Ausgabe 11/2025

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Donnerstag, 13. März 2025

Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt VetMed,

im Hinblick auf das herannahende Frühjahr hat die Landwirtschaftsministerin von Niedersachsen, Miriam Staudte, wie auch schon die Bundestierärztekammer (BTK) und der Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT), ausdrücklich darüber informiert, dass nun umgehend gegen die Blauzungenkrankheit geimpft werden müsse. Auch hatten BTK und BpT bereits zuvor darauf hingewiesen, dass neben dem bisher aufgetretenen Serotyp 3 auch dem in den Niederlanden im Herbst 2024 neu aufgetretenen Serotyp 12 besondere Beachtung zu schenken ist.

In unserer heutigen Auswahl finden Sie eine Studie, die sich mit dem Auftreten von BTV-12 beschäftigt: Im Oktober 2024 wurde BTV-12 in den Niederlanden durch eine Nachuntersuchung identifiziert, nachdem ein BTV-3-geimpftes Schaf mit Anzeichen der Blauzungenkrankheit positiv auf BTV, aber negativ auf Serotyp 3 getestet worden war. Dies sei ein bedeutendes Ereignis, da BTV-12 in Europa noch nie gemeldet worden sei, so die Autoren. Das Screening von Betrieben in unmittelbarer Nähe des Schafbetriebs und die retrospektive Analyse von Proben klinisch betroffener Tiere, die in der panBTV-PCR positiv getestet wurden, führten zum Nachweis von insgesamt neun BTV-12-betroffenen Betrieben. Die mögliche Anpassung neuer BTV-Serotypen an die europäischen Klima- und Haltungsbedingungen veranlasse zu einem Überdenken von Präventions-, Überwachungs- und Kontrollstrategien in Bezug auf sich ändernde ökologische Bedingungen und Vektordynamiken.

Portugiesische Wissenschaftler unterdessen beschreiben in einer Fallstudie den Tod mehrerer Schäferhündinnen durch – so vermuten die Forschenden – BTV-3. Der erste offizielle Fall des Blauzungenvirus des Serotyps 3 in Portugal wurde im September 2024 bei Schafen aus dem Bezirk Évora bestätigt. Es wurden Todesfälle bei trächtigen Schäferhündinnen innerhalb der betroffenen Schafherden beobachtet – alle Hündinnen erlitten vor ihrem Tod einen Abort. Eine Koinfektion mit bei Hunden häufig vorkommenden Viren und pathogenen Bakterien wurde ausgeschlossen, was nach Auffassung der Autoren bestätigt, dass die Todesfälle auf eine BTV-3-Infektion zurückzuführen sind, wahrscheinlich durch Aufnahme von Schafplazenta nach der Lammung. Den Link zur Studie finden Sie ebenfalls in unserer heutigen Auswahl aus internationalen Journals.

Eine spannende Lektüre und eine gute Woche wünscht Ihnen


  Ihre
  Sigrun Grombacher
  Redakteurin Kompakt VetMed
  Tierärztin

 

 
 
Ministerin ruft zur Impfung gegen Blauzungenkrankheit auf

Ministerin ruft zur Impfung gegen Blauzungenkrankheit auf

Die Blauzungenkrankheit wird von bestimmten Stechmücken übertragen – krank werden Wiederkäuer. Angesichts des nahenden Frühlings rufen Experten zur Impfung auf.

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Dreifacher Erfolg: FBN mit starker Beteiligung an Exzellenzinitiative MV

Mit der offiziellen Übergabe der Förderbescheide durch Wissenschaftsministerin Bettina Martin am 10. März in Schwerin hat das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) einen beachtlichen Erfolg besiegelt.

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Das Werwolf-Syndrom beim Hund: Interview mit Dr. Nina Meyerhoff

Das Werwolf-Syndrom beim Hund: Interview mit Dr. Nina Meyerhoff

In Deutschland und anderen europäischen Ländern werden seit August 2024 vermehrt schwere neurologische Symptome bei Hunden beobachtet – mutmaßlich nach Verzehr von Kauknochen einzelner Hersteller. Das als „Werwolf-Syndrom“ bekannt gewordene Phänomen löst Besorgnis bei Hundehaltern aus.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Blauzungenvirus Serotyp 12 bei Schafen und Rindern in den Niederlanden im Jahr 2024 – Ein BTV-Serotyp, der erstmals in Europa gemeldet wurde
Vet Microbiol 2025 Feb:301:110365., DOI: 10.1016/j.vetmic.2024.110365

Tödliche Infektion mit dem Blauzungenvirus Serotyp 3 bei Hündinnen: Ein Fallbericht aus dem Alentejo, Portugal, 2024
Viruses 2025 Jan 24;17(2):159., DOI: 10.3390/v17020159

Prävalenz von durch Zecken übertragenen Krankheitserregern bei Ixodes ricinus-Zecken aus Südschweden
Ticks Tick Borne Dis 2025 Feb 12;16(2):102453. DOI: 10.1016/j.ttbdis.2025.102453

Genetische Beratung in der Veterinärmedizin: Auf dem Weg zu einer evidenzbasierten Definition für die Kleintierpraxis
BMC Vet Res 2025 Feb 22;21(1):89. DOI: 10.1186/s12917-025-04495-4

 
 

Zecken: „Bedeutendste Überträger von Infektionserregern“

Sie sind so gehasst wie gefürchtet: Zecken können mit ihren Stichen schwere Erkrankungen verursachen. Kennt man die Gewohnheiten der Tiere, kann man sich aber gut schützen.

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Pferd in Oberbayern mit Borna-Virus infiziert

Pferd in Oberbayern mit Borna-Virus infiziert

Im Landkreis Mühldorf am Inn ist ein Pferd am Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) verstorben. Die Infektion mit BoDV-1 sei labordiagnostisch bestätigt worden, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf Anfrage mit. 

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KURZMELDUNGEN:

Nachweis der Hasenpest: Das niedersächsische Agrarministerium mahnt vor allem Jäger zur Vorsicht.
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Sechs Monate nach dem letzten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Südwesten ist erneut ein infiziertes Tier entdeckt worden.
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Zucht und Haltung unkupierter Schafe ist möglich, wie das Tierwohlkompetenzzentrum Schaf informiert.
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Bleimunition wird weiterhin bei der Jagd eingesetzt: Das hat Auswirkungen auf unsere Gesundheit und die von Wildtieren.
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TERMINE:

EICKEMEYER Katzenexperte 2025 Modul 7 - Erkrankungen rund um das hämatopoetische System bei der Katze
13., 20. und 27. März 2025
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Tierseuchenbekämpfung in der Heimtierhaltung
20. März 2025
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Wenn es krabbelt und juckt – praktische Übungen anhand von dermatologischen Fällen
02. April 2025
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Intensivworkshop Einstieg und Wiedereinstieg in den Beruf – leicht gemacht
07.-11. Juli 2025
München

 
 

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