Ausgabe 45/2024

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Donnerstag, 07. November 2024

Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt VetMed,

als ich anfing in einer Kleintierpraxis zu arbeiten, stieß ich nach einer gewissen Zeit auf „beratungsresistente“ Tierbesitzer, wie es den Anschein hatte. Ich wusste aus eingehender Lektüre, was therapeutisch im Optimalfall für das erkrankte Tier zu tun war, und es war mir eine Herzensangelegenheit, dies den uneinsichtigen Tierhaltern zu vermitteln. Doch ich stieß auf Granit. Was tut man in so einer Situation? Genau, sich erstmal nach Herzenslust über die Tierhalter auslassen. Damit handelte ich mir folgenden Kommentar meiner Chefin ein: „Wollen Sie sich auf’s Jammern verlegen, oder wollen Sie das Problem lösen? Das ist die Welt, in der wir leben. Das ist das Problem, das sich Ihnen stellt. Entscheiden Sie sich!“ Für den Bruchteil einer Sekunde glotzte ich sie entgeistert an, doch dann wurde mir klar, dass sie recht hatte mit ihrer Darstellung des Sachverhaltes. Wenn das die Gegebenheiten sind, mit denen ich klarkommen muss, dann werde ich das Beste daraus machen, um dem Tier allen Widerständen zum Trotz bestmöglich zu helfen. Und damit auch den Menschen. Mit diesem mental umgelegten Schalter war es mir möglich, die Situation anzunehmen und den Fall konstruktiv anzugehen. Ich habe mich noch oft an diese so prägnant formulierten Worte erinnert.

Sich bestmöglich auf veränderte Umstände einstellen, egal wie schwierig sie erscheinen mögen, ist auch in diesen Zeiten unausweichlich. Das gilt wohl auch im Hinblick auf das Borna Disease Virus 1 (BoDv-1) und Igel, bei denen eine Infektion mit BoDV-1 in Bayern jüngst nachgewiesen wurde. Bisher gilt die Feldspitzmaus als einziger bekannter Überträger von BoDV-1 auf Menschen. Ob auch der Igel wie andere Spezies als Sackgassenwirt fungiert, oder womöglich in seltenen Fällen doch eine Übertragung durch infizierte Igel möglich ist, wird derzeit untersucht. Um die liebenswerten Stacheltiere vor Kurzschlussreaktionen zu schützen, ist es sicher von Vorteil, verängstigte Tier-/Gartenbesitzer gut aufzuklären. Zum Glätten der Wogen beitragen kann die Tatsache, dass das BoDV-1 aktuellen Studien zufolge nur lokal begrenzt vorkommt, was in den allermeisten Fällen bereits zur Entspannung führen sollte. Und zum anderen empfehlen Experten ohnehin beim Kontakt mit Wildtieren, Maßnahmen zum Selbstschutz und eine gute Hygiene walten zu lassen. Dann sollte es auch weiterhin mit dem Igelschutz klappen.

Eine interessante Lektüre und eine gute Zeit in diesen stürmischen Herbsttagen wünscht Ihnen


  Ihre
  Sigrun Grombacher
  Redakteurin Kompakt VetMed
  Tierärztin

 

 
 
Mit Igeln weitere Tierart empfänglich für Infektion mit dem Borna Disease Virus 1

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Bei Tieren in Bayern, darunter Igeln, ist das Bornavirus nachgewiesen worden. Da auch Menschen sich in sehr seltenen Fällen mit dem Erreger anstecken können, ist es wichtig, sich vor dem Kontakt mit Feldspitzmäusen und ihren Ausscheidungen zu schützen.

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Waschbär-Parasiten überleben jahrelang in der Umwelt und sind potenzielle Krankheitserreger

Forschende zeigen im Rahmen des Verbundprojektes ZOWIAC (Zoonotische und wildtierökologische Auswirkungen invasiver Carnivoren), dass der Waschbärspulwurm in Europa besonders gute klimatische Bedingungen vorfindet, um zu überdauern.

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Leitlinienkommission für die Veterinärmedizin gegründet

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Rechtssicherheit, weniger Bürokratie und Erhalt von Notdiensten – das sind die konkreten Ziele einer neu gegründeten Leitlinienkommission, wie der bpt, die BTK und die DVG in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilen.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Erkennung magnetresonanztomographischer Muster metabolischer und neurodegenerativer Enzephalopathien bei Hunden und Katzen
Front Vet Sci 2024 Jul 30:11:1390971. DOI: 10.3389/fvets.2024.1390971

Adenokarzinom des Nasopharynx bei einer Katze: Chirurgischer Zugang
JFMS Open Rep 2024 Oct 24;10(2):20551169241283542. DOI: 10.1177/20551169241283542

Echokardiographische Befunde bei dem Anschein nach gesunden tschechoslowakischen Wolfshunden
J Vet Cardiol 2024 Jun:53:60-71. DOI: 10.1016/j.jvc.2024.04.002

Einfluss eines uni- oder bilateralen Schilddrüsenadenoms auf die Erholung der Hypophysen-Schilddrüsen-Achse und der Kreatininkonzentration bei mit Radiojodtherapie behandelten Katzen Animals (Basel) 2024 Sep 10;14(18):2627. DOI: 10.3390/ani14182627

 
 

Infektionen bei Alpakas und Lamas - FLI warnt nicht vor Alpaka-Wanderungen

Durch die aktuelle Berichterstattung sei der Eindruck entstanden, dass das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) vor Wanderungen mit Alpakas und generell dem Kontakt zu Neuweltkameliden (NWK) wie Lamas und Alpakas warne. Diese stark verkürzte Darstellung beruhe auf einem missverständlich wiedergegeben Pressegespräch im Vorfeld einer Fachtagung, stellt das FLI klar.

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Wie evolutionäre Kompromisse die Spermienlänge bei Tetrapoden beeinflussen

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Neuer Ansatz: Unter Anwendung des Pareto-Prinzips analysierte ein internationales Forscherteam die komplexen Beziehungen zwischen Spermienlänge, Körpermasse, Spermienkonkurrenz und Gelegegröße.

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KURZMELDUNGEN:

Die Forschungseinrichtung WING der TiHo fokussiert sich zukünftig stärker auf die Gesundheit von Geflügel sowie den Wissenstransfer von Forschungsergebnissen.
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Im Rahmen einer Umfrage möchte das FLI nachvollziehen, wie gut Tierhalter in Deutschland über die Blauzungenkrankheit informiert sind und welche Beweggründe Sie veranlassen, ihre Tiere gegen BTV-3 zu impfen.
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Tiermedizinische Institutionen aus Indien und Deutschland haben eine Indisch-Deutsche Partnerschaft für Veterinärmedizinische Ausbildung und Forschung (InDeVet) ins Leben gerufen.
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Im vergangenen Jahr hat das Landeslabor Berlin-Brandenburg in fast jeder siebten Lebensmittelprobe Mängel nachgewiesen.
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TERMINE:

bpt-Kongress 2024
14.-16. November 2024,
Hannover

Infektiöse Darmerkrankungen bei Kaninchen und Nagern
19. November,
Online

Thoraxchirurgie
02.-03. Dezember 2024,
Tuttlingen

Basics Intensivmedizin 1
06. Dezember 2024,
Essen

 
 

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