Ausgabe 40/2025

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Montag, 29. September 2025

Liebe Leserinnen und Leser,
 
worüber Sie in diesem Newsletter keine Meldung finden werden, auch wenn es in den Medien eine riesige Welle von Faktenchecks sowie Klarstellungen von verschiedensten medizinischen Organisationen losgetreten hat: Die neuerlichen Eskapaden des US-Präsidenten Donald Trump, der in der Öffentlichkeit von einem Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft und einem erhöhten Autismus-Risiko bei Kindern fabulierte.
Kommentieren möchte ich die Berichterstattung dazu dennoch. Denn eine unbelegte Verbindung, von der sicherlich viele schwangere Frauen (aus gutem Grund) zuvor nie etwas gehört haben, findet hier meines Erachtens übermäßige Beachtung. Selbst wenn jede Schlagzeile mit einem gleichzeitigen Faktencheck daherkommt: Während Fakten vergessen werden (falls die Faktenchecks überhaupt gelesen wurden), bleibt in den Köpfen der Leserinnen und Leser doch die Verknüpfung „Paracetamol – Autismus“ bestehen.
 
So warnt auch die Bundeszentrale für politische Bildung davor, dass Faktenchecks mitunter zu einer Weiterverbreitung von Desinformationen beitragen könnten. Im aktuellen Fall halte ich es daher für durchaus legitim zu fragen: Hat die Sensationslust à la „Trump gibt mal wieder Unwahrheiten zum Besten“ nicht erst zu einer Bekanntmachung der These hierzulande beigetragen? Ich bezweifle, dass ein relevanter Anteil der hiesigen Bevölkerung mit den Trumpschen Ausführungen konfrontiert worden wäre, wären die deutschen Medien nicht auf den Zug aufgesprungen. Gerade in der medizinischen Kommunikation sollte man sich manchmal vielleicht doch lieber an das Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ halten.
Freuen dürfen Sie sich in diesem Newsletter nun also wieder über eine Auswahl von Meldungen zur Schmerzmedizin, die Ihnen hoffentlich einen echten Mehrwert bringen.
Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Placebos helfen auch bei transparenter Aufklärung

Placebos helfen auch bei transparenter Aufklärung

Medikamente ohne Wirkstoff können Beschwerden lindern – selbst dann, wenn Patienten wissen, dass es sich um ein Placebo handelt. Das zeigt eine internationale Metaanalyse unter Federführung des Universitätsklinikums Freiburg, die in „Scientific Reports“ erschienen ist.

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Fachgesellschaften aktualisieren Leitlinie zur Migränetherapie

Zum Kopfschmerztag 2025 haben die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) eine Aktualisierung der Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“ publiziert.

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DMKG: Moderne Migränetherapien werden zu wenig genutzt

DMKG: Moderne Migränetherapien werden zu wenig genutzt

Seit Jahren sind wirksame und gut verträgliche Migräneprophylaktika verfügbar, deren Anwendung auch von der aktuellen S1-Leitlinie empfohlen wird. Doch viele Menschen mit schwerer Migräne erhalten diese Medikamente erst spät. Das zeigen aktuelle Daten, die die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) auf einer Pressekonferenz vorstellte.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals


Die gezielte Hemmung des Prostaglandin-E2-Rezeptors 2 in Schwann-Zellen unterdrückt entzündliche Schmerzen, jedoch nicht die Entzündung selbst.
Die Darmmikrobiota und Metaboliten verursachen chronische Schmerzen bei Mäusen mit Sichelzellenanämie
Trends bei der Verschreibung von Opioiden und Schmerzwerte bei erwachsenen Krebspatienten in einem großen Gesundheitssystem.
 
 

Cannabis: Möglicher Einfluss auf Fruchtbarkeit bei Frauen mit Kinderwunsch

Die in Cannabis enthaltene Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) wirkt laut einer kanadischen Studie negativ auf Eizellen. Die Ergebnisse deuten potenzielle Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit von Frauen bei In-Vitro-Fertilisation an. Fragen zu den Risiken bei gesunden, jüngeren Frauen und dem zugrundeliegenden Wirkmechanismus bleiben offen.

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Lassen sich Depressionen und Schmerzen über das Ohr bekämpfen?

Lassen sich Depressionen und Schmerzen über das Ohr bekämpfen?

Depressionen, Schlafstörungen, Schmerzen – Millionen Menschen leiden unter langwierigen medizinischen Problemen. Forschende der Hochschule Fresenius und der Universität Düsseldorf arbeiten an einer ungewöhnlichen Lösung. Ausgerechnet das Ohr wird dabei wichtig.

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KURZMELDUNGEN:

Eine Gürtelrose kann schlimmstenfalls eine Post-Zoster-Neuralgie hervorrufen. Schützen kann eine Impfung, doch diese wird im Alter nur selten genutzt, zeigt der aktuelle Arzneimittelreport der Barmer.
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Mit einer Förderung in Höhe von 500.000 Euro unterstützt die Deutsche Arthrose-Hilfe die Erforschung chronischer Arthroseschmerzen an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg.
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Regelmäßige Bewegung ist ein wichtiger Baustein in der Schmerzprävention. In einer aktuellen repräsentativen Befragung unter 2200 Erwachsenen aus Deutschland gab jedoch mehr als ein Drittel an, überhaupt keinen Sport zu treiben.
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TERMINE:

28. Südwestdeutsche Schmerztage
10.–11. Oktober 2025
Göppingen

Deutscher Schmerzkongress 2025
22.–25. Oktober 2025
Mannheim

19. Jahrestagung der Interdisziplinären Gesellschaft für Psychosomatische Schmerztherapie
7.–8. November 2025
Mainz

 
 

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