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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt VetMed,
wie würden Sie diesen „Fall“ einstufen (soweit dies aus der „Ferne“ überhaupt machbar ist)? Die Australian-Shepherd-Hündin „Smilla“ musste zum Wesenstest, und zwar aus folgendem Anlass: Eine Katze aus Smillas Wohnumfeld, die eine Verletzung ungeklärter Ursache aufwies, musste beim Tierarzt behandelt werden. Aus nicht näher erläuterten Gründen fiel der Verdacht als Verursacher der Wunde auf Smilla. Glücklicherweise behielten beide, sowohl Smillas Halterin als auch Smilla selbst, die Nerven und die Hündin absolvierte den Wesenstest – und gilt seither als teilrehabilitiert. Dass so eine Ausgangslage für Halter betroffener Hunde eine Maximalbelastung darstellt, ist leicht nachzuvollziehen. Auch nachvollziehbar ist, dass Behörden in derartigen Angelegenheiten einschreiten müssen und eine Klärung herbeiführen, was nicht immer ganz einfach ist. Tierärztin Steffi Schmidt aus Gießen etwa, die als Gutachterin bei Wesenstests fungiert, musste schon Hunde prüfen, die wegen Bagatellvorfällen gemeldet wurden. Schmidt sagt, sie habe es nur selten mit wirklich aggressiven Tieren zu tun, oft führten rassetypisches Verhalten, gepaart mit Unachtsamkeit der Besitzer, zu Problemen. Hundetrainerin Salena Maue sieht die Problematik auch darin begründet, dass „zu viele Menschen zu wenig über ihre Tiere und deren Bedürfnisse wissen“. Dass solche Vorfälle in aller Regel multifaktoriell sind und jeder Vorgang einzeln betrachtet werden muss, macht es nicht leichter. Was außerdem mit hineinspielt und wie dem beizukommen sein könnte, damit beschäftigt sich unser erster Beitrag heute.
Wie Prof. Katrin Hartmann von der LMU München in ihrem Vortrag über die feline infektiöse Peritonitis (FIP) auf dem DVG-Vet-Congress ausgeführt hat, sind mittlerweile in der FIP-Therapie Studien zu mehreren antiviralen Wirkstoffen durchgeführt worden. So haben Wissenschaftler der University of California, Davis, USA, die Wirksamkeit von per os (PO) verabreichtem Molnupiravir (MPV) zur Behandlung einer FIP mit Erguss beurteilt. In der monozentrischen, prospektiven, offenen Längsschnittstudie konnten die Forschenden zeigen, dass mit Molnupiravir eine ähnlich effektive Behandlung einer FIP mit Erguss zu erzielen ist wie mit GS-441524. Die Untersuchung ist im „Journal of Veterinary Internal Medicine“ unter Open Access veröffentlicht worden.
Viel Vergnügen bei der Lektüre und eine schöne Vorweihnachtszeit wünscht Ihnen
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