|
Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
der Androgenrezeptor ist normalerweise der beste Freund des Mannes. Er sorgt dafür, dass die Androgene ihre Wirkung entfalten können, damit etwa die Prostata ihre Funktion erfüllen kann. Doch der Rezeptor kann auch zum Feind werden und zu bösartigen Wucherungen in der Prostata führen. US-Forscher haben nun einen Faktor gefunden, der dieses Umschalten in einer frühen Phase des Prostatakarzinoms bewirkt: das Protein NSD2. Dieses epigenetisch wirksame Protein tritt in Prostatakrebszellen auf, nicht jedoch in normalen Prostatazellen. Es bewirkt, dass die Transkriptionsmaschinerie zu bekannten Krebsgenen verschoben wird. In der Studie haben die Forscher auch versucht, NSD2 zu hemmen – mit einem Teilerfolg, denn die Übertragung auf ein In-vivo-Modell gelang noch nicht.
Bei Prostatakrebs mit geringem Risiko ist nach wie vor umstritten, welche die günstigste Therapie ist: radikale Prostatektomie, externe Strahlentherapie, Brachytherapie oder aktive Überwachung. Wenn es darum geht, dem Patienten zunächst nicht zu schaden, wie es der Hippokratische Eid fordert, dann schneidet einer aktuellen Studie zufolge die Brachytherapie im Vergleich zur Prostatektomie schlechter ab: Bei ersterer traten mehr Zweitmalignome auf als bei letzterer.
Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) biegt bei der Krankenhausreform allmählich auf die Zielgerade ein – viel Zeit hat er auch nicht mehr, gerade angesichts des angeschlagenen Zustands der Ampel-Koalition. Rührt es daher, dass er sich auf einmal für die Einwände der Bundesländer erstaunlich offen zeigt? Wenn die Reform in den Vermittlungsausschuss müsste, dürfte dies jedenfalls zusätzlich Zeit kosten. Die Universitätskliniken sollen zudem als „Mütter der Verteilung“ besondere Unterstützung erfahren, sichert Lauterbach zu.
Viel Spaß beim Lesen dieser und der anderen Beiträge wünscht Ihnen Ihr
|