Ausgabe 41/2025

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Donnerstag, 09. Oktober 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade erst haben Patientenvertreter das PSA-Screening auf Prostatakrebs (erneut) vor die Pforten der Gesetzlichen Krankenversicherung gebracht (vgl. Kompakt Urologie 4/2025, S. 3) – da kommt aus der Forschung schon ein neuer Kandidat zur Erkennung von Prostatakrebs im Blut. Es handelt sich um zwei microRNAs, kleine Nukleinsäuren zur Regulation der Expression des Enzyms Glutathion-S-Transferase, die bei Krebserkrankungen oft stummgeschaltet ist. Spezifität und Sensitivität für die PCa-Erkennung erreichen traumhafte Werte, und nutzt man beide miRNAs in einem Zweier-Panel gleichzeitig, so ergeben sich in der ROC-Analyse Werte, bei denen man sich die Augen reibt. Hiergegen sieht PSA, das ja eigentlich einen Gewebemarker darstellt, alt aus. Allerdings beruhen die Ergebnisse zunächst nur auf 86 Proben und einem Abgleich mit einem weiteren unabhängigen Datensatz. Bis sich ein möglicher Nutzen bestätigt, wie etwa für die microRNA371a-3p zur Erkennung von Rückfällen bei testikulären Keimzelltumoren im klinischen Stadium I, werden wohl noch viele Jahre vergehen. Übrigens: Im vergangenen Jahr wurde der Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung der microRNAs vergeben – der diesjährige Preis betrifft die Immunsystemforschung (s. unter „Personalien).

Doch zurück in die nähere Zukunft: Wenn das PSA- und MRT-basierte risikoadaptierte Prostatakrebs-Screening beim Gemeinsamen Bundesausschuss tatsächlich durchkommt, so endet damit eine lange Geschichte von Entdeckung, Euphorie, Verurteilung und Wiederauferstehung – Stoff genug für einen Kinofilm oder gar eine moderne Streaming-Serie. Die Auswirkungen des dunklen Kapitels der noch nicht lange vergangenen Ära, in der von der PSA-Bestimmung sogar abgeraten wurde, zeigt aktuell eine Studie aus Australien: Wie bereits in anderen Ländern kommen auch die Wissenschaftler „down under“ zu dem Ergebnis, dass die Negativempfehlung zu einer Stadienmigration geführt hat. „Das PSA-Bashing der 2000er-Jahre, an dem sich ja auch in Deutschland nicht wenige, oft selbsternannte ‚Experten‘ beteiligt haben, hat sicher und weltweit zu zahlreichen vermeidbaren Prostatakarzinomtodesfällen geführt“, kommentiert Prof. Michael Stöckle, Herausgeber von KOMPAKT UROLOGIE.

Eine instruktive Lektüre und eine gute Woche wünscht Ihnen

   

   Ihr
   Markus Schmitz
   Dipl.-Biol. Redaktion Urologie

 

 
 
Prostatakrebs-Diagnostik: Zwei microRNAs mit sehr hoher Spezifität und Sensitivität

Prostatakrebs-Diagnostik: Zwei microRNAs mit sehr hoher Spezifität und Sensitivität

US-amerikanische Forscher haben 2 microRNAs (miRNAs) als vielversprechende Biomarker für die Diagnose von Prostatakrebs (PCa) im Blut identifiziert. Das 2-miRNA-Panel stelle einen signifikanten Fortschritt gegenüber dem PSA-Test dar, berichten Erst­autor Shiv Verma und Kollegen im Journal „The Prostate“.

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ASCO 2025: 9-Jahres-OS-Daten für Opdivo® + Yervoy® beim aRCC

Längstes Follow-up für immunonkologische Kombination beim aRCC (1L) kann überzeugen: Nach 9 Jahren (explorative Analyse) waren 3 von 10 Patient:innen mit intermediärem/ungünstigem Risikoprofil unter Opdivo® + Yervoy® am Leben vs. 19 % unter Sunitinib. Lesen Sie mehr zu den Ergebnissen der CheckMate 214 und welche Möglichkeiten Opdivo® + Yervoy® Ihren Patient:innen bieten kann.

Fachinformationen

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Fortgeschrittener Prostatakrebs nach Empfehlung gegen PSA-Screening häufiger aufgetreten

Reduziertes Prostatakrebs(PCa)-Screening aufgrund einer Negativempfehlung hat sich auch in Australien offenbar negativ ausgewirkt: Forscher aus dem Bundesstaat New South Wales (NSW) berichten über ein verstärktes Auftreten fortgeschrittener Stadien nach radikaler Prostatektomie (RP). Dieses Phänomen ist bekannt als Stadienmigration.

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Uroonkologie – Fortschritte dank zielgerichteter
Ansätze

Präzisionsonkologische Ansätze haben schon heute die Prognose bei urologischen Tumoren deutlich verbessert. Wie sich der Einsatz neuer Therapien wie beispielsweise zielgerichteter PARP-Inhibitoren oder FGFR-Tyrosinkinase-Hemmer beim Prostata- oder Urothelkarzinom auswirken, erfahren Sie im folgenden Beitrag. Zusätzlich gibt es einen Ausblick auf neue Forschungsansätze.

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Bundeskabinett beschließt Anpassung der Krankenhausreform

Bundeskabinett beschließt Anpassung der Krankenhausreform

Die grundsätzlichen Ziele der Krankenhausreform bleiben laut BMG gewahrt. Dennoch sollen für Kliniken erweiterte Ausnahmen und Kooperationsmöglichkeiten geschaffen werden, die den Ländern mehr Flexibilität bei der Krankenhausplanung ermöglichten.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

 
Analyse der Risikofaktoren für postoperativen Blasenkrebs bei Patienten mit Urothelkarzinom des oberen Harntrakts und Erstellung eines Nomogramm-Vorhersagemodells
T-Zell-Untergruppen von Lymphozyten im Urin können als Indikator für tumorinfiltierende Lymphozyten dienen und spiegeln immunologische Geschlechtsunterschiede bei Blasenkrebs wider
Die gezielte Ansteuerung bestimmter epigenetischer Enzyme verstärkt die Hemmung der Topoisomerase-II bei Prostatakrebs
 
 

Krankenkassen fordern sofortige Kostenbremse

In wenigen Tagen soll die Ungewissheit über die Beitragshöhe bei den Krankenversicherten im neuen Jahr ein Ende haben. Greift die Politik noch zu Mitteln gegen die regelmäßigen Beitragsanstiege?

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Aufbau des europäischen Krebsinformationsportals EU-CiP gestartet

Aufbau des europäischen Krebsinformationsportals EU-CiP gestartet

Das Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) koordiniert das europäische Forschungsprojekt „EU-CiP“ (European Cancer Information Portal). Dieses wird mit zwölf Millionen Euro vom Horizon Europe-Programm der Europäischen Union für vier Jahre gefördert.

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PERSONALIEN:

Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie am Universitätsklinikum Leipzig, ist mit dem Felix-Martin-Oberländer-Preis ausgezeichnet worden.
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Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die Immunforscher Shimon Sakaguchi (Japan), Mary Brunkow und Fred Ramsdell (beide USA). 
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Beim Darmstädter Merck-Konzern wird Kai Beckmann zum 1. Mai 2026 Nachfolger von Vorstandschefin Belén Garijo.
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TERMINE:

AUO/AKO Intensivkurs Uro-Onkologie 2025, 1. Teil
10.-11. Oktober 2025
Leipzig

Leopoldina-Symposium: Technologie und KI in der Medizin
11. Oktober 2025
Halle (Saale)

Nephro live: Nephrologie meets Urologie
21. Oktober 2025
online

 
 

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