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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
es mag theoretisch anmuten, wenn Forscher versuchen, mit einem mathematischen Modell zu simulieren, welchen Dynamiken Bakterien, die Harnwegsinfektionen verursachen, unterliegen. Doch ihre Forschung hat ganz praktische Bedeutung: Während die frei schwimmenden Bakterien im Urin per Antibiotika erreicht werden können, passen sich solche, die am Urothel haften oder gar intrazellulär existieren, an die neuen Herausforderungen an. Das Modell zeigte auch einen positiven Einfluss der Inokulation mit einem schnell wachsenden Bakterium.
Sogar beim Nierenzellkarzinom kann eine probiotische Supplementation laut einer anderen Studie offenbar therapeutische Effekte erzielen. Zwar waren keine signifikanten Veränderungen der Bakterienpopulation messbar, dennoch verbesserten sich Ansprechrate und progressionsfreies Überleben.
Zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) zeigt sich in immer mehr Studien als vielversprechender Biomarker in der uroonkologischen Therapie. Eine Studie aus Dänemark nutzte die Gesamtgenom-Mutationsanalyse zur tumorinformierten Erkennung von ctDNA und fand einen prognostischen Wert für die Patientenergebnisse, wenn diese Methode nach radikaler Zystektomie angewandt wird. Beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom ergab eine weitere Studie, dass sich ctDNA in Kombination mit dem PSA-Wert eignen könnte, um vorauszusagen, ob Patienten nach Progression unter Abirateron auf Enzalutamid ansprechen oder nicht. Anstatt den Androgenrezeptor-Signalweginhibitor zu wechseln, könnte es aber sinnvoller sein, dem Patienten eine nuklearmedizische Therapie mit Lutetium-177 anzubieten – das ergibt jedenfalls die PSMAfore-Studie.
Mit diesem letzten Newsletter in diesem Jahr verabschiedet sich „Kompakt Urologie“ in die Weihnachtspause. Wir wünschen Ihnen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
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