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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt VetMed,
in den Sozialen Medien tauchen immer häufiger Beiträge über Katzen auf, die an der Leine durch Wohnviertel geführt oder gar in einem „Katzenrucksack“ auf Wanderungen mitgenommen werden. Tierverhaltenstherapeutin Angelika Firnkes von der LMU München sagt hierzu, dass ein Gang an der Leine durch die wohnungsnahe Umgebung für manche unterforderte Wohnungskatze unter bestimmten Bedingungen durchaus eine Bereicherung darstellen kann – nicht zwangsläufig muss –, der Transport einer Katze in einem Rucksack über eine längere Zeit jedoch aus Tierschutzgründen abzulehnen ist. Auch Tierärztin Dr. Julia Fritz hat auf dem Tierärztetag West respektive der Tagung der AG Katzenmedizin, von Fällen berichtet, die eine gewisse Unkenntnis vieler Katzenhalter über die Eigenarten und Vorlieben dieser Tierart offenbarten. So läutete Fritz ihre Fallbeschreibungen mit den Worten „Katzen sind Katzen sind Katzen“ ein und wies in ihren Ausführungen darauf hin, dass Fotos, die die Perspektive der Katze widerspiegeln, hilfreich für die Tierbesitzer sein können, um sich besser in ihr Tier einzufühlen. US-amerikanische Wissenschaftler konnten unterdes in einer Studie zeigen, dass Katzen gar nicht mal so selten Freude am Apportieren haben. Mehr zu diesen und vielen weiteren Themen lesen Sie im heutigen Newsletter.
In der Rubrik „Unsere Auswahl“ werden Sie auf eine Studie über eine Manganintoxikation bei zwei Mischlingshündinnen, die im selben Haus lebten, stoßen. Die elf- und siebenjährigen Tiere fraßen etwa 75 Kapseln eines Nahrungsergänzungsmittels für die Gelenkgesundheit von Menschen. Insgesamt nahmen sie damit 2062 mg Mangan auf. Der eine Hund entwickelte ein akutes fulminantes Leberversagen und eine schwere Koagulopathie, was zu massiven Blutungen führte. Die geschätzte maximale Zeitspanne von der Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels bis zum Tod betrug 36 bis 48 Stunden. Der andere Hund erlitt eine schwere akute Leberschädigung und wurde für sechs Tage in eine Tierklinik eingeliefert. Zu den während des Klinikaufenthaltes verabreichten Therapien gehörten intravenöse Infusionen, Maropitant, Pantoprazol, N-Acetylcystein, Vitamin C, S-Adenosylmethionin und Silybin. Der Hund wurde langfristig mit S-Adenosylmethionin, Silybin, Ursodesoxycholsäure und Vitamin C behandelt. Bei einer Nachuntersuchung an Tag 44 konnten die behandelnden Tierärzte sowohl eine klinische Verbesserung feststellen als auch eine der biochemischen Blutparameter.
Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre und eine schöne Restwoche.
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