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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
die Hälfte der Patienten mit nichtmuskelinvasivem Blasenkrebs erleidet nach transurethraler Resektion des Blasentumors (TURB-T) und anschließender Instillation von Bacillus Calmette-Guérin (BCG) früher oder später ein Rezidiv. Diese Situation ist natürlich unbefriedigend. Beim 40. Kongress der European Association of Urology (EAU) in Madrid, Spanien, wurde jetzt eine mögliche Abhilfe vorgestellt. Es handelt sich um eine zweifache Tuberkulose-Impfung, die zwischen der TURB-T und der BCG-Instillation verabreicht wird. Die Studienautoren waren selbst überrascht: Innerhalb von fünf Jahren kam es bei keinem der Patienten zu einem Rezidiv, und die Impfung war sehr gut verträglich. Zwar umfasste die Studie nur 40 Patienten, aber sie war randomisiert und es handelte sich zunächst nur um eine Pilotstudie. Auf weitere spannende Daten können wir uns also gefasst machen.
Nach allen Pilot- und weiteren kontrollierten Studien muss sich ein Verfahren aber auch in der Praxis bewähren. Nicht gelungen ist das offenbar der partiellen Drüsenkryoablation bei Prostatakrebs mittleren Risikos. Bei diesem Verfahren kam es im Vergleich zur radikalen Prostatektomie zu einem fünffach höheren Risiko eines Therapieversagens, wie die Autoren im Journal „European Urology Focus“ berichten. Zwar handelt es sich nur um eine retrospektive Analyse, diese sei jedoch „gut aufgeschlüsselt und kritisch diskutiert“, findet Prof. Michael Stöckle, Herausgeber von Kompakt Urologie.
Die Königsklasse aller Studien stellt die Metaanalyse dar. Eine solche haben ungarische Forscher hinsichtlich Vaginaloperationen mit und ohne Implantate zur Korrektur eines Beckenorganprolapses vorgelegt. Ihr Fazit: Trotz höherer Komplikationsraten erzielten dabei Vaginalimplantate insgesamt bessere Langzeitergebnisse als Operationen ohne Implantate.
Viel Spaß beim Lesen dieser und der weiteren Meldungen wünscht Ihnen
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