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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt VetMed,
sie sind stets gutgelaunte Begleiter und häufig auch die besten Freunde „ihres Menschen“: Hunde. Der US-amerikanische Schriftsteller Thornton Wilder hat diese innige Verbindung von Hund und Mensch folgendermaßen umschrieben: „Viele, die ihr ganzes Leben auf die Liebe verwendeten, können uns weniger über sie sagen als ein Kind, dass gestern seinen Hund verloren hat.“ Gerade Tierärzte wissen um den Wahrheitsgehalt dieser Worte. Am heutigen Welthundetag, der mit dem Welttag für psychische Gesundheit zusammenfällt, beschäftigen sich zwei Meldungen mit der intensiven Interaktion zwischen Mensch und Hund.
Eine erfreuliche Nachricht kommt dieser Tage vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): Demnach ist die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika im Jahr 2023 leicht gesunken. Es sei ein deutlicher Rückgang bei Cephalosporinen und Polypeptidantibiotika zu verzeichnen, so das BVL. Weniger positiv ist hingegen eine Mitteilung des Friedrich-Loeffler-Instituts: In Nordrhein-Westfalen werden derzeit vermehrt schwer erkrankte oder verendete Feldhasen aufgefunden, die typische Anzeichen der Myxomatose zeigen.
Francisella philomiragia ist ein aerober gramnegativer Kokkobazillus, der beim Menschen gelegentlich zu opportunistischen Erkrankungen führt. Die meisten Infektionen treten bei immungeschwächten Menschen auf, die anamnestisch beinahe im Salzwasser ertrunken wären. US-amerikanische Wissenschaftler berichten nun über den äußerst seltenen Fall einer F. philomiragia-Infektion bei einer Hündin ohne bekannten Salzwasserkontakt. Die elfjährige, kastrierte Labradorhündin wurde im Notdienst einer Universitätstierklinik mit fortschreitender Lethargie, Hyporexie und Husten vorgestellt. Das Tier hatte Fieber und es lagen eine Neutrophilie, nichtregenerative Anämie, Thrombozytopenie und eine erhöhte Aktivität von Leberenzymen vor. F. philomiragia wurde aus aeroben Blutkulturen isoliert. Der Hund wurde sechs Wochen lang oral mit Enrofloxacin behandelt. Wiederholte aerobe Blutkulturen nach zwei und sechs Wochen Antibiotikatherapie waren negativ. Der Hund stellte sich sieben Monate nach der Diagnose als klinisch gesund dar, ohne Anzeichen für einen Rückfall. Den Link zum Fallbericht finden Sie unter der Rubrik „Unsere Auswahl“.
Eine spannende Lektüre und eine schöne Woche wünscht Ihnen
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