Ausgabe 19/2026

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Donnerstag, 07. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,
Tiere tun uns Menschen gut. Das belegen nicht nur zahlreiche Studien, sondern auch die eigenen Lebenserfahrungen. Wer mit Tieren in einem pädagogischen, sozialen, medizinischen oder therapeutischen Umfeld professionell arbeiten möchte, muss sich dafür allerdings Kenntnisse aus vielen Fachbereichen aneignen. Um dies zu ermöglichen, bietet die Justus-Liebig-Universität (JLU) in Gießen die berufsbegleitende wissenschaftliche Weiterbildung „Tiergestützte Dienstleistungen“ an. Dabei spielt die enge Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich Veterinärmedizin und dem Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der JLU eine zentrale Rolle.
Um den Teilnehmenden ein ganzheitliches Bild zu vermitteln, zeigt der Lehrgang pädagogische, rechtliche, tiermedizinische, biologische, soziologische und philosophische Perspektiven auf. So werden neben den vielen positiven Wirkungen, die Tiere auf Menschen haben, unter anderem auch kritische Sichtweisen auf den Einsatz von Tieren in tiergestützten Settings sowie tierschutzrelevante Aspekte erörtert. Im Rahmen des Kurses wechseln Präsenzphasen mit Online-Selbstlernphasen ab, außerdem ist von Teilnehmenden ein Praktikum zu absolvieren.
Das Interesse an der Arbeit mit Tieren ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, wie die Studienkoordinatorin und Lehrende Dr. Katharina Ameli berichtet. Demgemäß hat sich auch das Spektrum der eingesetzten Tierarten erweitert: Es reicht von Achatschnecken über Hühner und Hunde bis hin zu Alpakas, Pferden und Schafen und weit darüber hinaus. Nach erfolgreichem Abschluss öffnet das Hochschulzertifikat als „Fachkraft für tiergestützte Dienstleistungen mit dem Schwerpunkt tiergestützte Pädagogik, Therapie und Fördermaßnahmen“ den Absolventen ein vielfältiges Berufsfeld im Gesundheitsbereich wie etwa in der Altenpflege, in Hospizen und in Krankenhäusern, aber auch in Bildungsinstitutionen wie Kindergärten und Schulen. Bewerbungen sind bis zum 31. Mai 2026 möglich. Der Kurs startet im Oktober. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer ersten Meldung.
Ebenfalls erfreulich ist, dass im Hinblick auf eine Verbesserung des Schutzes von Versuchstieren einige Anstrengungen unternommen werden, auch wenn es auf diesem Gebiet noch sehr viel Luft nach oben gibt. Wichtig in diesem Kontext ist natürlich vor allem, dass die Methoden eine breite und zeitnahe Umsetzung erfahren. Und apropos Schnecken: Den diesjährigen Contest „Internationales Weichtier des Jahres“ konnte die Vampirschnecke für sich verbuchen. Wer Freude an Mollusken hat, der findet die Meldung unter unseren Kurznachrichten – wie auch eine zum „Urban Bee Concept“, das sich der Förderung der Koexistenz von Honig- und Wildbienen in Städten widmet.
Eine inspirierende Lektüre und ebensolche Tage wünscht Ihnen


  Ihre
  Sigrun Grombacher
  Redakteurin Kompakt VetMed
  Tierärztin

 

 
 
Mit Tieren in Beratung, Betreuung und Therapie arbeiten

Mit Tieren in Beratung, Betreuung und Therapie arbeiten

Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) bietet seit zehn Jahren den Zertifikatskurs „Tiergestützte Dienstleistungen“ an. Bewerbungen für die berufsbegleitende Weiterbildung sind noch bis zum 31. Mai 2026 möglich.

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Advertorial

Innovative Perspektiven in der Schmerztherapie
bei Katzen mit OA

Osteoarthrose (OA) ist eine häufige, jedoch oft unterdiagnostizierte Erkrankung bei Katzen. Bis zu 40% sind betroffen1, wobei OA in jedem Alter auftreten kann und bei 90% der Katzen über 12 Jahren bereits röntgenologische Veränderungen2 zu beobachten sind. Dennoch wird OA nur bei rund 18% wirklich diagnostiziert3.

Die Schmerztherapie ist zentraler Bestandteil des Managements: Neben NSAIDs steht mit Frunevetmab (Anti-NGF-mAb) eine innovative Therapieoption zur Verfügung.

1. Enomoto, M. et al., Vet Rec, 2019.
2. Hardie, EM, et al. J Am Vet Med Assoc,2002.
3. Zoetis Market Research Kynetec. 2023.

Solensia Cat Laying Down_Big
 

Mehr Tierwohl im Labor: KI hilft, Schmerzen besser zu erkennen

Die Überwachung von Schmerz und Wohlbefinden ist für Tierversuche unerlässlich. Doch die derzeitigen Einschätzungen sind subjektiv und oft ungenügend. Ein neu von der ETH Zürich entwickeltes System namens „Grimace“ standardisiert die Überwachung von Wohlbefinden und Schmerzen bei Mäusen. Findet das Verfahren weltweite Anwendung, könnte es einen Meilenstein für das Wohl von Versuchstieren bedeuten.

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Weniger Tierleid in der Krebsforschung durch FKS-freie Zellkulturmodelle

Weniger Tierleid in der Krebsforschung durch FKS-freie Zellkulturmodelle

Menschliche Krebszelllinien sind seit Jahrzehnten unverzichtbare Modelle für die Krebsforschung und ersetzen bereits eine Vielzahl an Tierversuchen. Dabei wird leicht übersehen, dass für die Kultivierung der Krebszellen im Labor bis heute in der Regel fötales Kälberserum (FKS) zum Einsatz kommt. FKS kann zwar das Wachstum der meisten Zelltypen fördern, ist ethisch jedoch problematisch, da seine Herstellung mit Tierleid verbunden ist.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Der Einfluss von Hunden auf die menschliche Gesundheit im Gesundheitswesen: ein Review.
Br Med Bull 2026;157(1):ldag005. 

Mikrofilarurie morphologisch identifizierter Dirofilaria repens und Brugia-Arten bei einer Katze und zwei Hunden: Fallserie.
Top Companion Anim Med 2026;70:101042. 

Vorkommen viraler und bakterieller Krankheitserreger bei südamerikanischen Kameliden in repräsentativen deutschen Herden.
Front Vet Sci 2026;13:1744335. 

Bürgerwissenschaftliche Zeckenbeobachtungen dienen als Frühwarnsystem für durch Zecken übertragene Krankheiten.
Zoonoses Public Health 2026;73(3):234-243. 

 
 

Wie kann ein Herz jahrhundertelang schlagen? Eine Lektion vom Grönlandhai

Der Grönlandhai (Somniosus microcephalus) ist mit einer geschätzten Lebensspanne von bis zu 400 Jahren das langlebigste bekannte Wirbeltier der Erde. Damit stellt er ein einzigartiges Modell zur Erforschung der Langlebigkeit von Wirbeltieren dar.

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Zum World Veterinary Day 2026: Ein Beitrag über FSME bei Hunden

Zum World Veterinary Day 2026: Ein Beitrag über FSME bei Hunden

Seit dem Jahr 2000 wird der World Veterinary Day am letzten Samstag im April gefeiert. Sein diesjähriges Leitmotiv lautet „Veterinarians: Guardians of Food and Health“, das die tragende Rolle von Veterinärmedizinern für die Ernährungssicherheit und die Gesundheit von Tier und Mensch in den Fokus rückt. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Erkrankung, die Menschen und Hunde betrifft. Bei Hunden ist sie jedoch noch verhältnismäßig wenig erforscht. Tierärztin Dr. Stefanie Dörfelt, EBVS® Diplomate Neurologie (ECVN) in der Anicura Tierklinik Haar, stellt FSME bei Hunden vor.

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KURZMELDUNGEN:

Forschende konnten zeigen, dass Gewässer in Städten stark mit antibiotika-resistenten Bakterien belastet sind, aber auch in ländlichen Seen fanden sie resistente Keime.
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Wenn Honigbienen in die Stadt kommen, hat das Auswirkungen auf die Wildbienen: Das „Urban Bee Concept“ umfasst Maßnahmen zur Förderung der Koexistenz von Honig- und Wildbienen in Städten.
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Zum Tag der Immunologie – wie die Wiener T-Zell-Forschung am Schwein One-Health-Erfolgsgeschichte für Mensch und Tier geschrieben hat.
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Im Kreis Siegen-Wittgenstein in NRW ist außerhalb der Zone mit besonderen Schutzmaßnahmen der Kadaver eines ASP-infizierten Wildschweins gefunden worden.
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Die Vampirschnecke ist „Internationales Weichtier des Jahres 2026“. Das Erbgut des nur zwei Zentimeter großen Tieres wird nun vollständig sequenziert.
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TERMINE:

Vektorübertragene Infektionen – Mitbringsel aus dem Aus- und Inland
23.–24. Mai 2026
Timmendorfer Strand

Nicht regenerative Anämie beim Kleintier – Vom Einfachen zum Komplexen
28. Mai 2026
online

26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Veterinärdermatologie
12.–14. Juni 2026
Düsseldorf

Gesunde Führung: Mit Resilienz und Stressmanagement wirksam bleiben
20.–21. Juni 2026
Frankfurt

 
 

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