Liebe Leserinnen und Leser,
heute beginnt der 13. Leipziger Tierärztekongress, der an die 7000 Tierärzte, TFAs, Vetmed-Studenten und Aussteller in die Messestadt bringen wird. Als es mich 1993 zum Studium nach Leipzig verschlug, war das wie ein Eintauchen in eine völlig neue Welt. Ich verbinde mit der Stadt die besten Jahre meines Lebens, es ist mir immer wieder eine Riesenfreude zurückzukehren. Und es wird sich lohnen, den Kongress zu besuchen: Denn von der Brennpunktveranstaltung zum kontrovers diskutierten Tierführerschein gleich zu Beginn am Donnerstag bis hin zum Thema Nachhaltigkeit und der spannenden Frage „Wie sieht die Tiermedizin in 20 Jahren aus?“ am Samstag ist mit über 500 Vorträgen mehr an fachlichem Input im Angebot als irgendjemand in drei Kongresstagen verarbeiten könnte. Da heißt es mal wieder, gut auswählen, den Vortragssaal schnell genug wechseln, um auch ja nichts zu verpassen, und sich dazwischen auf der vetexpo europe schlaumachen, was es so alles Neues gibt. Apropos neu: Ab nächstem Jahr wird es mit den VetMed-Tiermedizintagen Baden-Württemberg zukünftig eine Art „Ableger“ des Leipziger Tierärztekongresses in Stuttgart geben. Die Veranstaltung wird im jährlichen Wechsel mit dem Leipziger Kongress durchgeführt und findet erstmals am 5. und 6. Februar 2027 statt. Mehr dazu finden Sie unter unseren Kurznachrichten.
Außerdem haben diese Woche über 350 Tierärzte in einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftminister Alois Rainer ein Verbot der Anbindehaltung von Rindern gefordert. Und sie finden viel mediale Aufmerksamkeit und Unterstützung, etwa durch den Deutschen Tierschutzbund. In dem Brief weisen die unterzeichnenden Tierärzte unmissverständlich darauf hin, dass Rinder in Anbindehaltung weder ihr natürliches Sozialverhalten ausleben noch ihrem Bewegungsdrang nachkommen können. Eine artgerechte Haltung ist demnach nicht möglich. Die Kolleginnen und Kollegen sehen sich naturgemäß als Tierärzte in der Pflicht, Leiden zu verhindern und fordern darum konsequent die Abschaffung der Haltungsform. Die Tierärzte stünden jederzeit als Fachleute für Tiergesundheit und Tierschutz bereit, um konstruktive Lösungen zu erarbeiten, so das Angebot der Unterzeichnenden. Am Ende des Beitrages, der ebenfalls unter den Kurznachrichten steht, befindet sich ein Link, unter dem Sie als Tierarzt die Petition unterstützen können. Ich hab’s getan.
Ich hoffe, wir sehen uns in Leipzig und wünsche Ihnen für 2026 Gesundheit, Gelassenheit und Zuversicht!
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