Ausgabe 48/2025

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Donnerstag, 27. November 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

„die Rente ist sicher“, sagte einst Norbert Blüm von der CDU (kennt den noch jemand?) – der jetzige Bundeskanzler würde sich wohl freuen, wenn es so wäre. „Die Aktive Überwachung bei Prostatakrebs ist sicher“, sagt die PRIAS-Studie. Zumindest für Gradgruppe 1 kann man dem nach 15 Jahren Nachbeobachtungszeit wohl mehr Glauben schenken als den Beteuerungen aus der Politik. Doch auch die Ergebnisse der PRIAS-Studie können kritisch hinterfragt werden. So ist KOMPAKT-UROLOGIE-Herausgeber Prof. Michale Stöckle davon überzeugt, dass bei Prostatakarzinomstudien mit kurativer Indikation die Nachbeobachtungszeiten fast immer zu kurz sind, wie er im Editorial der aktuellen Ausgabe schreibt: „Von der Bill-Axelson-Studie (Prostatektomie vs. Watchful Waiting) wissen wir ja, dass es erst nach (deutlich) mehr als 15 Jahren richtig spannend wird.“

Umso kurioser, dass die Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems (Österreich) nach nur zwei Jahren Behandlung mit fokussiertem Ultraschall bereits behauptet, den Krebs „wirksam kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen erhalten“ zu können, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Dabei handelt es sich in Wirklichkeit nur um eine Machbarkeitsstudie, und die „neue, hochpräzise Ultraschallmethode“ verwendet das System Focal One, das so neu nun auch wieder nicht ist. In dem frei verfügbaren Text ist auch nicht von einer neuen Version die Rede.

Weiter geht es mit der Prostatakrebs-Comedy: Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen sieht keinen Zusatznutzen von Darolutamid gegenüber Apalutamid beim metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom. Der Grund ist schlicht, dass der Hersteller keine Studie dazu vorgelegt, sondern aus vorhandenen Placebo-Studien nur indirekt Daten berechnet habe. Grund genug für das Bewertungsinstitut, den Zeigefinger zu heben – doch welcher Hersteller überprüft schon sein Medikament gegenüber dem Konkurrenzpräparat?

Schmunzeln musste ich auch über die Pressemitteilung des Klinikbetreibers Asklepios zum 15. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Roboter-assistierte Urologie. Sicher ist es beachtlich, dass von Hamburg aus quer über den Globus OP-Roboter gesteuert und Operationen erfolgreich durchgeführt wurden. Dass dadurch aber „hochspezialisierte Eingriffe auch dort verfügbar“ sein sollen, „wo Expertinnen und Experten bislang fehlen“, wie Kongresspräsident Prof. Christian Wülfing sagte, mutet doch etwas utopisch an. Schließlich ist dafür eine hochmoderne Glasfaser- und Mobilfunk-Infrastruktur (5G) notwendig, und die wird es etwa im ländlichen China oder in einem griechischen Bergdorf wohl kaum geben – sodass der Prostatakrebs-Patient dann eben doch den beschwerlichen Weg in die nächste Spezialklinik antreten muss. Mit der gegenwärtigen Technologie möchte ich zumindest nicht unter dem DaVinci-Messer liegen, wenn gerade das nächste System-Update heruntergeladen wird.

Diesmal wünscht Ihnen besonders viel Spaß beim Lesen:

   

   Ihr
   Markus Schmitz
   Dipl.-Biol. Redaktion Urologie

 

 
 
Aktive Überwachung bei Prostatakrebs der Gradgruppe 1 langfristig sicher

Aktive Überwachung bei Prostatakrebs der Gradgruppe 1 langfristig sicher

Die Aktive Überwachung bei Prostatakrebs (PCa) mit Grad-Gruppe (GG) 1 ist sicher, mit niedrigen Raten für Metastasierung und PCa-spezifische Mortalität (PCSM). Dies zeigen die 15-Jahres-Ergebnisse der PRIAS-Studie (Prostate Cancer Research International Active Surveillance).

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ASCO 2025: 9-Jahres-OS-Daten für Opdivo® + Yervoy® beim aRCC

Längstes Follow-up für immunonkologische Kombination beim aRCC (1L) kann überzeugen: Nach 9 Jahren (explorative Analyse) waren 3 von 10 Patient:innen mit intermediärem/ungünstigem Risikoprofil unter Opdivo® + Yervoy® am Leben vs. 19 % unter Sunitinib. Lesen Sie mehr zu den Ergebnissen der CheckMate 214 und welche Möglichkeiten Opdivo® + Yervoy® Ihren Patient:innen bieten kann.

Fachinformationen

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Fokale Therapie bei Prostatakrebs: Machbarkeitsstudie aus Österreich

Im Rahmen einer prospektiven Machbarkeitsstudie hat die Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems (KL Krems, Österreich) die Behandlung früher Formen von Prostatakrebs mit fokussiertem Ultraschall (HIFU) geprüft. Sie berichtet über vielversprechende Ergebnisse.

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IQWiG sieht keinen Zusatznutzen von Darolutamid gegenüber Apalutamid beim mHSPC

IQWiG sieht keinen Zusatznutzen von Darolutamid gegenüber Apalutamid beim mHSPC

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) moniert, dass Bayer seinen Wirkstoff Darolutamid in der Zulassungsstudie nicht direkt mit Apalutamid verglichen hat. Ein indirekter Vergleich habe keinen Zusatznutzen gezeigt.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Zusatz einer neoadjuvanten PSMA-gerichteten Lutetium-177-Radioligandentherapie zur stereotaktischen ablativen Strahlentherapie bei Prostatakrebs mit Oligometastasen (LUNAR): eine unverblindete, randomisierte, kontrollierte Phase-II-Studie
J Clin Oncol 12.11.2025

Bewertung der Zuverlässigkeit von Sprachmodellen der Künstlichen Intelligenz für die Extraktion klinischer Daten in der Blasenkrebs-Prognose
Sci Rep 21.11.2025

Biomarker für Endothelschäden bei erektiler Dysfunktion auf der Grundlage präklinischer Studien: eine systematische Übersicht
Int Urol Nephrol 21.11.2025

 
 

Urologen operieren quer über den Globus

Am 14.11.2025 fanden von Hamburg aus gleich drei telerobotische Operationen über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg statt – präsentiert während des 15. Symposiums der Deutschen Gesellschaft für Roboter-assistierte Urologie (DRUS 2025).

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Neue Erkenntnisse zu Todesursachen bei Krebs

Neue Erkenntnisse zu Todesursachen bei Krebs

Woran stirbt man eigentlich bei Krebs? Diese simpel anmutende Frage ist offenbar selten leicht zu beantworten, oft werden Metastasen verantwortlich gemacht.

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WEITERE NACHRICHTEN:

Gerd Nettekoven, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, hat die Ehrenmedaille der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften erhalten.
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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt den Sonderforschungsbereich „OncoEscape“ an der Universität Freiburg über eine weitere Förderperiode.
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Nephro live: Post-Kongress – ASN 2025
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