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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
diese Woche beschäftigen wir uns schwerpunktmäßig mit dem Urothelkarzinom/Blasenkrebs, denn auf diesem Gebiet gibt es bedeutende neue Studienergebnisse. In der aktuellen Ausgabe des „Journal of Clinical Oncology” vom 10.01.2025 publizieren Prof. Matthew D. Galsky (New York, USA) und Kollegen langfristige Daten zu adjuvantem Nivolumab nach radikaler Resektion bei muskelinvasivem Urothelkarzinom mit hohem Rezidivrisiko. Diese belegen einen anhaltenden Vorteil beim krankheitsfreien Überleben und noch weitere Überlebensvorteile. „Die aktuellen Daten sind insofern reif, als die Nachbeobachtungszeit fast aller Patienten länger ist als die durchschnittliche Zeit bis zum Auftreten des Tumorprogresses nach Zystektomie“, urteilt Kompakt-Urologie-Herausgeber Prof. Michael Stöckle.
Eine Arbeit im „New England Journal of Medicine“ setzt für Stöckle „den Schlusspunkt unter eine Kontroverse, die über mehr als ein Vierteljahrhundert hinweg geführt worden ist, oft hochemotional“. Es handelt sich um die Frage, ob bei der radikalen Zystektomie die extendierte Lymphadenektomie einen Vorteil gegenüber der weniger ausgedehnten Ausräumung erreicht. „Fazit der Arbeit: Die extendierte Lymphadenektomie bringt keinen Vorteil, im Gegenteil“, fasst Stöckle zusammen. Das Überleben wird nicht verlängert, dafür gibt es eine höhere Morbidität und Mortalität.
Hochrangig in „Nature Medicine“ hat Prof. Thomas Powles (London, Großbritannien) eine weitere Studie zur Bedeutung zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) als Biomarker bei der Behandlung des fortgeschrittenen Urothelkarzinoms publiziert. Es zeigte sich, dass sich die ctDNA-Veränderungen bei Therapie mit Pembrolizumab oder Chemotherapie unterscheiden.
Wollen wir zum Schluss die nationale Gesundheitspolitik nicht außer Acht lassen: Nach dem Virchowbund hat jetzt auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) einen Fahrplan für die noch zu wählende neue Regierung aufgestellt. Drei sofortige und zehn mittelfristige Forderungen müssen nach DKG-Ansicht erfüllt werden, um die Gesundheitsversorgung zu sichern. Derweil ist gestern eines der größten Digitalisierungsprojekte überhaupt angelaufen: die elektronische Patiententakte für alle.
Viel Spaß beim Lesen und eine gute Woche wünscht Ihnen
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