|
Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
die Novelle der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄneu) hat eine entscheidende Hürde genommen: Der 129. Deutsche Ärztetag, der vom 27.–30. Mai in Leipzig stattfand, hat mit großer Mehrheit dafür gestimmt, dem Bundesgesundheitsministerium die GOÄneu unverzüglich zu übergeben und so nach Jahrzehnten eine umfassende Neufassung einzuleiten. Der Berufsverband der Deutschen Urologie kann sich jetzt auf der Gewinnerseite sehen: Kurz vor dem Ärztetag hatte er sich dafür ausgesprochen, dass die GOÄneu auf dem Ärztetag beraten wird, und sich so von der Kampagne „GOÄneu – So nicht!“ abgegrenzt, die genau dies verhindern wollte. Unterzeichnet hatte den Protest auch die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU), die sich wie alle anderen Bündnispartner letztlich nicht mit ihrer Kritik durchsetzen konnte. Man darf gespannt sein, ob in Zukunft noch von der Radiologie-gesteuerten Initiative zu hören sein wird oder ob sie zu den Fußnoten der Berufspolitik zählen wird. Der BvDU-Vorstand warnt jedenfalls davor, das GOÄneu-Paket nach der Annahme durch den Ärztetag wieder aufzuschnüren. Das unterschiedliche Verhalten von Berufsverband und Fachgesellschaft bezüglich der GOÄ-Novelle wird sicher noch zu Diskussionen vor und auf dem kommenden DGU-Kongress im September führen.
Von der deutschen Berufspolitik zur internationalen Forschung: Erfahren Sie in unserem Newsletter Neues vom Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology in Chicago (IL, USA) zu einer experimentellen Prostatakrebs-Therapie und zirkulierender Tumor-DNA als Biomarker. Das Universitätsklinikum des Saarlandes meldet Erfolge einer nuklearmedizinischen „Tandem-Therapie“ bei austherapierten Prostatakrebs-Patienten. Und Forscher der Universität Würzburg erklären, wie Gene und Prägung den Weg für Wilms-Tumoren beim Kind ebnen. Beachten Sie auch weiter unten „Unsere Auswahl“ aktueller Studien aus Großbritannien, Kanada und Nepal.
Eine aufschlussreiche Lektüre und eine schöne Woche wünscht Ihnen
|