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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
ob die roboterassistierte radikale Prostatektomie mehr Vorteile als volle Kassen für die Roboter-Hersteller bringt, wurde von mancher Seite bezweifelt – Experten wie der im August vergangenen Jahres verstorbene Direktor der urologischen Universitätsklinik in Kiel, Prof. Klaus-Peter Jünemann, sahen sie dagegen bereits früh als „disruptive Technologie“, wie Jünemann es vor vielen Jahren bei einem DGU-Kongress ausdrückte. Inzwischen liegt eine ganze Reihe hochkarätiger, auch randomisierter Studien vor, die zwar keinen onkologischen, wohl aber einen deutlichen funktionellen Nutzen der Robotertechnologie belegen. Zwei neuere Studien zeigen dies gegenüber der offenen und der laparoskopischen Operationstechnik. Prof. Michael Stöckle, Direktor der urologischen Universitätsklinik des Saarlandes und Herausgeber von Kompakt Urologie, weist in der aktuellen Print-Ausgabe darauf hin, dass auch diese neuen Studien „den Standard einer längst vergangenen Epoche“ repräsentieren. Für ihn „drängt sich die Frage auf, wie lange es für offene Prostatektomien noch eine Daseinsberechtigung geben kann“.
Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) fasst in einem aktuellen Fortschrittsbericht den Wissensstand zur roboterassistierten Chirurgie zusammen: „Die aktuelle Studienlage zeigt indikationsübergreifend eine Vielzahl klinischer und gesundheitsökonomischer positiver Effekte: Patienten können von einer schnelleren postoperativen Erholung, geringeren Schmerzen und einer reduzierten Komplikationsrate (Ergebnis- bzw. Behandlungsqualität) profitieren.“ Auch Ärzte gewinnen demnach Vorteile durch Prozessoptimierung, durch bessere Ergonomie sowie eine patientenindividuelle OP-Planung. Der Bericht führt zahlreiche Studien zur verschiedenen überprüften Werten der roboterassistierten Chirurgie an. Darin sind die beiden oben angeführten noch nicht enthalten.
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Eine schöne und erfolgreiche Woche wünscht Ihnen
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