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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
ein Projekt aus London (Großbritannien) macht vor, wie durch aufsuchende Angebote in sozial benachteiligten Gebieten die Versorgung von Prostatakrebs-Patienten verbessert werden kann. Mit ihrem „Man Van“ entdeckten die Projektverantwortlichen 94 Fälle von Prostatakrebs, von denen 81 auch klinisch signifikant waren. Da ein Großteil der Männer dann prostatektomiert wurde, lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass dieses Projekt Leben gerettet hat.
Jetzt werden deutsche Berufspolitiker sicher einwenden, dass die medizinische Versorgung hierzulande aufgrund des wohnortnahen Angebots der niedergelassenen Fachärzte besser sei – solange sie nicht kaputtgespart wird. Aber in ländlichen Regionen klaffen auch bei uns bereits Versorgungslücken. Zudem zeigt eine aktuelle Studie, dass die Menschen in benachteiligten Regionen offenbar deutlich weniger von neuen Krebstherapien profitieren.
Hinter dem Londoner Projekt stehen Mediziner des Institute of Cancer Research and Royal Marsden Hospital NHS Foundation Trust, die ihre Ergebnisse vergangenen Donnerstag beim Genitorurinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology (ASCO-GU) präsentierten. Aus derselben Ecke, ebenfalls beim ASCO-GU vorgestellt, stammt eine Studie, die transdermale Östradiolpflaster mit LHRH-Agonisten als grundlegende Androgendeprivationstherapie für die Kombination mit Androgenrezeptor-Signalweginhibitoren vergleicht. Die Ergebnisse waren positiv: gleiche Wirksamkeit und unterm Strich bessere Verträglichkeit.
Viel Spaß beim Lesen und eine gute Woche wünscht Ihnen
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