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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
die Bundestagswahl am vergangenen Sonntag hat die Union als klaren Sieger hervorgebracht. Dennoch ist die Zukunft der Gesundheitspolitik alles andere als eindeutig. Am wahrscheinlichsten gilt eine Koalition von CDU/CSU und SPD. Doch wer wird dann Gesundheitsminister, oder bleibt es Prof. Karl Lauterbach (SPD)? Dies würde immerhin für Kontinuität bei den angestoßenen Reformen sorgen, doch vielleicht ist Kontinuität gar nicht gewollt – schließlich ist die SPD die große Wahlverliererin. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft stellt sich jedenfalls schon einmal hinter die Unionsparteien, die „mit deutlicher, aber auch konstruktiver Kritik an der Krankenhausreform aufgefallen“ seien.
Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) hat schon kurz vor der Bundestagswahl seine Sehnsucht nach einer neuen Gesundheitspolitik formuliert. Die Punkte auf dem BvDU-Wunschzettel sind nicht neu: Entbudgetierung, Stärkung der Freiberuflichkeit, Ambulantisierung und eine sinnvolle Digitalisierung. Doch auch die Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung liegt dem Verband am Herzen. Der Vorschlag dafür scheint jedoch aus einer rheinischen Büttenrede zu stammen: Ein Dorf der Hundertjährigen auf der italienischen Insel Sardinien soll als Modell dienen, um gut zu essen und der Natur zu folgen, so der BvDU in seiner Mitteilung. Leider können aber nicht alle 84,7 Millionen Einwohner Deutschlands in (dann nicht mehr) abgeschiedenen Dörfern unter guter Luft und Mittelmeerdiät leben – und im Falle des Falles dürfte der benötigte Facharzt schwer zu finden sein, um auch noch das 101. Lebensjahr zu erleben.
Bei so viel Politik zum Schluss noch ein Hinweis auf eine neue Studie, die derzeit aufgelegt wird: Zur Therapie von Harnröhrenstrikturen kommen entweder die Urethrotomia interna oder aufwendige Rekonstruktionsverfahren (z.B. mit Mundschleimhaut) zum Einsatz. Jetzt soll ein medikamentenbeschichteter Ballondilatationskatheter erprobt werden. Initiator und Kostenträger ist der Gemeinsame Bundesausschuss.
„Alaaf“ bzw. „Helau“ (oder auch „Ahoi“) für die Karnevalisten unter Ihnen und auch sonst eine schöne Woche!
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