Ausgabe 14/2026

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Donnerstag, 02. April 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

der Nachrichtenlage entsprechend steht in unserem Newsletter diese Woche die Politik im Mittelpunkt. Am Montag hat die Expertenkommission 66 Empfehlungen zur Sanierung der Kranken­versicherung vorgelegt. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verspricht eine ausgewogene Verteilung der Sparmaßnahmen. Ob die 66 Empfehlungen einen revolutionären Effekt haben werden wie die 95 Thesen, die Martin Luther einst der Sage nach an die Schlosskirche in Wittenberg nagelte, darf schon jetzt bezweifelt werden. Denn kaum waren die Empfehlungen verkündet, ergoss sich eine Flut von empörten Reaktionen in unseren Ticker – neben einigen wohlwollenden, ja hoffnungsvollen Stimmen.

Zu den verärgerten Stimmen gehört die Reaktion des Berufsverbandes der Deutschen Urologie (BvDU): „Die Sparpläne der GKV-Finanzkommission führen zum Desaster für Patientinnen und Patienten“, hieß es dort. Es werde „Wunschmedizin zum Schnäppchenpreis“ versprochen, „und niemand sagt die Wahrheit“, nämlich dass diese nicht bezahlbar sei. Gespart werde auf Kosten der Leistungsträger. Pikant, dass aktuelle Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung – passend zur Diskussion einen Tag nach der Expertenkommission mitgeteilt – einen deutlichen Einbruch der realen Jahresüberschüsse der Praxen belegen.

Doch vergessen wir vor lauter Politik nicht die Wissenschaft. Eine aktuelle „Lancet“-Studie zeigt, dass bei Nierensteinpatienten ein Verhaltenstraining das Urinvolumen langfristig erhöhen kann. Leider ist dadurch das Risiko eines Rezidivs aber nicht gebannt. Die Autoren schließen dann auch, dass es vielleicht nicht richtig ist, „von allen Patienten das gleiche Flüssigkeitsziel zu verlangen“. Individuellere Strategien müssten her – auch in diesem Bereich der Urologie.

Der Patient und sein Befinden stehen auch im Mittelpunkt einer neuen multizentrischen Studie zum lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom. Unter Düsseldorfer Leitung soll hier geprüft werden, ob es für die langfristigen Therapieergebnisse eine Bedeutung hat, wenn zusätzlich zur Behandlung in einem zertifizierten Prostatakrebszentrum regelmäßig die Selbsteinschätzung der Patienten erhoben wird.

Eine spannende Lektüre und frohe Ostertage wünscht Ihnen

   

   Ihr
   Markus Schmitz
   Dipl.-Biol. Redaktion Urologie

 

 
 
„Desaster für die Patienten“

„Desaster für die Patienten“

Keine Rettung, sondern Demontage: Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) rechnet mit den Sparplänen der Bundesregierung für die Gesetzliche Krankenversicherung mit drastischen Worten ab.

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Viel Kritik, aber auch Zustimmung zu Sparvorschlägen für das Gesundheitswesen

Empfehlungen für eine Reform, die höhere Krankenkassenbeiträge abwenden soll, liegen auf dem Tisch. Die Koalition will jetzt beraten, welche Sparvorschläge für das Gesundheitswesen sie umsetzt – und bekommt schon Gegenwind.

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Reale Jahresüberschüsse der Praxen 2023 im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen 

Reale Jahresüberschüsse der Praxen 2023 im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen 

Unter Berücksichtigung der Inflationsrate sind die realen Jahresüberschüsse der rund 80.000 ärztlichen und 29.000 psychotherapeutischen Praxen im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 13,3 Prozent gesunken. Das geht aus einer Vorabinformation zum „Praxis-Panel“ des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hervor.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Therapeutische Wirksamkeit der Gemcitabin/Docetaxel-Erhaltungstherapie bei Patienten mit nicht muskelinvasivem Blasenkrebs nach initialer Bacillus-Calmette-Guérin-Induktion
Urol Oncol, 23.03.2026

Einzelzell- und räumliche Transkriptomprofilierung enthüllt funktionelle Zustände des Epithels und Fibroblastenphänotypen bei hormontherapienaivem lokalisierten Prostatakrebs
Cancer Res, 25.03.2026.

Carboplatin, Cabazitaxel und Abirateron bei metastasiertem kastrationssensitiven Prostatakrebs mit hohem Tumorvolumen: Die Phase-II-Studie CASCARA
Clin Cancer Res, 25.03.2026

 
 

Wiederauftreten von Nierensteinen: Verhaltensintervention kann das Urinvolumen langfristig erhöhen

Laut einer Studie des Duke Clinical Research Institute (USA) kann ein Verhaltenstraining zur Förderung der Flüssigkeitsaufnahme das Risiko des Nierenstein-Rezidivs zwar nicht senken, aber das Urinvolumen langfristig erhöhen.

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Prostatakrebstherapie mit Selbsteinschätzungen der Patienten verbessern

Prostatakrebstherapie mit Selbsteinschätzungen der Patienten verbessern

Eine neue multizentrische Studie soll überprüfen, ob die Erhebung von Patient Reported Outcome Measures (PROMs) in Kombination mit der Behandlung an zertifizierten Krebszentren die Langzeitergebnisse nach Therapie eines lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinoms verbessern kann.

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WEITERE NACHRICHTEN:

Nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Anpassung der Krankenhausreform im Bundesrat warnen führende Organisationen vor erheblichen Risiken für die Qualität der onkologischen Versorgung in Deutschland.
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Wissen und ärztliche Empfehlung prägen HPV-Impfbereitschaft bei Erwachsenen. Das ergibt eine Studie aus der Schweiz.
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TERMINE:

AKO Symposium „Was ändert sich in der Uro-Onkologie“
15.04.2026
online

71. Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie
16.04.-17.04.2026
Essen

SWDGU Bootcamp
16.04.-18.04.2026
Böblingen

 
 

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