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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
wenn bei einem Urologenkongress von einem Auslaufmodell die Rede ist, liegt es nahe, an eine dysfunktionale Form der Neoblase zu denken. Gemeint war aber unser Bundesgesundheitsminister. Vielleicht ist auch mehr der Wunsch Vater des Gedankens, dass Prof. Karl Lauterbach (SPD) „seine“ Krankenhausreform vor Ende der Legislaturperiode nicht mehr durchbekommt. Geäußert wurde der Gedanke beim Berufspolitischen Forum des 76. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) vom 25.-28.09.2024 in Leipzig. Die Stimmung in dem Forum stand im Gegensatz zur allgemeinen Stimmung auf dem Kongress, die erneut von der Freude am Wiedersehen und persönlichen Austausch geprägt war.
Der Kongress fand in Zeiten großer Umbrüche statt – gesellschaftspolitisch, medizinisch und personell. So endete nach acht Jahren die Ära von Prof. Maurice Stephan Michel als Generalsekretär der DGU. Dem Mannheimer Klinikdirektor hat die Fachgesellschaft viel zu verdanken. In Leipzig setzte der jetzige 2. Vizepräsident erneut Akzente. In seine großen Fußstapfen tritt Prof. Maximilian Burger, Klinikdirektor in Regensburg und ehemaliger Leiter des Ressorts Forschungsförderung im DGU-Vorstand.
Politik und Wissenschaft kommen zusammen in der erneuten Forderung der DGU nach einem evidenzbasierten, organisierten, risikoadaptierten Prostatakarzinomfrüherkennungsprogramm als GKV-Leistung. Nach Überzeugung der Fachgesellschaft geben die Daten dies längst her. Es bleibt abzuwarten, ob die Verfechter des risikoadaptierten PSA-Screenings diesmal mehr Glück haben als beim letzten Versuch.
Viel Spaß beim Lesen und eine gute Woche wünscht Ihnen
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