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Liebe Leserinnen und Leser,
alle Jahre wieder mahnen der Deutsche Tierschutzbund und die Bundestierärztekammer (BTK), keine Tiere zu Weihnachten zu verschenken. So erinnert die BTK eindringlich daran, dass mit der Haltung eines Tieres eine hohe, dauerhafte Verantwortung einhergeht. Auch können unvorhergesehene Kosten entstehen, wenn das womöglich von unseriösen Händlern bezogene Tier krank wird, was häufig eintritt. Wenn der Wunsch nach einem Haustier stark, anhaltend vorhanden und letztlich wohlüberlegt ist, kann ein Gutschein zusammen mit einem Buch etwa eine sinnvolle Geschenkalternative sein, so die BTK. Und sie rät, sich unbedingt zuerst im Tierheim umzusehen und beraten zulassen, welches Tier am besten zu den eigenen Lebensumständen passt. Unsere Tierheime sind voll von Tieren, die auf ein Zuhause warten. Wir sollten nicht müde werden, unsere menschliche Klientel darauf hinzuweisen.
In diesen Kontext passt auch ein Beitrag der Veterinärmedizinischen Universität Wien, in dem Svenja Springer vorgestellt wird. Die Tierärztin beschäftigt sich mit Entscheidungsprozessen rund um die Palliativ- und Sterbebegleitung von Haustieren und die Erwartungshaltungen von Hunde- und Katzenhaltern. Im täglichen Praxisalltag kollidieren nicht selten die Wunschvorstellungen der Tierhalter mit den auf das Tierwohl ausgerichteten Einstellungen der Tierärzte. Und manchmal sind die Rahmenbedingungen einfach schwierig. Haben wir etwa einen mittellosen alten Menschen vor uns, dessen einzige Freude in seinem ebenfalls alternden oder schwer erkrankten Haustier begründet ist, wird einem als Tierärztin schwer ums Herz. Hier ist es oftmals kaum möglich, sich ausreichend abzugrenzen, das heißt sich selbst zu schützen. Springer versucht gemeinsam mit anderen Fachrichtungen wie Philosophie und Soziologie, Lösungskonzepte für schwierige ethische Fragestellungen zu erarbeiten und diese angehenden Tiermedizinern als Rüstzeug mitzugeben. Ein ausgesprochen sinnvolles Vorhaben, wie ich finde.
Wer auf dem bpt-Kongress in Wiesbaden war, der wird es gespürt haben: Das ganz besondere Weihnachtsfeeling. Ein Gefühl von Gemeinschaft und dem Wunsch nach Frieden. Und ich freue mich bereits jetzt auf den Tierärztekongress in Leipzig im Januar, wenn wir uns alle wiedersehen.
In diesem Sinne ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für 2026!
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