Ausgabe 47/2024

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Donnerstag, 21. November 2024

Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,

die Mathematik sei für ihn ein „zusätzliches Sinnesorgan“, so begründete der Mathematik-Dozent aus dem Kölner Institut während meines Grundstudiums die Wahl seines Faches. So ungeliebt die Stunden damals waren, die Wissenschaft zeigt immer wieder, dass er recht hatte. Das zusätzliche Sinnesorgan erlaubt es zum Beispiel, in eine virtuelle Prostata zu blicken und dort etwa die Evolution von Tumor-Subklonen zu untersuchen – so wie Kölner Mathematiker es jetzt berechnet haben.

Ganz praktische Probleme haben US-Wissenschaftler in einer randomisierten Studie untersucht: Hat die transperineale Prostatabiopsie beim Verdacht auf Prostatakrebs Vorteile gegenüber dem traditionellen transrektalen Verfahren? Offenbar ja: Bei gleicher Krebserkennungsrate traten weniger Infektionen auf (nämlich gar keine), obwohl nicht einmal eine Prophylaxe angewendet wurde.

Praktische Probleme betraf auch ein höchst interessantes Forum auf dem diesjährigen 76. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie: Komplikationen am unteren Harntrakt nach strahlentherapeutischen Maßnahmen. Wie schlimm diese Komplikationen tatsächlich sind, darüber herrscht naturgemäß Uneinigkeit zwischen Urologen und Strahlentherapeuten und die Studienlage ist heterogen. Unstrittig ist jedoch, „eine gewisse erhöhte Rate an Zweitmalignomen“, wie es selbst der Strahlentherapeut sagte, der beim Urologenkongress „in den Boxkampf“ (O-Ton) einstieg.

Reibereien gibt es auch gelegentlich zwischen Urologen und Gynäkologen, besonders, was die Operationstechniken betrifft. Was die Sakrozervikopexie beim apikalen Genitalprolaps betrifft, haben aktuell die Gynäkologen die Nase vorn: Diese haben am Universitätsklinikum Bonn im Juni die nach ihren Angaben weltweit erste roboterassistierte Operation mit einer körpereigenen Sehne durchgeführt. Nach inzwischen zehn solcher Operationen seien die Ergebnisse gut, berichten sie.

Noch ein Schwenk zur Politik: Morgen wird sich entscheiden, ob die Krankenhausreform von Prof. Karl Lauterbach (SPD) unverändert in Kraft tritt oder nicht – wenn nämlich der Bundesrat den Vermittlungsausschuss anruft. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft bietet vorher noch einmal alles auf, damit der Bundesrat diesen Schritt auch geht. In der jetzigen Form werde das Vorhaben „existenzbedrohende Auswirkungen“ nach sich ziehen, so eine aktuelle Auswirkungsanalyse. Eine Erhebung des Deutschen Krankenhausinstituts und eine DKG-eigene Umfrage bieten ebenfalls keine rosigen Aussichten.

Eine schöne und erfolgreiche Woche wünscht Ihnen

   

   Ihr
   Markus Schmitz
   Dipl.-Biol. Redaktion Urologie

 

 
 
Mathematische Modellierung ermöglicht besseres Verständnis von Prostatakrebs

Mathematische Modellierung ermöglicht besseres Verständnis von Prostatakrebs

Ein Forscherteam an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und der Uniklinik Köln hat Prostatatumore untersucht und mit Hilfe von mathematischer Modellierung ein konzeptionell durchdachtes, realistisches, dreidimensionales Modell des Prostatakrebses entwickelt.

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QoL-Daten zur adj. Therapie beim RCC

Patientenberichte zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) aus der KEYNOTE-564-Studie: KEYTRUDA® im Vergleich zu Placebo bei Nierenzellkarzinom (RCC) im adjuvanten Setting.

Fachinformation

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Randomisierte Studie zeigt Vorteil der transperinealen Prostatabiopsie

Kann bei der MRT-gesteuerten Prostatabiopsie ein alternativer transperinealer Ansatz infektiöse Komplikationen im Vergleich zum traditionellen transrektalen Ansatz verringern? Dies haben US-Urologen in der randomisierten, kontrollierten Studie PREVENT überprüft. Ihr Fazit: Mit der neuen Methode gab es keine einzige Infektion, sogar ohne Prophylaxe.

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Risiken kurativer Strahlentherapie im Urogenitaltrakt

Risiken kurativer Strahlentherapie im Urogenitaltrakt

Komplikationen am unteren Harntrakt nach strahlentherapeutischen Maßnahmen waren das Thema eines Forums beim 76. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) Ende September in Leipzig. Dabei wurde deutlich, wie schwer diese Komplikationen sein können, dass es aber auch Möglichkeiten gibt, sie zu verhindern und ggf. zu therapieren.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Onkolytische Immuntherapie mit Nivolumab bei muskelinvasivem Blasenkrebs: eine Phase-Ib-Studie (Nat Med 2024 Nov 9)

Nierentransplantation von Spendern mit malignen Nierentumoren: Eine systematische Übersicht (Clin Transplant 2024 Nov;38(11):e70020)

Epididymalzysten stehen bei Männern, die zur Fruchtbarkeitsuntersuchung kommen, nicht mit beeinträchtigten Samenparametern in Zusammenhang (J Urol 2024 Dec;212(6):891-898)

 
 

Genitalprolaps: Erste Operation mit roboterassistierter minimalinvasiver Methode

Seit 2022 wird die Anhebung der Gebärmutter beim Genitalprolaps in Deutschland mit einer körpereigenen Sehne durchgeführt. Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) führte nun die erste Operation mit einer roboterassistierten minimalinvasiven Methode durch.

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Analyse bestätigt existenzbedrohende Auswirkungen der Krankenhausreform

Analyse bestätigt existenzbedrohende Auswirkungen der Krankenhausreform

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat eine Auswirkungsanalyse zur Krankenhausreform vorgelegt, laut der das Vorhaben von Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) in hohem Maße die flächendeckende Gesundheitsversorgung in Deutschland gefährdet.

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WEITERE NACHRICHTEN:

Der „elektronischen Patientenakte für alle“ sehen die Praxen mit gemischten Gefühlen entgegen. Das zeigt eine Befragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.
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Stefanie Drese, die Gesundheitsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, appelliert an Eltern und Jugendliche, sich mit einer Impfung gegen das humane Papillomvirus zu beschäftigen.
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TERMINE:

DGMG-Fortbildung – Intensiv-Seminar für neu niedergelassene Männerärzte
22. - 23. November 2024
Essen

35. Kongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V.
22. - 23. November 2024
Essen

Uro-Onkologisches Winter-Symposium Lübeck
27. November 2024
Lübeck

 
 

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