Ausgabe 50/2025

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Donnerstag, 11. Dezember 2025

Liebe Leserinnen und Leser,
alle Jahre wieder mahnen der Deutsche Tierschutzbund und die Bundestierärztekammer (BTK), keine Tiere zu Weihnachten zu verschenken. So erinnert die BTK eindringlich daran, dass mit der Haltung eines Tieres eine hohe, dauerhafte Verantwortung einhergeht. Auch können unvorhergesehene Kosten entstehen, wenn das womöglich von unseriösen Händlern bezogene Tier krank wird, was häufig eintritt. Wenn der Wunsch nach einem Haustier stark, anhaltend vorhanden und letztlich wohlüberlegt ist, kann ein Gutschein zusammen mit einem Buch etwa eine sinnvolle Geschenkalternative sein, so die BTK. Und sie rät, sich unbedingt zuerst im Tierheim umzusehen und beraten zulassen, welches Tier am besten zu den eigenen Lebensumständen passt. Unsere Tierheime sind voll von Tieren, die auf ein Zuhause warten. Wir sollten nicht müde werden, unsere menschliche Klientel darauf hinzuweisen.
In diesen Kontext passt auch ein Beitrag der Veterinärmedizinischen Universität Wien, in dem Svenja Springer vorgestellt wird. Die Tierärztin beschäftigt sich mit Entscheidungsprozessen rund um die Palliativ- und Sterbebegleitung von Haustieren und die Erwartungshaltungen von Hunde- und Katzenhaltern. Im täglichen Praxisalltag kollidieren nicht selten die Wunschvorstellungen der Tierhalter mit den auf das Tierwohl ausgerichteten Einstellungen der Tierärzte. Und manchmal sind die Rahmenbedingungen einfach schwierig. Haben wir etwa einen mittellosen alten Menschen vor uns, dessen einzige Freude in seinem ebenfalls alternden oder schwer erkrankten Haustier begründet ist, wird einem als Tierärztin schwer ums Herz. Hier ist es oftmals kaum möglich, sich ausreichend abzugrenzen, das heißt sich selbst zu schützen. Springer versucht gemeinsam mit anderen Fachrichtungen wie Philosophie und Soziologie, Lösungskonzepte für schwierige ethische Fragestellungen zu erarbeiten und diese angehenden Tiermedizinern als Rüstzeug mitzugeben. Ein ausgesprochen sinnvolles Vorhaben, wie ich finde.
Wer auf dem bpt-Kongress in Wiesbaden war, der wird es gespürt haben: Das ganz besondere Weihnachtsfeeling. Ein Gefühl von Gemeinschaft und dem Wunsch nach Frieden. Und ich freue mich bereits jetzt auf den Tierärztekongress in Leipzig im Januar, wenn wir uns alle wiedersehen.
In diesem Sinne ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für 2026!


  Ihre
  Sigrun Grombacher
  Redakteurin Kompakt VetMed
  Tierärztin

 

 
 
BTK: Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum

BTK: Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum

Die Bundestierärztekammer (BTK) warnt eindringlich davor, Tiere zu Weihnachten zu verschenken. Denn alle Jahre wieder stehen besonders zum Weihnachtsfest Hundewelpen, Kätzchen oder andere Haustiere weit oben auf den Wunschzetteln.

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Wunsch und Wirklichkeit: Ethische Werkzeuge für die Tiermedizin

Der Umgang mit Tieren berührt nicht nur praktische, sondern auch moralische Fragen. Wenn die Wunschvorstellungen der Tierhaltenden mit der Realität kollidieren, stellt das Tierärzte zuweilen vor schwer zu lösende ethische Fragestellungen. Svenja Springer will beim Brücken bauen helfen.

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Bpt-Kongress 2025: Wild auf Wiesbaden

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Vom 27. bis 29. November fand der diesjährige bpt-Kongress statt – erstmals in Wiesbaden. Der Umzug hauchte der Veranstaltung jede Menge neues Leben ein. Die 1600 teilnehmenden Tierärzte werden die Stadt und ihr Kurhaus in guter Erinnerung behalten.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Bewertung verschiedener Dosierungen von Medetomidin zur Einleitung von Erbrechen bei Katzen
J Feline Med Surg 2025;27(9):1098612X251367617. 

Die primäre Wehenschwäche (PUI) bei Hunden ist mit einer beeinträchtigten plazentaren Verfügbarkeit von Faktoren verbunden, die an der Geburtskaskade beteiligt sind.
Animals (Basel) 2025;15(20):3043.

Generalisierter Tremor bei Hunden: 198 Fälle (2003-2023)
J Vet Intern Med 2025;39(3):e70062. 

Kokain-induzierter AV-Block ersten Grades und zweiten Grades bei einem Hund: ein Fallbericht
Front Vet Sci 2025;12:1622850. 

 
 

Versuchstierzahlen 2024: Erstmals weniger als zwei Millionen Versuchstiere

Der deutliche Abwärtstrend bei Tierversuchen in Deutschland hält an, wie aus der Versuchstierstatistik hervorgeht. Diese wird jährlich vom Deutschen Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) des BfR ermittelt und veröffentlicht.

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Evolution des Geruchssinns bei Säugetieren: Studie liefert neue Einblicke

Evolution des Geruchssinns bei Säugetieren: Studie liefert neue Einblicke

Durch die Kombination anatomischer Schädelanalysen und genetischer Untersuchungen ist es Forschenden gelungen, den Geruchssinn sowohl lebender als auch fossiler Säugetiere einzuschätzen. Das lässt Rückschlüsse auf die Evolution des Geruchssinns zu.

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KURZMELDUNGEN:

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist ein Pferd an der ansteckenden Blutarmut der Einhufer erkrankt.
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Mehrere Fälle von Vogelgrippe bei Katzen in Neuruppin (Brandenburg) beunruhigen Tierbesitzer. Laut Friedrich-Loeffler-Institut verläuft nicht jede Infektion tödlich.
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Vogelgrippe weiter aktiv: Wegen eines Falles musste der Zoo Leipzig die Flamingo- und Gorillaanlage sowie die Tropenhalle schließen – auch in Niedersachsen geht das Infektionsgeschehen weiter.
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Wissenschaftler untersuchen die Immunantwort von Schweinen, um künftige Strategien zur Kontrolle der reproduktiven Form des PRRS zu entwickeln.
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TERMINE:

Freies Schallen mit Instruktor
13. Dezember 2025
Berlin

Leipziger Tierärztekongress
15.-17. Januar 2026
Leipzig

Fischtuberkulose als Zoonose
21. Januar 2026
online

Fohlenmedizin I, Hamburg
29.-30. Januar 2026
Hamburg

 
 

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