|
Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
„tiefgreifende Veränderungen bei der Früherkennung, Diagnostik und (…) lokalen Therapie des Prostatakarzinoms“ kündigt Leitlinienkoordinator Prof. Marc-Oliver Grimm für die ausstehende 7. Version der S3-Leitlinie an. Diese soll im Mai kommenden Jahres fertig sein. Für die Früherkennung essenziell ist die Bestimmung des PSA-Wertes. Im aktuellen „IGeL-Monitor“ wurde der PSA-Test aber ein weiteres Mal als „tendenziell negativ“ beurteilt – völlig unzeitgemäß, findet die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU). Die Leitlinie empfiehlt, „nach ergebnisoffener Aufklärung über die Vor- und Nachteile“ den Patienten, die eine Früherkennungsuntersuchung wünschen, die Bestimmung des PSA-Wertes als Untersuchungsmethode anzubieten.
Neben dem PSA-Wert sorgt auch die Strahlentherapie des Prostatakarzinoms regelmäßig für Diskussionen, wie auch zuletzt auf dem DGU-Kongress in Leipzig (wir berichteten). Bei der Beurteilung, ob das Glas halb leer oder halb voll ist, unterliegen Urologen und Strahlentherapeuten wohl oft dem Bias ihres jeweiligen Fachgebietes. So zitiert die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) in einer Pressemitteilung eine aktuelle „Lancet“-Studie bei Patienten mit de novo metastasiertem hormonsensitiven Prostatakarzinom. Die Hinzunahme der Strahlentherapie zu einer systemischen Therapie habe die Zeitspanne bis zur Kastrationsresistenz verlängert, berichtet die DEGRO, und bei der Subgruppe von Patienten mit niedriger Tumorlast, die auch mit Abirateron behandelt wurden, habe die Strahlentherapie eine 35%ige Reduktion der radiographischen Progression erzielt. Dass das Gesamtüberleben nicht verlängert wurde, würde für Mediziner, die dies als wichtigstes Kriterium ansehen, das Glas eher als halb leer erscheinen lassen.
Ganz neue Wege zur Therapie des Prostatakarzinoms gehen Forscher der University of Michigan (USA). Mithilfe von Medikamenten, die die das Protein UBA1 unterdrücken, konnten sie im Mausmodell die Immunresistenz von Prostatatumoren knacken.
Lesen Sie außerdem noch, warum in manchen Fällen von Hodenkrebs trotz aller Versuche, die Therapiebelastung zu verringern, der Spruch „Weniger ist mehr“ eben nicht angemessen ist.
Eine schöne und erfolgreiche Woche wünscht Ihnen
|