|
Liebe Leserinnen und Leser,
der Nachrichtenlage entsprechend steht in unserem Newsletter diese Woche die Politik im Mittelpunkt. Am Montag hat die Expertenkommission 66 Empfehlungen zur Sanierung der Krankenversicherung vorgelegt. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verspricht eine ausgewogene Verteilung der Sparmaßnahmen. Ob die 66 Empfehlungen einen revolutionären Effekt haben werden wie die 95 Thesen, die Martin Luther einst der Sage nach an die Schlosskirche in Wittenberg nagelte, darf schon jetzt bezweifelt werden. Denn kaum waren die Empfehlungen verkündet, ergoss sich eine Flut von empörten Reaktionen in unseren Ticker – neben einigen wohlwollenden, ja hoffnungsvollen Stimmen.
Zu den verärgerten Stimmen gehört die Reaktion des Berufsverbandes der Deutschen Urologie (BvDU): „Die Sparpläne der GKV-Finanzkommission führen zum Desaster für Patientinnen und Patienten“, hieß es dort. Es werde „Wunschmedizin zum Schnäppchenpreis“ versprochen, „und niemand sagt die Wahrheit“, nämlich dass diese nicht bezahlbar sei. Gespart werde auf Kosten der Leistungsträger. Pikant, dass aktuelle Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung – passend zur Diskussion einen Tag nach der Expertenkommission mitgeteilt – einen deutlichen Einbruch der realen Jahresüberschüsse der Praxen belegen.
Doch vergessen wir vor lauter Politik nicht die Wissenschaft. Eine aktuelle „Lancet“-Studie zeigt, dass bei Nierensteinpatienten ein Verhaltenstraining das Urinvolumen langfristig erhöhen kann. Leider ist dadurch das Risiko eines Rezidivs aber nicht gebannt. Die Autoren schließen dann auch, dass es vielleicht nicht richtig ist, „von allen Patienten das gleiche Flüssigkeitsziel zu verlangen“. Individuellere Strategien müssten her – auch in diesem Bereich der Urologie.
Der Patient und sein Befinden stehen auch im Mittelpunkt einer neuen multizentrischen Studie zum lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom. Unter Düsseldorfer Leitung soll hier geprüft werden, ob es für die langfristigen Therapieergebnisse eine Bedeutung hat, wenn zusätzlich zur Behandlung in einem zertifizierten Prostatakrebszentrum regelmäßig die Selbsteinschätzung der Patienten erhoben wird.
Eine spannende Lektüre und frohe Ostertage wünscht Ihnen
|