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Liebe Leserinnen und Leser,
es kommt nicht oft vor, dass sich Urologie und Augenheilkunde überschneiden. Eine hochkarätig in „Nature Health“ publizierte Studie stellt jetzt jedoch die Warnfunktion des Sehsinnes für das Überleben heraus, und zwar beim Blasenkrebs. Dessen erstes Warnzeichen ist oft Blut im Urin – doch Personen mit Rot-Sehschwäche können diesen schlicht nicht erkennen. Tatsächlich zeigt die Analyse, dass diese Personengruppe im Endeffekt ein höheres Risiko hat, an Blasenkrebs zu versterben. Interessant ist, dass dieser Zusammenhang bei Darmkrebs nicht besteht. Das weist darauf hin, dass wirklich die Farbenblindheit die Ursache ist. Urologen sollten also gegebenenfalls nachfragen, ob ein Patient eine Sehschwäche hat.
In vielen urologischen Praxen hat sich inzwischen die Jungensprechstunde etabliert. Für diese Kollegen dürfte eine Studie interessant sein, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit in Köln vorgestellt hat. Die Daten zeigen vor allem, dass Jugendliche in Deutschland immer später sexuell aktiv werden und sicher verhüten. Entgegen einem allgemein behaupteten Trend zur Verrohung unter anderem durch die „sozialen“ Medien spricht dies eher für ein gestiegenes Verantwortungsbewusstsein junger Menschen – die dann vielleicht auch eher dem Rat eines Urologen, etwa zur Hodenkrebsvorsorge, folgen werden.
Politisch hat es diese Woche den Auftakt für das von der Regierung geplante Primärarztsystem gegeben. Eine prägnante Symphonie mit Paukenschlag wird es wohl nicht werden, eher schon ein Drama Wagnerschen Ausmaßes, mit vielen sich widersprechenden Beteiligten, dessen Finale wohl erst 2028 zu erwarten ist.
Eine schöne und erfolgreiche Woche wünscht Ihnen
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