckig, wie neue Daten zeigen. Politiker stellen Regelungen wie die telefonische Krankschreibung infrage. Auch neue Modelle werden diskutiert.
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Der Austritt der USA aus der WHO ist seit vergangener Woche wirksam – obwohl ausstehende Beiträge nicht gezahlt wurden. Für WHO-Chef Tedros gibt es durch den Austritt nur Verlierer.
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TERMINE:

International Albanian Pain Conference 2026
06.03.-08.03.2026
Tirana (Albanien)

Med-Cannabis 2026
09.03.-10.03.2026
Krakau (Polen)

Bodenseesymposium Anästhesie · Notfall · Intensiv (BANIS)
08.05.-09.05.2026
Lindau

 
 

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